Wie Bono zum Milliardär wurde

Der Sänger wurde durch seine Musik zum Millionär, doch seine Investments brachten ihm Milliarden ein.

Von Tassia Brems |

Bono erreichte seinen Reichtum unter anderem durch sein früheres Investments in das soziale Netzwerk Facebook. Er gehört neben Fred Anderson, Bret Pearlman, Roger McNamee und Avie Tevanian zu den fünf Personen, die Elevation Partners führen. Bono hatte mit Elevation Partners für 210 Millionen Dollar Facebook-Aktien gekauft, was einem Anteil von etwa 2,3 Prozent entsprach. Er wurde durch den Börsengang zum Milliardär. Seine Facebook-Aktien sind laut der britischen Zeitung „Mirror“ inzwischen rund 1,3 Milliarden Euro wert.
Rund 460 Millionen Dollar investierte Elevation Partners auch in den Handyhersteller Palm, was allerdings weniger erfolgreich war. Als Palm von Hewlett-Packard übernommen wurde, erhielt Elevation Partners 485 Millionen und konnte sich so mit einem Plus von der Firma trennen. In den kanadischen Spieleentwickler ­Bioware und die amerikanische Pandemic Studios investierte Elevation Partners 300 Millionen Dollar. Bono verkauft seine Anteile wieder und verdoppelte damit seinen Einsatz.
Schon seit den Neunzigerjahren macht Bono Schlagzeilen als Aktivist für Bekämpfung von Aids in Afrika und für einen Schuldenerlass für Dritte-Welt-Länder.­ Bono, der bekennender Christ ist, nutzt seinen Erfolg für politische und soziale Zwecke und sucht die Nähe zu den Eliten: Er ist befreundet mit Bill Gates. Er traf sich mit den früheren US-Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush, Bundes­kanzlerin Angela Merkel, Starinvestor Warren ­Buffett und Papst Johannes Paul II. Mit Bill und Melina Gates gründete Bono 2002 die Stiftung „Debt, Aids, Trade in Africa“. Wenn sich die Mächtigen zu einer Geberkonferenz getroffen haben, war Bono überwiegend ebenfalls dabei.
Er wurde vielfach geehrt. Im Jahr 2005 ernannte ihn das Nachrichtenmagazine „Time“ zur „Person des Jahres“ und 2013 wurde er auf die Liste der einflussreichsten Prominenten gesetzt. Die britische Königin schlug ihn zum Ritter und Frankreich verlieh ihm einen Orden.

 

Alles nur vorgespielt?
Aber ist sein politisches und soziales Engagement glaubwürdig? Kritiker ärgern sich darüber, dass zum Beispiel Bill Gates einen großen Teil von seinem Vermögen spendet, zum Beispiel um bei der Bekämpfung von Malaria zu helfen, aber nichts darüber bekannt ist, ob Bono etwas von seinem Vermögen gespendet hat. Er versteuert einen Teil seines Einkommens nicht in Irland, sondern in den Niederlanden, wo er einen Bruchteil an Steuern abführen muss, fordert aber gleichzeitig von den Industriestaaten die Erhöhung ihrer Entwicklungshilfen.
Im dem Buch „The Frontman“ rechnet der irische Journalist Harry Browne mit Bono ab. Er mutmaßte, dass Bono seine Wohltätigkeit nur vorgibt, um den Kontakt zu den Reichen und den Mächtigen zu pflegen. Er täusche nur vor, sich für politische und soziale Zwecke einzusetzen, um das Leben der Reichen zu vervollständigen.

 

Der Weg ganz nach oben
Bono kam 1960 in einer Vorstadt vor ­Dublin unter dem Namen Paul David Newson auf die Welt. Seinen Künstlernamen leitet er von seinem Spitznamen Bono Vox (von lateinisch bona vox für „gute Stimme“) ab, der von einem Hörgeräteladen stammt. In seiner Schulzeit suchte einer seiner Mitschüler Mitglieder für eine Rockband. Bono meldet sich dafür. Nach einem schweren Start folgten in den 80er-Jahren große Erfolge in den USA. U2 ist heute eine der erfolgreichsten Bands auf der Welt. Mit 22 Grammys wurden die Musiker ausgezeichnet. Auf ihren Tourneen haben sie in den letzten zehn Jahren laut „Forbes“ fast 500 Millionen Dollar eingenommen.
Bono weiß, dass kaum eine andere Band so angefeindet wird wie U2. In einem Interview mit der „Zeit“ äußert er: „Vielleicht ziehe ich Provokationen an, denn ich mag Konflikte, sie beleben mich.“

 

Bild: Buckley