Friedrich Dieckmann: »Wir haben die Möglichkeit, den Hofalltag ungefiltert zu zeigen«

Friedrich Dieckmann: »Wir haben die Möglichkeit, den Hofalltag ungefiltert zu zeigen«

2025 nahm Friedrich Dieckmann als Spargelbauer bei der Kuppelshow »Bauer sucht Frau« teil. Am Ende fand er nicht nur die große Liebe, sondern auch zahlreiche neue Instagram-Follower: Rund 167.000 Menschen verfolgen mittlerweile seine Beiträge zum Thema Landwirtschaft und Naturschutz (@friedrich_dieckmann). Uns hat Friedrich im Interview verraten, was für ihn als Influencer der schwerste Schritt war und warum ihm die Landwirtschaft so sehr am Herzen liegt.

Viele junge Leute haben heutzutage den Traumjob »Influencer«. Was war deine Motivation, diesen Berufsweg einzuschlagen?

Für mich war und ist es keine bewusste Entscheidung für den Beruf des »Influencers« gewesen. Ich hatte vielmehr das Gefühl, dass die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit und in den Medien zu wenig Präsenz hat.

Meine Motivation ist es, die wichtigste Branche überhaupt sichtbar zu machen und über Prozesse, Halbwahrheiten und Vorurteile aufzuklären. Landwirtschaft ist nicht nur vielseitig und modern, sondern die Grundlage unseres aller Lebens. Wir sichern die Ernährung und können aktiv zum Arten-, Umwelt- und Naturschutz beitragen.

Was hättest du zu Beginn deiner Karriere als Influencer gerne gewusst? Für welche Tipps wärst du sehr dankbar gewesen?

Im Großen und Ganzen waren mir die Herausforderungen von Anfang an bewusst. Der schwierigste Schritt war für mich persönlich der erste: sich zu überwinden und sein Gesicht sowie Teile seines Privatlebens öffentlich zu zeigen.

Die positiven Rückmeldungen und Nachrichten haben mir den Einstieg dann jedoch deutlich erleichtert.

Welche Charaktereigenschaften und Fähigkeiten sollte ein Influencer vorweisen können, um erfolgreich zu werden?

Social Media ist ein Marathon, kein Sprint. Man braucht Geduld und einen langen Atem, denn der Erfolg entwickelt sich meist erst über Zeit. Von Tiefen oder stagnierenden Followerzahlen darf man sich nicht verunsichern lassen.

Entscheidend ist Authentizität – eine Fassade fällt früher oder später immer. Gleichzeitig sollte man sich aber auch nicht zu sehr von Erfolgen beeinflussen lassen, sondern seinen Prinzipien treu bleiben, Bodenhaftung bewahren und bereit sein dazuzulernen.

Inwiefern beeinflussen Influencer die Landwirtschaftsbranche?

Es gibt viele Agrar-Influencer, die einen wichtigen und wertvollen Beitrag leisten. Wir haben die Möglichkeit, den Hofalltag ungefiltert zu zeigen.

Dadurch können wir Transparenz schaffen, Vertrauen beim Verbraucher aufbauen und ein realistisches Bild der Branche vermitteln.

Influencer sind für viele Menschen gleichzeitig Vorbilder. Lässt du dich auch selbst durch andere Influencer beeinflussen oder hast du deine persönlichen Idole woanders gefunden?

⁠Um ehrlich zu sein, konsumiere ich selbst relativ wenig Content, da mir dafür oft die Zeit fehlt. Dennoch stoße ich immer wieder auf Beiträge, die echten Mehrwert bieten.

Die Kunst besteht darin, Informationen verständlich, unterhaltsam und gerne auch mit Humor zu vermitteln.

Wie gehst du mit Kritik um?

Das Netz kann manchmal hart sein. Auch ich bleibe von Hate und Falschinformationen nicht verschont.

Ich habe mir jedoch ein dickes Fell zugelegt und lasse solche Dinge nicht zu nah an mich heran. Stattdessen orientiere ich mich an den vielen positiven Rückmeldungen und lege großen Wert auf das Feedback der Menschen, die mir am nächsten stehen. Von ihnen bekomme ich einen ehrlichen Spiegel vorgehalten.

Konstruktive Kritik nehme ich ernst und versuche, daraus zu lernen.

 

Bild: Friedrich Dieckmann