Vorlagen web-Bilder (50)

Wie Live-Shopping das eCommerce verändert

In einer Zeit, in der E-Commerce ständig im Wandel ist, steht Live-Shopping kurz davor, den europäischen Handel ähnlich revolutionär zu verändern wie einst Social Media oder der mobile Einkauf. Während hierzulande noch Zögerlichkeit herrscht, zeigen China und die USA bereits deutlich eine Entwicklung auf. Für Irek Gronert, Gründer des Online-Shops »baaboo«, ist Live-Commerce weit mehr als nur ein Trend – er spricht von einem globalen Strukturwandel, der die Art und Weise, wie wir einkaufen, grundlegend verändern wird.

Revolution für europäischen Handel

»In China sind Live-Verkäufer längst digitale Superstars«, sagt Irek Gronert und verweist dabei auf den Unternehmer Gary Vaynerchuk. Dieser habe bereits betont, dass Live Shopping zu einem enormen Phänomen werde, welches Social Media und den E-Commerce grundlegend verändern wird. Live-Shopping sei eine wahre Revolution für den europäischen Handel. »Einzelne Hosts erzielen dort Millionenumsätze in Sekunden, die Conversion Rates erreichen bis zu 40 Prozent – Werte, die im klassischen E-Commerce unerreichbar sind«, erklärt Gronert.

Ein weiterer Treiber ist das veränderte Kaufverhalten der jungen Generation. »Daniel Debow von Shopify betont, dass die Gen Z ihre Kaufentscheidung zunehmend über soziale Medien trifft«, sagt Gronert. Genau dieses Vertrauen mache Live-Shopping so kraftvoll. »Produkte werden nicht mehr anonym gekauft, sondern im direkten Austausch und in Echtzeit durch persönliche Präsentation verkauft.« Dazu komme ein massiver Vorteil für Händler: Die Retourenquote werde deutlich gesenkt, da die Kunden genau wissen, was sie erwartet.

Gronert verweist darauf, dass auch die Wissenschaft den Aufstieg von Live-Shopping bestätigt: Laut einer aktuellen McKinsey-Analyse erreicht Live-Shopping Konversionsraten von bis zu 30 Prozent – bis zu zehnmal höher als im klassischen E-Commerce, der meist bei zwei bis drei Prozent liegt. In Südostasien nutzen bereits 82 Prozent der Konsumenten Live-Shopping, davon kaufen über 60 Prozent auch tatsächlich.

Ein weiterer Verstärker sei die Gamification: »Eine Studie der National Chung Sing University zeigt, dass Elemente wie Belohnungen, Challenges oder limitierte Aktionen die Kaufbereitschaft erheblich steigern«, erklärt Gronert. Für Marken bedeute dies: Wer interaktive Formate anbietet, schafft Bindung, Vertrauen und direkte Umsätze. McKinsey prognostiziert, dass Live-Shopping bis 2026 weltweit um 36 Prozent wächst und allein in Nordamerika mehr als 5 Prozent des gesamten E-Commerce-Umsatzes ausmachen wird. »2025 könnte zum Wendepunkt werden – auch für Europa.«

Potenzial längst erkannt

»Live Shopping ist im Grunde wie QVC auf Social Media«, fasst Gronert zusammen, und zitiert Gary Vee: »Die Algorithmen bringen die Shows automatisch zu den Menschen – genau dann, wenn sie für T-Shirts, Vitamine oder Beauty empfänglich sind.«

Die großen Plattformen haben das Potenzial längst erkannt: TikTok, Instagram, YouTube, Shopify und Amazon investieren Milliarden in Live-Commerce-Features. Für Europa bedeute das: Die Infrastruktur sei bereit, das Nutzerverhalten kippe, und Unternehmen, die jetzt einstiegen, würden sich einen Vorsprung sichern, der später kaum noch aufzuholen sei.

Live-Shopping werde den digitalen Handel in Europa neu definieren – live, interaktiv, emotional und spielerisch. »Wer heute handelt, gehört morgen zu den Gewinnern dieses Wandels«, erklärt Gronert. Genau deshalb möchte er mit seinem Unternehmen »baaboo« Live-Shopping jetzt aktiv nach Deutschland bringen.

Beitragsbild: Martin Usic