Hüller

Deutscher Doppelerfolg prägt die Berlinale 2026: Goldener Bär für »Gelbe Briefe« — Sandra Hüller erhält Silbernen Bären

Die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin sind mit einem bemerkenswerten Erfolg für das deutsche Kino zu Ende gegangen. Der Goldene Bär für den besten Film ging an das Politdrama »Gelbe Brief« von Regisseur İlker Çatak. Zudem wurde Sandra Hüller für ihre Hauptrolle im Historiendrama »Rose« mit dem Silbernen Bären für die beste schauspielerische Leistung ausgezeichnet.

»Gelbe Briefe« erzählt die Geschichte eines Künstlerpaares, das aufgrund politischer Repression unter Druck gerät und schließlich Existenz und Heimat verliert. Die Jury würdigte den Film als eindringliche Auseinandersetzung mit Einschränkungen der Meinungsfreiheit und staatlicher Macht.

Politisches Kino im Zentrum

Der Gewinnerfilm steht exemplarisch für den insgesamt stark politisch geprägten Wettbewerb. Viele Beiträge beschäftigten sich mit gesellschaftlichen Konflikten, Autokratie, Krieg oder Identitätsfragen. Die Preisvergabe spiegelte damit die aktuelle geopolitische Lage wider und unterstrich die Rolle der Berlinale als Plattform für engagiertes Autorenkino.

Mit seinem Sieg reiht sich Çatak in die kurze Liste deutscher Regisseure ein, deren Werke den Hauptpreis des Festivals erhalten haben — ein Ereignis, das in der Geschichte der Berlinale vergleichsweise selten vorkommt.

Silber für eine außergewöhnliche Darstellung

Sandra Hüller überzeugte die Jury in »Rose« mit der Darstellung einer Frau im 17. Jahrhundert, die sich als männlicher Soldat ausgibt, um gesellschaftliche Freiheit zu erlangen. Nachdem ihre Tarnung auffliegt, gerät sie in Konflikt mit den Normen ihrer Umgebung.

Der Film wurde international für seine intensive Atmosphäre und Hüllers physisch wie emotional anspruchsvolle Darstellung gelobt. Für die Schauspielerin ist es nicht die erste Berlinale-Auszeichnung — sie wurde bereits früher mit einem Silbernen Bären geehrt und zählt inzwischen zu den international renommiertesten deutschen Darstellerinnen.

Neben diesen beiden Hauptpreisen wurden weitere Filme ausgezeichnet, darunter »Kurtuluş« mit dem Großen Preis der Jury sowie das US-Drama »Queen at Sea«, das mehrere Preise erhielt.

Bedeutung für die Branche

Der doppelte Erfolg unterstreicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschsprachigen Kinos — sowohl im Bereich politischer Stoffe als auch bei anspruchsvollen Schauspielrollen. Für Produzenten, Verleiher und Streamingplattformen erhöhen solche Auszeichnungen regelmäßig die Sichtbarkeit der Werke und können deren wirtschaftliche Verwertung erheblich verbessern.

SK