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Die vier größten Herausforderungen für neue Geschäftsmodelle und existierende Mythen

Dominik Reinhardt erklärt, warum Business as usual keine Option mehr ist.

Das eigene Geschäftsmodell oder auch seinen Vertriebsplan zu optimieren, gehört in den aktuellen Zeiten wohl zu den gefragtesten Themen und Zielen. Alles ist im Umbruch, Aufbruch oder in turbulenter Veränderung. Viele Unternehmen haben exzellente technologische Produkte oder investieren in neue innovative Prozesse, doch vergessen das eigene Geschäftsmodell an die sich heute noch schneller wechselnden Umwelt- und Markteinflüsse anzupassen. Denken Sie hier nur einmal an AEG, Brockhaus, Agfa oder Quelle.

Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass Kunden dazu bereit sind, für ein Kilo Kaffee 80 Euro zu bezahlen? Oder dass der Preis einer Taxifahrt von der Nachfrage bestimmt wird? Amazon ist heute der größte Buchhändler ohne ein einziges Ladengeschäft. Pixar hat in den letzten zehn Jahren zehn Oscars gewonnen, ohne einen einzigen Schauspieler zu zeigen. AirBnB ist die höchstbewertete Hotelkette, ohne ein einziges Hotel zu besitzen.

Diese Beispiele zeigen es deutlich:
Die Fähigkeit, neue, innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln, ist in der heutigen Zeit eine der Kernkompetenzen, die es benötigt, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein. Und die gute Nachricht vorweg: Es funktioniert nicht nur im Silicon Valley, sondern kann in jedem Meetingraum eines Unternehmens, Start-ups oder KMU beginnen und etabliert werden.

In Zukunft findet der Wettbewerb nicht mehr zwischen Produkten, sondern Geschäftsmodellen statt!

Die vier größten Herausforderungen bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen:

  1. Überwindung der dominanten Branchenlogik

»Schlage deinen Wettbewerb, ohne deinen Wettbewerb schlagen zu wollen.« So könnte man die Strategie einfach zusammenfassen. Sie haben sicherlich schon von dem Red & Blue Ocean gehört, oder? Der rote Ozean ist so gefärbt, weil viele Piranhas sich gegenseitig den Raum streitig machen, er ist also hoch kompetitiv und wenig margenträchtig, da es einen großen Wettbewerb gibt. Der blaue hingegen ist noch weitläufig, sauber und bietet hohe Wachstumschancen, aus denen unberührte Märkte aufgebaut werden können. Bsp. Car2Go als neuer Carsharing-Anbieter, anstatt das nächste Mietwagendepot aufzubauen, heute ShareNOW.

Wie sieht Ihre Branchenlogik aus? Was könnte hier der neue Ansatz sein?
Und wenn Sie oder Ihre Führungskräfte jetzt denken: »Unsere Branche ist aber nun mal so, das wollen die Kunden nicht anders…«, dann buchen Sie lieber direkt ein Coaching zu den 3Ms: Mut, Methodik und Mindset, denn dann ersparen Sie sich viele Kosten im Nachgang.

  1. Das Denken in Geschäftsmodellen

Wie kann die nächste Stufe des Produktes aussehen? Weiterentwicklung vom neuen Staubsauger oder Computer oder auch der neuen Textilreihe oder dem Handy. Wie können Prozesse effektiver gestaltet werden im Unternehmen oder ein neues Tool eingesetzt für Automatisierung? Alles wichtige Punkte auf dem Gebiet des Kerngeschäftes, doch das Denken in Geschäftsmodellen fällt vielen Unternehmen und Führungskräften schwer. Wie viele Geschäftsmodelle können Sie aus dem Stehgreif aufzählen und erläutern? Klar, niemand muss alle beherrschen, doch genau dieses Training für die »Business Model Thinking Attitude« fehlt oft im Alltag und genau dieser ist eben auch gleichzeitig unsere Komfortzone.

