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Vom Zahnarzt zum Creator: Wie digitale Sichtbarkeit Vertrauen schafft

Social Media hat sich längst zu einem strategischen Werkzeug entwickelt – für Marken, Unternehmen und Persönlichkeiten, die echte Wirkung erzielen wollen. Besonders spannend wird es dort, wo digitale Reichweite auf fachliche Verantwortung trifft. Niklas Lütkecosmann (niklas_lc) ist ein Zahnarzt, der nicht nur im Behandlungsstuhl überzeugen möchte, sondern sich zum Ziel gesetzt hat, auch online Vertrauen aufzubauen, Ängste abzubauen und Wissen zu vermitteln. Im Gespräch erzählt er, wie aus ersten Social-Media-Schritten als Student eine professionelle Content-Strategie wurde, warum Authentizität gerade im medizinischen Bereich entscheidend ist und welche unternehmerischen Prinzipien hinter dem Aufbau einer starken persönlichen Marke stehen.

Du arbeitest als Zahnarzt und bist zugleich Content‑Creator mit großer Reichweite. Wann hast du erkannt, dass Social Media mehr sein kann als nur persönlicher Ausdruck – sondern ein Werkzeug, um Menschen wirklich zu erreichen?

Bereits im Jahr 2022, als ich als Student mit Social Media startete, hatte ich den Hintergedanken, die sozialen Medien irgendwann als Tool zu nutzen, um effiziente Aufklärung und Kommunikation mit Patienten zu gestalten. Jedoch fehlte mir als Student noch die nötige fachliche Legitimation, und es wäre von der Universität nicht gewünscht gewesen. Deswegen bestand mein erster Ansatz darin, Menschen motivieren zu wollen, zum Sport zu gehen, zu lernen oder generell an sich zu arbeiten. Von Anfang an hatte ich also das Ziel, einen positiven Einfluss auf meine Follower zu bewirken, statt reine Selbstdarstellung zu betreiben.

Zahnarztbesuche sind bei vielen mit Angst verbunden. Wie hast du dein Content‑Konzept entwickelt, um genau diese Barriere zu adressieren – und wie reagiert deine Community darauf?

Ich denke, dass es für Patienten, gerade Angstpatienten, enorm wertvoll ist, seinen Behandler im Voraus kennenlernen zu können. Einblicke zu bekommen, wie eine Behandlung abläuft, wie kommuniziert wird, aber auch, was den Behandler menschlich ausmacht, kann die Angstbarriere enorm reduzieren. Entsprechend muss natürlich der Content authentisch und offen gestaltet werden, damit diese „soften“ Eigenschaften auch beim Zuschauer ankommen.

Du kombinierst Medizin, Fitness und digitale Präsenz. Wie gelingt es dir, diese verschiedenen Rollen unter einen professionellen Hut zu bringen, ohne die Qualität deiner Arbeit zu gefährden?

Ich denke, es ist entscheidend, dass man hier klare Grenzen zieht, in welcher Rolle gerade agiert wird. Wenn ich in der Praxis bin, steht für mich die Patientenbehandlung an oberster Stelle. Sollen Fälle für Social Media begleitet oder Reels gedreht werden, muss dies in extra dafür freigeräumten Zeitslots geschehen, außerhalb der Behandlungszeiten. Viel meiner Fitness-/Social-Media-Arbeit findet dadurch am Wochenende statt. Eine 6- bis 7-Tage-„Arbeitswoche“ ist also keine Seltenheit.

Social Media kostet Zeit und Disziplin – du hast erwähnt, dass du bald Unterstützung einstellen willst. Was sind für dich die wichtigsten Schritte, um aus einer persönlichen Marke ein tragfähiges, strukturierteres Projekt zu machen?

Es ist eine Hürde, die auch bei vielen Selbstständigen häufig ein Problem darstellt. Man hat anfangs das Gefühl, alles selbst am besten zu können. Man muss aber lernen, Aufgaben zu delegieren und Unterstützung von anderen anzunehmen. Nur so kann man kontinuierlich wachsen und langfristig erfolgreich bleiben.

Wenn du junge Menschen betrachtest, die heute ihr Wissen oder ihre Leidenschaft online sichtbar machen wollen: Welche unternehmerischen Prinzipien würdest du ihnen mit auf den Weg geben, damit sie nachhaltig Erfolg haben?

Es muss nicht alles von Anfang an perfekt sein, Entscheidend ist, dass man startet und dann gnadenlos konsequent und optimistisch bleibt. Auch bei seinem Content sollte man erst einmal mit einem »MVP« starten, dann schauen, was funktioniert, und anschließend perfektionieren. Also starte mit deinem iPhone, teste verschiedene Contentformate, gucke, was funktioniert!

Beitragsbild: privat