Das perfekte Amazon-Produkt in 2021

Das perfekte Amazon-Produkt in 2021

»Es kommt nicht darauf an,
mit dem Kopf gegen die Wand zu rennen,
sondern mit den Augen die Tür zu finden.« 

– Werner von Siemens

Voraussetzung für den Erfolg

Als Verkäufer auf Amazon führst du ein Handelsgeschäft mit physischen Produkten. Als solches stehen natürlich im Zentrum deines Unternehmens die Produkte selbst. Das heißt aber nicht, dass es nur darum geht, ein sogenanntes Home Run Produkt herauszubringen, das alle finanziellen Anforderungen an die Zukunft erfüllt. Auch wenn das durchaus möglich ist, planen wir als Private Label-Verkäufer viel mehr damit, eine Brand mit artverwandten Produkten aufzubauen, die wir später unter gemeinsamer Marke auf Amazon anbieten können. Dahingehend macht es auch Sinn, bereits frühzeitig Überlegungen zu Produkten anzustellen, um die du deine Angebotspalette zukünftig erweitern kannst. 

Bevor es aber auf die Suche nach einem passenden Produkt geht, solltest du allerdings den folgenden Gedanken im Hinterkopf behalten: Bei dem hier beschriebenen Geschäftsmodell geht es nicht um das schnelle Geld mit klischeehaftem Billigschrott aus Asien, sondern um ein nachhaltiges Geschäftsmodell, in dem wir dem Kunden auch die bestmögliche Qualität garantieren wollen. Nur so kannst du dauerhaft gute Bewertungen, hohes Verkäufer-Feedback und wiederkehrende Kunden gewinnen. Als Unternehmer willst du schließlich langfristig erfolgreich sein und eine Marke etablieren, deshalb handle bei der Produktrecherche nach folgendem Prinzip: »Verkaufe nur die Qualität, die du auch selbst kaufen würdest!«

Das eigene Branding 

Bevor du die Kriterien für eine gute Produktgelegenheit kennenlernen wirst, erfährst du hier noch die Vorteile eines sogenannten Brand Mindsets. Eine eigene Marke ist für nachhaltigen Erfolg im E-Commerce ohne Zweifel die beste Wahl. Dabei kannst du das selbe Prinzip nutzen, das bereits seit Jahren von allen großen Supermärkten und Drogerien gebraucht wird. Denn Handelsketten wie Rewe oder dm haben längst das Prinzip Private Labeling verstanden. Hinter diesem Begriff verbirgt sich nichts anderes als das Vorgehen, ein Produkt direkt beim Hersteller zu beschaffen und mit einer Eigenmarke zu versehen, um damit den Mittelsmann zu umgehen. 

Mit dieser Methode konnten Supermärkte ihre Gewinnmargen maximieren und wirst auch du in der Lage sein, höhere Profite einzufahren – damit bist du der Konkurrenz aus Dropshippern und Wiederverkäufern einen entscheidenden Schritt voraus. Denn auf diese Weise behältst du nicht nur die Kontrolle über dein eigenes Produkt, sondern kannst einen echten Kundenstamm aus begeisterten Käufern aufbauen und dich langfristig sogar unabhängig von Amazon machen, wenn du das überhaupt möchtest. Zu den weiteren Vorteilen einer eigenen Marke gehören: Vertrauen, Individualität, Wiedererkennungswert, Schutz vor Nachahmern und die Möglichkeit von Querverkäufen auf Amazon. Vor allem um sich vor Trittbrettfahrern zu schützen, macht es durchaus Sinn, seine Produkte frühzeitig mithilfe des Brandings individueller zu gestalten und somit Stück für Stück aufzubauen.

Anforderungen an das potenzielle Produkt

Eines sei an dieser Stelle vorweggenommen: So etwas wie das eine perfekte Produkt gibt es nicht  (auch wenn wir damit dem Titel dieses Artikels widersprechen ;-)). Die Suche nach Perfektion mündet fast immer in einer Enttäuschung, denn wir Menschen tendieren dazu, immer ein Haar in der Suppe zu finden. Vielmehr gibt es jedoch eine Fülle an hervorragenden Produkten mit gewaltigem Potenzial, um damit den gewünschten Erfolg zu erzielen. 

