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Ein Datum, zwei Geburtstage – Steinmeier wird 70, Adenauer wäre heute 150 Jahre alt geworden

Der 5. Januar verbindet zwei Namen, die für sehr unterschiedliche Epochen deutscher Geschichte stehen und doch eine gemeinsame Linie haben: staatspolitische Verantwortung.

Heute wird Frank-Walter Steinmeier 70 Jahre alt. Am selben Tag hätte Konrad Adenauer seinen 150. Geburtstag gefeiert. Zwei Lebensläufe, zwei Zeiten – und zwei Vorstellungen davon, was es heißt, Deutschland zu führen.

Frank-Walter Steinmeier: Der moderate Präsident

Steinmeier gehört nicht zu den lauten Gestaltern der Macht. Seine Karriere ist die eines Institutionenmenschen: Jurist, Kanzleramtschef, Außenminister, Bundespräsident. Kein politischer Aufstieg über Populismus oder Polarisierung, sondern über Beharrlichkeit, Diplomatie und Vertrauen.

Gerade in Zeiten von Krieg, gesellschaftlicher Verunsicherung und wachsender politischer Fragmentierung hat Steinmeier das Amt des Bundespräsidenten neu akzentuiert: als moralische Instanz, als Mahner zur Demokratie und als Stimme der Einordnung. Seine Reden zielen selten auf Applaus – oft aber auf Wirkung. Erfolg misst sich hier nicht in Umfragewerten, sondern in Stabilität und Orientierung.

Konrad Adenauer: Machtpolitiker mit Langzeitwirkung

Adenauer hingegen war das Gegenteil des Stillen. Der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik war ein Machtpolitiker mit klarem Kompass – und mit dem festen Willen, Deutschland nach dem Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus wieder international anschlussfähig zu machen.

Westbindung, NATO-Beitritt, Aussöhnung mit Frankreich, Aufbau demokratischer Institutionen: Adenauer formte nicht nur Regierungen, sondern Strukturen, die bis heute tragen. Sein Erfolg war strategisch, langfristig – und nicht frei von Kontroversen. Doch gerade diese Entschiedenheit machte ihn zu einer der prägendsten Figuren der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Zwei Erfolgsmodelle, ein gemeinsamer Kern

Was Steinmeier und Adenauer verbindet, ist weniger Stil als Haltung. Beide verstanden – und verstehen – politische Führung nicht als Selbstverwirklichung, sondern als Dienst am Staat. Der eine als Architekt eines neuen Deutschlands, der andere als Bewahrer und Erklärer einer fragilen Demokratie.

Der 5. Januar 2026 zeigt damit: Erfolg in der Politik hat viele Gesichter. Er kann laut oder leise sein, visionär oder moderierend. Entscheidend ist nicht das Temperament – sondern die Verantwortung, die jemand bereit ist zu tragen.

Zwei Geburtstage, ein Datum – und zwei Beispiele dafür, dass nachhaltiger Erfolg nicht im schnellen Effekt liegt, sondern in Wirkung über Zeit.

SK

Beitragsbild: IMAGO / Sven Simon / dts Nachrichtenagentur