Heute feiert Cindy Crawford ihren 60. Geburtstag — ein Meilenstein für eine Frau, die wie kaum eine andere das moderne Verständnis von Model-Karrieren geprägt hat. Crawford gehört zur Generation der legendären Supermodels der 1990er-Jahre, die erstmals selbst zu globalen Marken wurden und nicht mehr nur als austauschbare Gesichter der Modeindustrie galten.
Entdeckt wurde sie als Teenager in Illinois, ursprünglich wollte sie Chemieingenieurin werden. Doch ein Wettbewerbssieg und der Umzug nach New York katapultierten sie Mitte der 1980er-Jahre in die internationale Modewelt. Mit ihrem markanten Schönheitsmal entwickelte sie ein unverwechselbares Markenzeichen — ein Detail, das zunächst retuschiert werden sollte, später aber zu ihrem größten Wiedererkennungswert wurde.
In den 1990er-Jahren wurde Crawford gemeinsam mit Naomi Campbell, Linda Evangelista und anderen zum Gesicht einer ganzen Ära. Cover der »Vogue«-Werbekampagnen für globale Marken und ikonische Auftritte — etwa im Musikvideo »Freedom! ’90«— machten sie zu einem Popkultur-Phänomen.
Vom Laufsteg zur Unternehmerin
Schon früh verstand Crawford, dass Schönheit allein keine langfristige Karriere garantiert. Während viele Models nach wenigen Jahren verschwinden, baute sie ein eigenes Business-Ökosystem auf.
Neben lukrativen Werbeverträgen entwickelte sie eigene Marken, darunter die Kosmetiklinie »Meaningful Beauty« und eine Möbelkollektion. Diese unternehmerische Diversifikation machte sie finanziell unabhängig vom klassischen Modelgeschäft. Ihr Vermögen wird heute auf mehrere hundert Millionen Dollar geschätzt.
Bemerkenswert ist dabei, dass sie sich bereits 2000 offiziell vom Vollzeit-Modeln zurückzog, aber weiterhin präsent blieb — in Kampagnen, bei Shows oder als Markenbotschafterin. Selbst Jahrzehnte nach ihrem Karrierehöhepunkt zählt sie zu den bekanntesten Gesichtern der Branche.
Damit wurde Crawford zum Prototyp des modernen Celebrity-Entrepreneurs: eine Persönlichkeit, deren wirtschaftlicher Wert weit über ihre ursprüngliche Tätigkeit hinausgeht.
Ikone einer Branche im Wandel
Cindy Crawfords Karriere spiegelt zugleich den Wandel der Modeindustrie wider. Während Models früher anonym bleiben sollten, wurden sie in den 1990ern zu Stars mit eigener Öffentlichkeit. Crawford gehörte zu den ersten, die diese Aufmerksamkeit strategisch nutzten — auch im Fernsehen, etwa mit der MTV-Sendung »House of Style«, die Mode erstmals massentauglich machte.
Heute ist sie weiterhin aktiv — nicht nur als Unternehmerin, sondern auch als Symbol für ein neues Bild von Alter und Schönheit. In einer Branche, die lange von Jugendlichkeit dominiert war, zeigt Crawford, dass Einfluss und Relevanz nicht an ein bestimmtes Lebensalter gebunden sind.
Zugleich steht sie für ein Modell der Karriereplanung, das für viele Gründer und Kreativschaffende exemplarisch ist: kurzfristigen Ruhm in langfristigen Markenwert umzuwandeln.
Mit 60 Jahren ist Cindy Crawford daher weniger ein ehemaliges Supermodel als vielmehr ein wirtschaftliches und kulturelles Phänomen — eine Persönlichkeit, die bewiesen hat, dass Erfolg in der modernen Medienwelt vor allem aus Wiedererkennbarkeit, unternehmerischem Denken und der Fähigkeit entsteht, sich immer wieder neu zu erfinden.
SK
Beitragsbild: IMAGO / ZUMA Press Wire