Damit lässt sich auch im Jahr 2021 mit Amazon noch sehr viel Geld verdienen. Denn entgegen der Annahme, alle guten Nischen auf Amazon seien mittlerweile besetzt, gibt es immer noch einen Überfluss an Produktgelegenheiten, die nur darauf warten, erschlossen zu werden. Denn die Nachfrage auf Amazon ist Jahr für Jahr weiter am wachsen und die Umsätze steigen auch während der Krise immer weiter in die Höhe. Dieses Phänomen trifft gerade auf den deutschen Marktplatz zu (nach den USA mit Abstand der weltweit größte Markt für Amazon). Doch obwohl der Markt in Deutschland weiter am wachsen ist, nimmt die Zahl der Anbieter nicht in der gleichen Geschwindigkeit zu und kann mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt halten. Daraus ergibt sich zu jeder Zeit eine Marktlücke in einer beliebigen Nische, in die neue Händler problemlos einsteigen können. Die oben genannte Annahme könnte also nicht weiter von der Realität entfernt liegen. 

Um nun ein gutes Produkt mit Potenzial zu finden, gibt es jedoch ein paar Kriterien, an denen du dich orientieren kannst. Alle Punkte einzuhalten ist in Wirklichkeit oft schwer möglich, daher sollten die Kriterien eher als Orientierungshilfe gelten. Mit der Zeit wirst du ein Gespür dafür entwickeln, welche Produkte für das Private Labeling und deine Zwecke geeignet sind.

Die 5 Elemente für eine heiße Produktgelegenheit

Gute Produkte ….

      1. Sind klein und leicht: Vor allem zu Beginn ist das ein wichtiges Kriterium, um Kosten zu sparen, denn dadurch hältst du deine Versand- und Lagerkosten so gering wie möglich. Für den Anfang solltest du daher ein Produkt auswählen, welches unter einem Kilogramm, am besten noch unter 500 Gramm wiegt. Dazu kommt die Tatsache, dass große und schwere Waren oft höhere Verkaufspreise haben, was nicht immer von Vorteil sein muss, denn es verhindert die Wahrscheinlichkeit von Spontankäufen. Mit einem kleinen und leichten Produkt benötigst du also in der Regel weniger Kapital und verkaufst höhere Stückzahlen. Außerdem könntest du die Produkte, wenn nötig, sogar problemlos bei dir Zuhause zwischenlagern, ohne dass diese übermäßig viel Platz in Anspruch nehmen.
      2. Sind nicht zu teuer aber auch nicht zu billig: Der Artikel sollte grob einen Verkaufspreis zwischen 15 und 60 Euro haben. Liegt der Preis darunter, sind nach Abzug aller Faktoren die Margen meist zu klein und Gewinne müssen rein über die Masse erzielt werden. Ist der Artikel hingegen zu teuer, fallen im Einkauf teilweise hohe Kosten an, die erstmal wieder erwirtschaftet werden müssen. Aus psychologischer Sicht empfiehlt sich zudem ein Preis in der oben genannten Spanne, da sich die meisten Kunden hier noch im »Wohlfühlbereich« befinden und die Chance für Impulskäufe deutlich höher liegt. Allgemein raten wir dir Folgendes: Plane gar nicht erst, unter dem günstigsten Preis zu verkaufen, sondern positioniere dich am oberen Ende der Preisspanne in deiner Nische. Anstatt dich auf einen Tiefpreis einzulassen, lassen sich hier gute Margen erzielen und du hast deutlich weniger Konkurrenz. Voraussetzung ist natürlich, dass du ein Produkt hast, das diesen Preis auch rechtfertigt.
      3. Werden nachgefragt und verkaufen sich: Dein Produkt sollte in gleicher oder ähnlicher Form bereits auf Amazon zu finden sein und sich gut verkaufen. Dieser Punkt ist wichtig und wird dennoch von vielen Verkäufern sträflich missachtet. Wie gut sich ein Produkt verkauft, lässt sich anhand des Bestsellerrangs (BSR) ablesen. Der BSR beschreibt den Verkaufsrang eines Produkts in einer bestimmten Produktkategorie. Ist der BSR eines bestimmten Produkts sehr niedrig, weist das auf ein starkes Produkt mit vielen Verkäufern hin. Ist er dagegen sehr hoch, verkauft sich das Produkt in der jeweiligen Kategorie nur sehr selten. Orientiere dich dafür zunächst an Produkten mit einem Bestsellerrang von 250-3000 (in der Hauptkategorie). In dem du dich im mittleren Bereich befindest, kannst du sicherstellen ein echtes Nischenprodukt zu wählen, das sich bei relativ geringer Konkurrenz immer noch sehr gut verkauft. Diese Informationen über den BSR findest du am Ende einer Produktseite in den Produktinformationen (z. B. Amazon-Bestsellerrang: Nr. 184 in Küche, Haushalt, Wohnen).
      4. Sind simpel, aber dennoch speziell: Das favorisierte Produkt muss nischig genug sein, aber dennoch nicht zu exotisch. Das Produkt sollte selbsterklärend sein und aus möglichst wenig Einzelteilen bestehen – dadurch hältst du die Retourenquote gering und sparst dir Arbeit, die du an anderen Stellen in dein Business stecken kannst. Vermeide elektronische oder besonders erklärungsbedürftige Produkte, die z. B. eine Gebrauchsanweisung benötigen. Verzichte außerdem auf Produkte aus Glas, die bereits beim Versand kaputt gehen könnten, oder sonstige empfindliche Produkte. Außerdem würden wir dir dazu raten, ein Produkt zu wählen, das sich ganzjährig gut verkauft und nicht nur während einer bestimmten Saison von Kunden gesucht wird. Verzichte daher auf derartige saisonale Produkte wie z. B. Weihnachtsdeko etc.
      5. Haben Private Label-Potenzial: Aus diesem Grund sollte dein Produkt vor allem nicht im Schatten großer Marken stehen. Wer als Neueinsteiger mit einem Produkt versucht, gegen große und bekannte Marken anzukommen, wird sehr wahrscheinlich unglücklich. Es macht daher wenig Sinn, Produkte wie Fußballtrikots oder Sportschuhe zu verkaufen und in Konkurrenz mit den großen Playern zu treten.

