Jack Welch – Manager des Jahrhunderts – stirbt mit 84

Der „Manager des Jahrhunderts“ verstarb am Sonntag in Manhattan an Nierenversagen. Unter seiner 20-jährigen Ägide verfünffachten sich die Umsätze von General Electric.

1935 in Massachusetts geboren wurde der Chemieingenieur zum einflussreichsten Manager seiner Zeit. Unter seiner Leitung als CEO ab 1981 stieg der Unternehmenswert von General Electric (GE) von 14 Milliarden US-Dollar auf 410 Milliarden 2001 an. Insbesondere die globale Expansion des Konzerns ist sein Verdienst, und Welch erkannte schon früh die Wachstumschancen asiatischer Märkte.

Er sorgte aber auch für massenhafte Entlassungen, was Kosten senkte und die Aktienkurse der Firma in die Höhe schnellen ließ. Das freute die Aktionäre, brachte ihm aber auch Kritik und den Spitznamen „Neutronen-Jack“ ein. Während andere Manager seinen Stil bewunderten und nachzuahmen suchten, mit der er die Diversifizierung von GE vorantrieb, sahen Kritiker in ihm die Personifizierung von Gier und sozialer Ungleichheit.

Trotzdem blieb General Electric der größte Produzent der USA, der agiler in seiner Entwicklung wurde und inzwischen alles von Küchengeräten bis hin zu medizinischen Tomographen herstellt. Die von Jack Welch eingeführte Finanzabteilung trug wesentlich zum Erfolg bei. Sie generierte zwar am Ende der Ära Welch bis zu 40 Prozent der Einnahmen, machte den Konzern in der Finanzkrise 2008 aber sehr verwundbar. Der Aktienkurs stürzte ab, als die Kunden ihre Kredite und Prämien nicht mehr bedienen konnten und erholte sich seitdem nur unvollständig.

2000, ein Jahr vor seiner Pensionierung, kürte ‚Fortune‘ den Sohn eines Eisenbahnschaffners zum „Manager des Jahrhunderts“. Für die Rechte an seiner Autobiographie zahlte Time Warners 7,1 Millionen Dollar und GE zahlte ihm eine Gratifikation von 417 Millionen. Die Biographie „Jack – Straight from the Gut“ von John A. Byrne verkaufte sich außerdem weltweit 10 Millionen mal.

Bildquelle: imago images / ZUMA Press

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