Mit dem Biopic »Michael« kehrt einer der größten Popstars der Musikgeschichte auf die Leinwand zurück. Der Film, der 2026 Premiere feierte, erzählt den Aufstieg von Michael Jackson von den frühen Jahren bei den Jackson Five bis hin zu seinem weltweiten Durchbruch. In der Hauptrolle steht mit Jaafar Jackson ausgerechnet sein Neffe, der nicht nur äußerlich verblüffend nah an das Original herankommt, sondern auch die ikonischen Bewegungen und die Bühnenpräsenz seines Onkels nahezu perfekt reproduziert.
Der Film setzt stark auf emotionale Nähe und spektakuläre Inszenierung. Besonders die Darstellung der Kindheit und das schwierige Verhältnis zu Vater Joseph Jackson nehmen breiten Raum ein. Die Härte und der Druck innerhalb der Familie werden dabei ebenso thematisiert wie prägende Schlüsselmomente, etwa der schwere Unfall bei einem Pepsi-Werbedreh 1984, der als Wendepunkt in Jacksons Leben inszeniert wird.
Auffällig ist jedoch, was der Film nicht zeigt. Zentrale Kontroversen rund um Michael Jackson, insbesondere die später erhobenen Missbrauchsvorwürfe, bleiben weitgehend ausgespart. Hintergrund sind unter anderem rechtliche Einschränkungen, die dazu führten, dass entsprechende Szenen aus dem Film entfernt wurden. Dadurch entsteht ein deutlich positiveres und stärker auf den künstlerischen Mythos fokussiertes Bild des Musikers.
Inhaltlich konzentriert sich „Michael“ damit auf die Entstehung des »King of Pop« – auf Talent, Disziplin und Inszenierungskraft. Musikalisch setzt der Film auf bekannte Hits und aufwendig choreografierte Sequenzen, die den Kern von Jacksons kulturellem Einfluss transportieren. Kritiker sehen darin zugleich die Stärke und die Schwäche des Projekts: Während Fans ein intensives, visuell beeindruckendes Erlebnis erhalten, bleibt die tiefere Auseinandersetzung mit den widersprüchlichen Seiten der Persönlichkeit begrenzt.
Der Film steht exemplarisch für einen breiteren Trend. Jahrzehnte nach seinem Tod bleibt Michael Jackson ein globales Kulturphänomen, dessen Wirkung über Generationen hinweg anhält. Mit »Michael« wird dieses Vermächtnis erneut ins Zentrum gerückt – weniger als kritische Biografie, sondern als filmische Wiederbelebung einer Ikone, deren Einfluss auf Musik, Tanz und Popkultur bis heute ungebrochen ist.
SK
Bildbeitrag: IMAGO / Eventpress