 

Die Produktrecherche

Nachdem du dir nun einen Einblick in die Kriterien potenzieller Private Label-Produkte verschaffen konntest, kommen wir nun zum nächsten Schritt: Die Produktrecherche. Dein Ziel sollte es zunächst einmal sein, möglichst viele Ideen zu sammeln und anschließend für die Recherche zu verwenden. Dafür bieten sich dir verschiedene Möglichkeiten:

Offline: 

Entwickle einen alltäglichen Blick für potenzielle Produkte. Beobachte dich selbst und andere im Alltag und im Job. Welche Produkte nutzen deine Mitmenschen und erkennst du einen Trend, der sich hier abzeichnet? Welche Interessen oder Ziele verfolgen die Menschen und wie kann dein Produkt ihnen helfen, diese Wünsche zu erfüllen? Weitere gute Gelegenheiten neben dem aktiven Beobachten ergeben sich beim Einkaufsbummel durch die Stadt, in Supermärkten oder in Prospekten. Achte auch darauf, wie die Regale in den Supermärkten geordnet sind. Die Topseller befinden sich hier grundsätzlich immer in der Mitte des Regals und an Orten mit hoher Sichtbarkeit, z. B. kurz vor der Kasse. 

Online:

Eine weitere gute Gelegenheit, Anregungen für Produkte zu finden, ergibt sich beim Surfen auf diversen Internetseiten. Hier bieten sich soziale Netzwerke wie Pinterest an ebenso wie Seiten, die auf Trendsuche spezialisiert sind. Dazu gehören unter anderem Seiten wie Trendhunter.com oder Trendwatching.com. Über Newsletter solcher Seiten bekommst du regelmäßig neue Ideen direkt in dein Email-Postfach geliefert. 

