Heidi Klum – mit Charme und Disziplin zur Turbo-Karriere

Heidi Klum – mit Charme und Disziplin zur Turbo-Karriere

Heidi Klum ist seit drei Jahrzehnten im Showgeschäft. In diesem Jahr feiert sie ihren 50. Geburtstag, zudem wird ihr TV-Format volljährig: Die 18. Staffel der Castingshow »Germany’s Next Topmodel by Heidi Klum« steht kurz bevor. Nach all den Jahren wird Heidi Klum von den Medien und ihren GNTM-Kandidatinnen gern Modelmama genannt. Das klingt für eine Geschäftsfrau wie Heidi Klum allerdings fast schon zu niedlich, denn wenn man sich die Laufbahn der gebürtigen Rheinländerin anschaut, könnte man meinen: Mehr geht nicht.

Vom deutschen TV-Casting nach New York

Ihr Weg begann vor 31 Jahren in der deutschen TV-Show »Gottschalk Late Night«, in der Heidi Klum aus 25.000 Konkurrentinnen zum Gesicht des Jahres gewählt wurde. Mit diesem »Startkapital« ging Heidi Klum nach New York, um als Model zu arbeiten. Das war 1992, Heidi Klum war gerade 19 Jahre alt. Sie arbeitete diszipliniert an ihrer Modellaufbahn, absolvierte zahlreiche Castings und bekam immer mehr Aufträge. 1998 schaffte sie es auf das Cover der »Sports Illustrated«, was sich als Startschuss für ihre Karriere erweisen sollte. Sie erhielt danach einen Auftrag nach dem anderen, war auf zahlreichen internationalen Covers, zum Beispiel der »Vogue« und der »Elle«, und begeisterte die Amerikaner mit ihrer guten Laune und Jodeleinlagen. 1998 engagierte das Dessous-Label Victorias’s Secret den Exportschlager aus Bergisch-Gladbach – zur damaligen Zeit galt das als Model-Krönung und war nur einer Handvoll Supermodels wie Tyra Banks, Gisele Bündchen, Alessandra Ambrósio und Adriana Lima vorbehalten. Heidi Klum avancierte endgültig zum Superstar.

Heidi Klum auf allen Kanälen

Sie moderiert seit 2006 »Germany’s Next Topmodel«, seit 2013 die US-Show »America’s Got Talent«, seit 2019 »Queen of Drags« und seit 2020 »Making the Cut«. Sie ist nicht nur Moderatorin, sondern auch TV-Produzentin, zum Beispiel produziert sie das Format »Models of the Runway«, das im US-Fernsehen zu sehen ist. Zwischendurch stattete sie der Filmwelt einige Besuche ab: Sie absolvierte Gastauftritte in Produktionen wie »Ocean’s 8«, »Der Teufel trägt Prada«, »Studio 54«, »Chaos City«, »Cursed«, »Blow Dry«, »Zoolander«, »Sex and the City«, »Malcolm mittendrin« und »James Bond«. Ihre Popularität brachte ihr außerdem eine Reihe lukrativer Werbedeals ein. Unter anderem für die Lidl-Marke Esmara und für Birkenstock entwarf sie Modekollektionen. Das »Vermögensmagazin« schätzt Heidi Klums Gesamtvermögen auf 130 Millionen Euro.

Wie passt ein solches Pensum in einen 24-Stunden-Tag? Man sieht in der Presse kein Paprazzi-Foto, auf dem die vierfache Mutter in einem schwachen Moment kurz vorm Burnout zu sein scheint. Im Gegenteil: Sie lacht, verbreitet gute Laune und scheint der glücklichste Mensch der Welt zu sein. Bilder aus ihrem Privatleben vermitteln den Eindruck, dass ihr Leben eine einzige Geburtstagparty mit vielen Geschenken aus dem Universum ist. Auch, wenn das ein inszeniertes Image ist, erfordert das Aufrechterhalten dieses konsequenten Bildes in der Öffentlichkeit Professionalität, Disziplin und Durchhaltevermögen. Und auch Heidi Klum hat mit Hatern und Neidern zu kämpfen. So polarisiert zum Beispiel die freizügige Präsentation ihres Ehelebens mit Tom Kaulitz. Kritik ignoriert sie jedoch oder lächelt sie weg. Negativschlagzeilen über ihren Kleidungsstil, wie jüngst über ihr kurzes Paillettenkleid mit Federboa, das sie bei der Verleihung der Golden Globes trug, begegnet sie mit Humor und teilt sie selbstironisch mit ihren mehr als 10 Millionen Followern auf Instagram.

Selbstvertrauen und keine Angst vorm Scheitern

Heidi Klum wuchs in einer gutbürgerlichen Familie auf, machte Abitur. In einer Biografie verriet sie, dass ihre Familie ihr genug Urvertrauen mitgegeben habe, sodass sie ohne Angst vieles ausprobieren konnte. Neben gutem Aussehen, Talent, Fleiß und Disziplin könnte das ihr Geheimnis sein: Selbstbewusstsein und keine Angst vorm Scheitern. Auch vor schiefen Tönen hat Heidi Klum keine Angst. Der eine oder andere ihrer Versuche zu singen, erweckt zumindest den Eindruck. Gemeinsam mit US-Rapper Snoop Dogg nahm sie zum Beispiel im vergangenen Jahr den Song »Chai Tea with Heidi« als Titelsong für GNTM auf. In den sozialen Medien war das Echo alles andere als positiv und sie musste viel Häme einstecken. Es hätte aber auch gutgehen und zu einer weiteren sprudelnden Einnahmequelle werden können. Probiert, abgehakt. Jetzt weiß Heidi Klum zumindest, dass Singen nicht zu ihren Stärken zählt.

MK

Bild: IMAGO / Cover-Images

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