Die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat eine Beteiligung an der New York Times Company aufgebaut und damit überraschend den Wiedereinstieg in die Medienbranche vollzogen. Nach aktuellen Pflichtmeldungen wurden rund 5 Millionen. Aktien erworben, deren Wert bei etwa 350 Millionen. US-Dollar liegt.
Die Investition ist bemerkenswert, weil Warren Buffett den Zeitungssektor lange skeptisch beurteilt hatte und Berkshire erst 2020 seine regionalen Zeitungen vollständig verkauft hatte. Nun setzt der Konzern offenbar gezielt auf ausgewählte Medienhäuser mit starken digitalen Geschäftsmodellen und stabiler Abonnentenbasis.
Als entscheidender Faktor gilt die Transformation der New York Times vom klassischen Printanbieter zum digitalen Plattformunternehmen. Das Unternehmen verzeichnet seit Jahren wachsende Einnahmen aus Online-Abonnements sowie zusätzlichen Angeboten wie Spiele- und Content-Services. Diese Entwicklung hat die Aktie zuletzt deutlich gestärkt und den Verlag wieder zu einem attraktiven Investment gemacht.
Der Einstieg erfolgte im letzten Quartal von Buffetts Amtszeit als CEO von Berkshire Hathaway und wird daher auch als symbolischer Schritt interpretiert. Buffett selbst hat eine lange persönliche Beziehung zur Zeitungsbranche, die bis zu seiner Jugend als Zeitungszusteller zurückreicht.
Unklar ist allerdings, ob die Entscheidung direkt von Buffett oder von einem seiner Investmentmanager getroffen wurde. Mit Greg Abel steht inzwischen ein neuer Vorstandschef an der Spitze von Berkshire Hathaway, während Buffett weiterhin als Vorsitzender fungiert.
Für die Medienbranche könnte der Einstieg ein wichtiges Signal sein. Wenn einer der erfolgreichsten Investoren der Welt wieder Kapital in ein Nachrichtenunternehmen lenkt, deutet das auf Vertrauen in langfristig tragfähige digitale Geschäftsmodelle hin — trotz weiterhin schwieriger Marktbedingungen für klassische Medien.
SK
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