Amazon: 

Um Produkte zu finden, die du auf Amazon verkaufen kannst, bietet es sich natürlich an, genau dort zu suchen. Es besteht die Möglichkeit, sich die Bestseller in den verschiedenen Hauptkategorien anzuschauen. Suche dafür einfach nach Amazon-Bestseller auf Google oder stöbere in den Hauptkategorien (Baby, Sport & Freizeit etc.) nach verschiedenen Produkten. Anschließend kannst du tiefer in die verschiedenen Unterkategorien eintauchen und deine Suche intensivieren. Achte dabei immer auf die Preise, Bestsellerränge und Bewertungen der Produkte, die dich interessieren. Zuletzt solltest du bei deiner Suche sicherstellen, dass immer einige Mitbewerber für dein favorisiertes Produkt existieren, um den Bedarf für das Produkt zu verifizieren. Teste dafür verschiedene Suchbegriffe, um das Produkt zu finden. Hast du schließlich mehrere Anbieter für ein Produkt gefunden, kannst du testen, wie stark die Ränge der ersten 3 Anbieter voneinander abfallen. So erhältst du ein Gespür dafür, wie viele Mitbewerber für das Produkt existieren und ob diese Nische noch Platz für einen weiteren Verkäufer bietet.

Software-Tools:

Zuletzt gibt es noch sehr hilfreiche Tools, die dich bei deiner Recherche unterstützen können. Mit diesen Tools kannst du verschiedene Verkaufskategorien durchsuchen und nach eigenen Kriterien filtern. Damit sparst du dir wiederum Zeit und viel manuelle Arbeit, was deine Suche um ein Vielfaches vereinfacht. Für die Produktsuche gibt es eine Vielzahl von Anbietern, wie Jungle Scout und Helium 10. 

Ausblick in die Zukunft

Wir hoffen, du konntest aus diesem Artikel mitnehmen, worum es beim Verkauf auf Amazon geht und warum das Konzept Amazon FBA mit Eigenmarke im Jahr 2021 das ideale Geschäftsmodell darstellt. Anstatt einer Reihe einzelner Produkte baust du dir so langfristig eine echt Brand mit Wiedererkennungswert auf, die Kunden lieben werden und freiwillig an ihre Freunde und Arbeitskollegen weiterempfehlen. Das bringt dir kostenloses Marketing und vereinfacht das Einführen neuer Produkte unter deiner Marke. 

Dabei soll an dieser Stelle noch gesagt sein: Es ist nicht entscheidend, ob du bereits Berührungspunkte mit deinem Produkt hattest, oder ob deine Leidenschaft in der jeweiligen Nische liegt. Obwohl es sehr positiv ist, wenn dein Interesse in der jeweiligen Nische liegt, ist die Leidenschaft hier erstmal zweitrangig. Die Passion für dein Produkt folgt meist erst später, wenn du große Mengen an Umsatz damit generierst. Im Grunde genommen ist der Verkauf auf Amazon ein kalkulierbares Geschäft mit profitablen Produkten und die simpelsten, teils banalen Produkte, sind oft diejenigen mit der höchsten Nachfrage. Daher empfehlen wir dir auch nicht, dich mit einer neuen Erfindung oder einer höchst innovativen Produktidee auf Amazon zu versuchen. Dafür ist es die falsche Plattform. Vielmehr sollte dein Fokus darauf liegen, ein solides Produkt zu finden, das deinen Ansprüchen genügt und die Kriterien erfüllt, damit du in deiner Nische erfolgreich wirst!

Jetzt kennst du die Kriterien für die bestmögliche Produktgelegenheit und weißt, worauf du bei der Recherche zu achten hast, damit du im Jahr 2021 auf deiner Reise als Amazon-Verkäufer durchstarten kannst. Damit wünschen wir dir viel Erfolg auf deinem Weg als Onlinehändler und freuen uns, wenn sich unsere Wege in Zukunft kreuzen werden!

 

Waldi Gi (links im Bild) und André Traoré (rechts im Bild)

Die Autoren:
Waldi Gi (links im Bild) und André Traoré (rechts im Bild) sind langjährige Amazon-Unternehmer und werden seit 2020 für ihren Fachbereich Amazon FBA und E-Commerce als Top-Experten beim ERFOLG Magazin geführt. Gemeinsam haben sie mit dem Projekt Freedom by AMZ ein persönliches Coaching-Programm gestartet, um Neuanfängern den Einstieg in das Onlinegeschäft durch Amazon FBA zu ermöglichen.

Bilder: Depositphotos / IgorVetushko, Waldi Gi

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