  1. Fehlende Tools für die Umsetzung oder Förderung von Kreativität

Im Jahre 1992 folgerte George Land aus seiner Studie, dass eher nicht-kreatives Verhalten in unserem Alltag erlernt wird und nicht andersherum. 1600 Kinder durchliefen in mehreren Altersstufen einen Kreativitätstest der NASA, später auch 280.000 Erwachsene über 25. Hier das Ergebnis:

  • Kreative Genies bei Drei- bis Fünfjährigen: 98 Prozent.
  • Kreative Genies bei Acht- bis Zehnjährigen: 32 Prozent.
  • Kreative Genies bei 13- bis 15-Jährigen: zehn Prozent.
  • Erwachsene kreative Genies: zwei Prozent.

(Quelle: Breakpoint and Beyond, George Land & Beth Jarman, 1992)

Was zeigt uns das? Kreativitätstechniken und auch das Mindset und der Mut, neue »Out-of-the-Box«-Gedanken zuzulassen, sind einige der größten Herausforderungen für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle oder Sparten bei Corporates. Übrigens kletterte das Skillset Kreativität in 2020 von Rang 10, wo es im »Future Job Report« des World Economic Forum noch 2015 stand, auf Rang 3.

  1. Keine Angst vor Mythen zum Thema Geschäftsmodell-Innovation

Wenn ich mit Führungskräften im Analyse-Gespräch bin, weil sie vorhaben, meist Anfangs des Jahres »etwas Neues« zu machen,  höre ich sie oft: Die Mythen, warum etwas Neues zu erschaffen in dieser Branche nicht möglich oder Innovationen nur durch bahnbrechende Technologie möglich seien. Das Problem dabei? Diese Glaubenssätze setzen sich auch im Unternehmens-Mindset fest und verhindern so erfolgreiche neue Ansätze. Hier einige Mythen:

  • Technologie-Mythos

Technologie (Bsp. Cloud Computing, AI etc.) sind zwar Treiber von Innovationen und Katalysatoren, doch entscheidend ist das Modell, das daraus entsteht, und ob es skalierbar werden kann.

  • Der Genie-Mythos

»Nur außerordentliche Genies und Superbrains können neue Ideen entwickeln.«
Fakt ist, dass es heute eher auf die Zusammensetzung von interdisziplinären Teams ankommt, die Kultur im Unternehmen und die Methodik sowie das Mindset, um neue Ideen zu entwickeln.

  • Der Zufallsmythos

»Neue, bahnbrechende Ideen finden sich nur zufällig und können nicht systematisch geplant werden.«
Genau wie neue Produkte oder Kundenprozesse können auch Innovationen im Geschäfts-und Vertriebsmodell trainiert, erarbeitet und entwickelt werden.

Der beste Zeitpunkt, um zu starten, war gestern, doch der nächstbeste ist genau jetzt!

Gemeinsam mit dem Werkzeug der Universität St. Gallen, dem »Business Model Navigator« (55+ Geschäftsmodelle), unterstützen wir unsere Kunden und Partner bei der Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen in Workshops, Trainings und individuellen Transformations-Mystery-Coachings, wo wir Stärken und Optimierungen des aktuellen Geschäftsmodells aufdecken und gemeinsam innovieren. Auch sehr interessant für kleine Firmen oder Start-Ups, um das volle Marktpotential direkt auszuschöpfen.

 

Reinhardt_Autorenbild_privatÜber den Autor: Dominik Reinhardt ist Top Experte für Vertrieb, Erfolg und Persönlichkeit. Der Business Coach und Gründer von Train4Success steht für Innovation, Methodik und Struktur im Businessbereich, wo er seit Jahren für Corporates wie die Telekom, Start-ups und auch den Mittelstand gebucht wird. Inspiriert und wegweisend waren 20 Jahre Spitzensport und diverse Meisterschaften im Fußball als Trainer, was für seinen Motivationstransport steht. Fokusthemen aktuell sind Mimikresonanz und Business Model Transformation gemeinsam mit der Universität St. Gallen.

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