Ein Gastbeitrag von Gabriel Schandl
Seit Jahren interessiert mich das Thema Leistung und Leistungsfähigkeit. Dabei wird zunehmend klar: Im Zentrum unseres Wohlbefindens steht der Schlaf – dieser unverzichtbare Regenerationsprozess, der in unserer hektischen Welt häufig zu kurz kommt. Während wir schlafen, geschehen aufregende Dinge: Zellreparatur, Gedächtniskonsolidierung, das Regulieren von Hormonen und das Auftanken unserer mentalen Energie. Ein besserer Schlaf ist die Basis für Leistungsfähigkeit, Kreativität und emotionale Stabilität.
Du kennst das: Der moderne Alltag macht es uns nicht einfach. Wir jonglieren mit Arbeit, Familie, Freunden, digitalen Reizen, Termindruck und den ständigen Nachrichtenfluten. Dabei vergessen wir oft, wie wichtig die Schlafhygiene ist – und dass guter Schlaf kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist. Selbst kleinste Störungen wie künstliches Licht, unregelmäßige Schlafzeiten oder Bildschirmnutzung kurz vor dem Zubettgehen können unser nächtliches Erholen massiv beeinträchtigen. Das Ergebnis? Morgens fühlen wir uns ausgelaugt, unser Gehirn bleibt auf Sparflamme, Stresslevel und Fehleranfälligkeit steigen.
Ich tracke meinen eigenen Schlaf täglich mit einem kleinen, norwegischen Smart-Ring, der mir ganz genau zeigt, wie lange ich zum Einschlafen brauche, wie viel Tief- und REM-Schlaf ich bekomme und wie sich mein Lebensstil auf meine Erholung auswirkt. Spoiler vorweg: Das abendliche Bier war oft keine gute Idee! Denn Schlaf ist ein sensibles Ökosystem, das von Ernährung, Bewegung, Stress und emotionaler Balance abhängt.
Als Familienvater, Coach und Speaker jongliere ich viele Rollen gleichzeitig. Dabei lerne ich immer wieder: Gute Erholung lässt sich nicht erzwingen, sondern nur bewusst fördern. Früher hatte ich oft das Gefühl, nicht abschalten zu können, als würde mein Kopf permanent durchdrehen – das kennst du sicher auch. Das Problem: Ohne ausreichend guten Schlaf verbaut man sich die Fähigkeit, gelassen und fokussiert zu reagieren. Es führt zu einem Teufelskreis aus Müdigkeit und Überforderung. Leistungsdruck statt Leistungsglück ist die Folge, dabei sollte das genau umgekehrt sein. Was hilft dagegen? Wir brauchen Rituale und Routinen, die echten Erholungsraum schaffen – etwa feste Schlafenszeiten, Entspannungsrituale vor dem Einschlafen oder das bewusste Abschalten von Bildschirmen (was zugegeben nicht ganz einfach ist). Auch die Gestaltung des Schlafplatzes spielt eine entscheidende Rolle: Bei mir ist es das kühl temperierte Schlafzimmer mit verdunkelten Fenstern, einer hochwertigen Matratze aus Naturlatex (Auflage: Schafwolle), einem beweglichen Lattenrost aus nachhaltigen Holz-Materialien und einem Bettrahmen aus Zirbenholz (ich liebe diesen Duft). So fühlt sich mein Bett wie eine Wohlfühloase an, die mich nachts willkommen heißt. Was kannst du noch konkret tun?
Neue Strategien für besseren Schlaf
1. Achtsame Body-Scan-Meditation Beim Body-Scan liegt der Fokus darauf, der Reihe nach alle Körperbereiche gedanklich zu »besuchen« und bewusst wahrzunehmen, ohne zu bewerten. So werden innere Anspannungen entdeckt und abgebaut. Wer das circa zehn Minuten vor dem Schlafen praktiziert, schafft innere Ruhe und einen entspannten Übergang in den Schlaf.
2. Intelligente Beleuchtung: Nutzt smarte Lampen mit wechselndem Weiß- und Blaulichtanteil, die abends automatisch auf wärmeres, entspannenderes Licht umschalten! Das simuliert den Sonnenuntergang und stellt die innere Uhr sanft auf Ruhe ein. Umgekehrt genauso: In der Früh von einem automatisierten Licht geweckt zu werden, das langsam heller wird, ist weit angenehmer – vor allem im Winter – als von einem grellen Handy-Weckton.
3. Schreibritual statt Bildschirm: Statt vor dem Schlafen noch schnell Mails zu checken, hilft es, fünf Minuten ein »Dankbarkeitstagebuch« zu führen. Was ist heute gut gelaufen und was hast du lernen dürfen? Worauf freust du dich morgen? – das entlastet den Geist und fördert das Abschalten.
4. Power Naps richtig machen: Kurzschlafphasen von zehn bis zwanzig Minuten am frühen Nachmittag erhöhen die Konzentrationsfähigkeit ohne den Nachtschlaf zu stören. Sie sind ein schneller Energieschub, funktionieren im Auto genauso wie auf der Büro-Couch oder im Flieger.
5. Temperatur als Schlaf-Booster: Ein kühles Schlafzimmer (idealerweise zwischen 16 und 18 Grad) fördert den Tiefschlaf. Wer abends ein warmes Fußbad nimmt, beschleunigt die Körperkerntemperatur-Absenkung – ein natürlicher Auslöser für Müdigkeit.
Der wahre Luxus liegt darin, auf seinen Körper zu hören und Schlaf nicht als Zeitverlust, sondern als Investition zu betrachten. Morgens aufzuwachen und tatsächlich erfrischt zu sein – das verändert die Haltung zum Tag und bringt eine Portion Gelassenheit in den Alltag.
Und weil das Leben uns manchmal doch nervös macht, ist es umso wichtiger, diese Ruhephasen zu schützen und auch im Kopf eine Pause zuzulassen. Denn Erholung – insbesondere guter, tiefer Schlaf – ist die stärkste Waffe gegen Erschöpfung, Leistungsdruck und Überforderung.
Ich wünsche gute Nächte, erholsame Pausen und die Kraft, das Beste aus deinem Schlaf zu machen. Schlaft gut! – euer Gabriel Schandl.
Beitragsbild: Philipp_OMS-Team
Bei dem Artikel handelt es sich um einen Archivbeitrag.










