Schnurrberts Leben begann als Straßenkätzchen. Schwach, abgemagert und deformiert kauerte er eines Nachts am Straßenrand – und wurde zum Glück von Laura aufgesammelt und gepflegt. Mittlerweile geht es ihm dank seiner Besitzerin nicht nur besser, er und seine tierischen Mitbewohner entwickelten sich auch zu echten Internet-Stars. Rund 192.000 Instagram- und 212.000 TikTok-Follower sehen Schnurrbert, Schnurrsula und Bob regelmäßig bei ihren Schmuse-Einheiten und Zoomies zu (@schnurrbertofficial). Uns hat Laura im Interview verraten, wie sie mit negativen Kommentaren umgeht und inwieweit Influencer über artgerechte Tierhaltung aufklären können.
Viele junge Leute haben heutzutage den Traumjob »Influencer«. Was war deine Motivation, diesen Berufsweg einzuschlagen?
Das war tatsächlich gar nicht so wirklich geplant. Eigentlich bin ich da einfach so »reingerutscht«. Ich habe ja damals Schnurrbert auf der Straße gefunden und das zunächst nur auf meinem privaten Account geteilt. Die Nachfragen zu ihm häuften sich dann aber so stark, dass ich spontan entschlossen habe, ihm eine eigene Seite zu erstellen. Und dann habe ich einfach täglich über ihn berichtet, die Leute über seine Entwicklung und seine Genesung auf dem Laufenden gehalten. Daran habe ich dann so einen Spaß gefunden, dass ich das Ganze dann weiter ausgebaut habe. Mittlerweile ist eine wundervolle Community daraus geworden.
Was hättest du zu Beginn deiner Karriere als Influencerin gerne gewusst? Für welche Tipps wärst du sehr dankbar gewesen?
Es werden mal Phasen kommen, wo die Ideen oder die Motivation fehlt oder der Algorithmus einfach nicht auf deiner Seite ist. Da muss man durchhalten, das geht jedem mal so. Deswegen ist es aber so wichtig, Spaß an dem zu haben, was man macht.
Und – egal was du machst – es werden mal negative Kommentare kommen. Sei es aus Missgunst oder auch, weil jemand einfach eine andere Meinung hat. Das ist okay – man sollte es sich aber nicht zu sehr zu Herzen nehmen.
Ansonsten, so langweilig es auch klingt, sollte man sich recht früh über die Steuerthematik Gedanken machen.
Welche Charaktereigenschaften und Fähigkeiten sollte ein Influencer vorweisen können, um erfolgreich zu werden?
Authentisch, kreativ, ehrgeizig. Würde ich jetzt mal so in den Raum werfen. Das Ganze funktioniert nicht über Nacht, in der Regel braucht man einen ganz schön langen Atem. Und dann gehört da auch noch eine Portion Glück dazu. Ich kann nur empfehlen, sich absolut nicht zu verstellen, denn nur dann macht es langfristig Spaß.
Inwiefern beeinflussen Influencer die Haustier-Branche?
Mir fallen da tatsächlich zuerst nur positive Aspekte ein, zum Beispiel was artgerechte Katzenhaltung angeht. Influencer können hier super aufklären und mit gutem Vorbild voran gehen. Dabei bin ich aber absolut keine Person, die Leute verurteilt, wenn sie etwas anders machen. Ich denke, die allermeisten Menschen wollen nur das Beste für ihre Tiere, und ganz ehrlich: Ich bin auch keine Expertin.
Influencer sind für viele Menschen gleichzeitig Vorbilder. Lässt du dich auch selbst durch andere Influencer beeinflussen oder hast du deine persönlichen Idole woanders gefunden?
Schwierige Frage. Ich glaube, jeder von uns lässt sich in kleinen Dingen irgendwo unterbewusst beeinflussen. Ich würde sagen, ich lasse mich vor allem gern positiv beeinflussen – ich schaue mir nur Content an, der mir gefällt und möchte andersherum selbst auch nur Content erstellen, den ich mir gerne anschauen würde.
Direkte Idole habe ich nicht, aber einige ganz tolle Influencer-Kolleginnen und -Kollegen, deren Content ich liebe. Einige davon haben mir auf meinem Weg auch schon wertvolle Tipps mitgegeben.
Wie gehst du mit Kritik um?
Das kommt ehrlich gesagt ganz auf die Kritik an. Reine »Hate-Kommentare« ignoriere ich mittlerweile meistens. Mit konstruktiver Kritik setze ich mich aber schon auseinander. Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass man weder perfekt noch allwissend ist.
Bilder: Christopher Rommel, Laura











