Clara Zoë My-Linh von Arnim: Das neue Gesicht des deutschen Films

Clara Zoë My-Linh von Arnim: Das neue Gesicht des deutschen Films

Clara Zoë My-Linh von Arnim gilt als eine der spannendsten Regisseurinnen des deutschen Films. Die Serie »Die Zweiflers«, die sie als Regisseurin gemeinsam mit Anja Marquardt inszeniert hat, ist jetzt mit dem Grimme Preis ausgezeichnet worden. »Die Regisseurinnen Anja Marquardt und Clara Zoë My-Linh von Arnim inszenieren die sechs Folgen leichtfüßig, aber auch immer wieder nachdenklich bis tieftraurig«, schreibt das Grimme Institut. Zuvor wurde die Serie bei den Canneseries als »Beste Serie« ausgezeichnet und erhielt im vergangenen Jahr zudem den Deutschen Fernsehpreis. Von Arnim, Absolventin der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), hat sich mit ihrem Stil und gesellschaftlich relevanten Themen einen festen Platz erarbeitet, die Arbeiten sind ebenso vielseitig wie tiefgründig.

Aktuell punktet die 31- Jährige mit der Serie »Marzahn, mon Amour« nach dem autobiografisch inspirierten Roman von Katja Oskamp. Darin geht es um eine Schriftstellerin in der Krise, die Fußpflegerin in Marzahn wird und auf Menschen und ihre Geschichten trifft. Clara Zoë My-Linh von Arnim gelingt auch diese leichtfüßige Relevanz, die menschlichen Schicksale kommen bei ihr ohne in Dramatik, Klamauk oder Respektlosigkeit aus. Im Fokus liegen oft Frauen als starke Figuren: Ihr aktuelles Projekt »Mozart/Mozart« rückt Maria Anna Mozart, die gleichbegabte Schwester von Wolfgang Amadeus, ins Zentrum und verleiht ihr eine Stimme, die ihr in der Geschichtsschreibung oft verwehrt blieb.

Schon zuvor hatte von Arnim mit »Feelings« für Aufsehen gesorgt. Die ZDFneo-Serie über junge Erwachsene in Berlin, deren Leben zwischen Gefühlschaos, Zukunftsängsten und Selbstfindung oszilliert, wurde für den New Faces Award nominiert. Neben diesen Serienprojekten überzeugt von Arnim auch mit Kurzfilmen, die international Beachtung finden und die mit Nominierungen und Auszeichnungen bedacht wurden.

Was all ihre Arbeiten vereint, ist ein starkes inhaltliches Fundament: Diversität, Identität und gesellschaftliche Relevanz stehen stets im Fokus. Ihre Figuren stammen oft aus marginalisierten Gruppen, wie etwa in der ZDF-Webserie »Echt«, die queere Jugendgeschichten erzählt und mit dem Robert-Geisendörfer-Preis ausgezeichnet wurde.

MK

Bild: IMAGO / Sven Simon