Die Schulleistungen der Reichsten

Die Schulleistungen der Reichsten

Was man nicht im Klassenzimmer lernt und wie viel die Schulleistungen der Reichsten wirklich mit ihrem Erfolg zu tun hatten

»Wenn ich den Übergang aufs Gymnasium nicht schaffe, ist mein Leben gelaufen.« Diesen und ähnliche Sätze hören Psychologen immer häufiger – von Grundschülern, die unter Erschöpfungsdepression leiden. Grund dafür, so Psychologe Michael Schulte-Markwort in einem ›Stern‹-Interview, sei »das Renditedenken; dieses Es-muss-immer-mehr-Werden; das Gefühl, nie zu genügen. Das wichtigste Prinzip unserer Gesellschaft haben sie gelernt: Wer nichts leistet, hat verloren.« Und gelernt haben sie das von ihren Eltern, die ihren Kindern teils sogar unbewusst Druck aufbauen und sich am Ende des Tages wundern, warum klein Lisi nach Schule, Hausaufgaben, Arbeitsgemeinschaft, Ballett- und Klavierunterricht vollkommen ausgebrannt ist. Schätzungsweise drei Prozent der Kinder leiden laut Schulte-Markwort unter einer Form von Burnout. Das sind in etwa genauso viele wie jene Kinder, die an Essstörung oder ADHS leiden. Was einst als Manager-Leiden galt, gehört heute zum Alltag der ganz Kleinen. Aber muss das wirklich sein? Geht Erfolg wirklich nur mit einem Einser-Abitur, gefolgt von diversen Hochschulabschlüssen und Promotion? Wirft man einen Blick auf das Forbes-Ranking der reichsten Menschen der Welt, sieht man eine Menge heller Köpfe, die unsere Gegenwart und Zukunft mit ihren Innovationen maßgeblich mitgestaltet, wenn nicht gar revolutioniert haben. Welche Rolle haben ihre Leistungen in der Schule auf ihrem Weg zum Erfolg gespielt?

Jeff Bezos: Wissenschafts-Nerd an der McDonalds-Fritteuse

Amazon-Gründer Jeff Bezos entdeckte schon in jungen Jahren sein Interesse für wissenschaftliche Themen. Mit zwölf Jahren übte er statistische Analyse anhand einer selbst erstellten Umfrage, in der seine Mitschüler ihre Lehrer bewerten konnten. Gleichzeitig waren sein Konkurrenzdenken und sein Ehrgeiz stark ausgeprägt: Als eine seiner Mitschülerinnen behauptete, sie lese zwölf Bücher in der Woche, versuchte er, es ihr gleich zu tun, berichtet Brad Stone in seinem Bestseller »The Everything Store«. Während seiner High-School-Zeit besuchte er das Student Science Training Program an der University of Florida. Einen Sommer lang arbeitete er bei McDonalds in der Küche und analysierte die Verbesserungen der Automatisierungs-Prozesse der Fastfood-Kette, während er quasi im Autopilot Burger wendete und Pommes frittierte.

Im folgenden Sommer übte sich Bezos zum ersten Mal ernsthaft als Unternehmer: Gemeinsam mit seiner Schulfreundin Ursula Werner stellte er ein Sommer-Bildungscamp für Vier-, Fünft- und Sechstklässler auf die Beine, an dem insgesamt sechs Schüler (bei zwei von ihnen handelte es sich um Bezos’ Geschwister) für den Preis von 600 US-Dollar teilnahmen. »Jeff wollte schon immer viel Geld verdienen«, erzählt Werner dem Magazin ›Wired‹ in 1999. Bezos schloss die High School als Jahrgangsbester ab und prophezeite in seiner Abschlussrede die Kolonialisierung des Weltalls durch die Menschheit. Er war schon als Kind hochbegabt, das lässt sich nicht leugnen – auch wenn seine Lehrer im Nachhinein behaupten, bei ihm einen Mangel an Führungskompetenz festgestellt zu haben. Aber es war nicht seine Intelligenz, die Bezos dazu bewegte, nach den Sternen zu greifen. Es waren seine Disziplin, sein Ehrgeiz und seine Neugierde, die ihn zu einem Visionär machten.

Den gesamten Auszug aus dem Buch »Die Schulleistungen der Reichsten« finden Sie in der aktuellen Ausgabe vom ERFOLG Magazin 03/2021 -> LINK

Erfolg Magazin Ausgabe 03/2021 Cover

 

Bild: IMAGO / Sven Simon

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