Die britische Musikerin Charli XCX hat bei der Berlinale offen über die psychischen und emotionalen Belastungen ihres plötzlichen Ruhms gesprochen. Anlass war die Präsentation ihres Films »The Moment«, in dem sie eine fiktionalisierte Version ihrer selbst spielt und die Dynamiken der Popindustrie satirisch verarbeitet. Dabei schilderte sie, zeitweise das Gefühl gehabt zu haben, die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren.
Der Film kombiniert Elemente von Dokumentation und Fiktion und beleuchtet den Konflikt zwischen künstlerischer Selbstbestimmung, öffentlicher Erwartung und kommerziellem Druck. Charli XCX thematisiert darin die Unsicherheit, die mit massivem Erfolg einhergehen kann, sowie die Schwierigkeit, eine authentische Identität im Spannungsfeld von Marketing, Social Media und Fanerwartungen zu bewahren.
»The Moment« entstand in Zusammenarbeit mit Regisseur Aidan Zamiri und wurde zuvor bereits beim Sundance-Festival gezeigt. Die Produktion gilt als ironische Auseinandersetzung mit der eigenen Karriere sowie mit den Mechanismen moderner Popkultur. In der Handlung gerät eine Version der Künstlerin in eine existenzielle Krise nach einem überwältigenden Karriereschub.
Bei ihrem Berlinale-Auftritt betonte Charli XCX zudem die politische Dimension des Festivals und lobte dessen Offenheit gegenüber gesellschaftlichen Themen. Ihr Projekt fügt sich damit in eine Festivaltradition ein, die Kunst bewusst als Reflexionsraum für Machtstrukturen, Identität und öffentliche Kommunikation versteht.
Der Auftritt unterstreicht auch einen möglichen Richtungswechsel der Künstlerin, die zunehmend im Film- und Schauspielbereich aktiv wird. Branchenbeobachter sehen darin eine strategische Erweiterung ihrer kreativen Laufbahn jenseits der klassischen Musikindustrie, in der kulturelle Relevanz häufig kurzfristig und stark marktabhängig ist.
SK
Bildbeitrag: IMAGO / Avalon.red










