Google, die meistgenutzte Suchmaschine der Welt, ist mittlerweile 27 Jahre alt. Vieles hat sich seit ihren Anfängen verändert – andere Plattformen zogen nach und auch KI kam ins Spiel. Was müssen Unternehmen also heutzutage beachten, um zwischen Tausenden Links nicht übersehen zu werden? Zuerst müsse man sich breit genug aufstellen, meint Jonas Frewert, Gründer und Geschäftsführer von geoagentur.de® und Frewert Media: »Nutzer gehen für Wohn-Ideen auf Pinterest, suchen auf YouTube nach Video-Lösungen für handwerkliche Probleme oder nutzen KI-Suchmaschinen wie Gemini oder ChatGPT für schnelle Fakten.« Die Folge: Wer sich nur auf Google fixiere, gehe unter. Man müsse »überall dort stattfinden, wo die Zielgruppe gerade nach Antworten sucht«, sagt der Experte.
Doch nicht nur in der digitalen, sondern auch in der analogen Welt müssen Veränderungen stattfinden, vor allem in den SEO-, PR- und Content-Marketing-Teams. Eine getrennte Arbeitsweise sei inzwischen überholt – nur in Zusammenarbeit könne eine PR-Strategie entwickelt werden, die sich im KI-gesteuerten Internet behaupten kann: »Es geht künftig darum, Inhalte so bereitzustellen, dass sie sowohl für Menschen attraktiv als auch für Maschinen eindeutig lesbar und als Faktenquelle identifizierbar sind.«
SEO war gestern
SEO allein reicht aber heutzutage nicht mehr aus: Neben der Suchmaschinenopti- mierung müssen auch die KI-Systeme ausreichend angesprochen werden. Das können vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die sich auf Nischenwissen spezialisiert haben, für sich nutzen, meint der Experte. KI-Systeme sind dabei uns Menschen nicht unähnlich: Sie wollen spezifische Informationen – und das schnell und ohne viel unnütze Fakten drumherum. »Wenn ein lokaler Spezialist sein Expertenwissen technisch sauber bereitstellt, wird er für die KI zur wertvolleren Quelle als ein großes Portal, das wie ein Bauchladen alle Themen kreuz und quer behandelt«, fasst Frewert zusammen. So tauchen kleinere Unternehmen eher in den KI-Zusammenfassungen auf als große.
Dadurch entwickele sich jedoch ein ganz neues Problem: »Während wir früher auf der ersten Suchergebnisseite zehn organische Treffer und damit zehn potenzielle Gewinner hatten, bewegt sich der Markt im GEO-Zeitalter hin zu einem ›Winner-takes-it-all‹-Prinzip mit oft nur einer einzigen, synthetisierten Antwort.« Für die KI »langweilige« Daten werden aussortiert. Wer hier nicht mit einzigartigen Perspektiven glänzt, wird ganz schnell unsichtbar, und auch neue Unternehmen, die sich noch keine große digitale Autorität aufgebaut haben, hätten es laut Frewert schwer.
Bye bye, Websites
Aber ob deren Websites in Zukunft überhaupt noch aufgerufen werden, ist eine andere Frage. Welcher Nutzer möchte sich noch durch zehn Links klicken, wenn er einfach auf ChatGPT und Co. vertrauen kann? Frewerts Schlussfolgerung: »Die Website wandelt sich vom primären Schaufenster, das besucht wird, zu einem reinen Datenlieferanten im Hintergrund, der die Antworten für die KI-Interfaces speist.« Schließlich würde die KI in näherer Zukunft schon alles über ihren Nutzer wissen und könne die perfekte und personalisierte Empfehlung für die gesuchten Produkte geben. In spätestens fünf Jahren wären Websites damit überholt und nur noch für die Kontaktaufnahme oder den finalen Kauf brauchbar, meint der Experte.

Jonas Frewert ist Gründer von geoagentur.de® und der Frewert Media GmbH. Dort hilft er Unternehmen, ihre Website mithilfe von passenden SEO- und GEO-Strategien bei Suchmaschinen sichtbarer zu machen.
Beitragsbilder: Nils Dellmann
(L)










