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Anthropic erzielt 2025 zehn Milliarden US-Dollar Umsatz – hochkarätige Diskussion mit DeepMind zum KI-Wettlauf in Davos

Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos diskutierten die Chefs der führenden KI-Labore Google DeepMind und Anthropic über Zeitplan, Potenzial und Risiken künstlicher Intelligenz — ein Gespräch, das zugleich die Dynamik im globalen KI-Wettlauf widerspiegelt.

In einem hochkarätig besetzten Panel erklärte Dario Amodei, CEO von Anthropic, dass sein Unternehmen 2025 etwa zehn Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt habe — ein starkes Wachstum gegenüber den Vorjahren. Ihm zufolge könnten KI-Systeme bis 2026 oder 2027 Modelle hervorbringen, die über viele Fachgebiete hinweg Leistungen auf dem Niveau eines Nobelpreisträgers erbringen. Diese Einschätzung basiert unter anderem darauf, dass KI zunehmend bei der Programmierung und KI-Forschung selbst eingesetzt werden könne, was einen beschleunigten Entwicklungszyklus initiiere.

Anthropic und DeepMind konkurrieren zwar miteinander, sind aber auch eng verflochten: Google hält rund 14 bis 15 Prozent an Anthropic, was den gemeinsamen öffentlichen Auftritt in Davos erleichterte.

Demis Hassabis, CEO von Google DeepMind, zeigte sich in der gleichen Diskussion etwas vorsichtiger. Er betonte, dass Fortschritte in Bereichen wie Mathematik und Programmierung heute schneller zu erreichen seien, weil Ergebnisse dort leicht überprüfbar seien. Bereiche wie experimentelle Naturwissenschaften blieben jedoch komplexer und verlangten Zeit. Darauf basierend sieht Hassabis eine etwa fünfzigprozentige Chance, dass Systeme mit menschlichen kognitiven Fähigkeiten noch in diesem Jahrzehnt Realität werden.

Trotz der Unterschiede in der Einschätzung verbindet beide eine positive Grundhaltung zur Rolle von KI in Wissenschaft, Forschung und Problemlösung. Sie wiesen zugleich auf steigende Risiken hin, etwa durch zunehmende Autonomie der Systeme oder Missbrauch durch staatliche und nichtstaatliche Akteure, und unterstrichen die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit bei Sicherheitsstandards.

Neben Prognosen zur Entwicklung allgemeiner künstlicher Intelligenz (AGI) zeigte sich in Davos auch, dass KI bereits deutliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat: Führungskräfte berichteten, dass Automatisierung erste junior-Level-Jobs in ihrem eigenen Umfeld berühre, was Fragen zur Anpassungsfähigkeit der Arbeitswelt aufwirft, ohne jedoch von einem massiven Stellenabbau auszugehen.

Insgesamt spiegeln die Gespräche in Davos nicht nur technologische Ambitionen wider, sondern auch die wirtschaftliche Dimension des KI-Wettlaufs: Massive Umsätze, internationale Investitionen und die Debatte über Ethik, Fairness und Regulierung zeigen, wie weit die Branche bereits gekommen ist und welche Herausforderungen noch vor ihr liegen.

SK

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