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Mark Hamill wird 75: Ein Leben als Luke Skywalker

Mit 25 wurde er zum Helden einer weit, weit entfernten Galaxis – fast 50 Jahre später ist Star Wars noch immer untrennbar mit seinem Namen verbunden

7 Min.

25.09.2026

Es gibt Schauspieler, die ein Leben lang auf die Rolle warten, mit der sie unsterblich werden. Mark Hamill bekam sie mit 25. Als »Star Wars« 1977 in die Kinos kam, wurde aus einem jungen amerikanischen Fernsehschauspieler Luke Skywalker – und aus Luke Skywalker eine der bekanntesten Figuren der Filmgeschichte. Heute wird Hamill 75 Jahre alt. Fast ein halbes Jahrhundert nach seinem ersten Flug durch eine weit, weit entfernte Galaxis hat er längst akzeptiert, was er zeitweise hinter sich lassen wollte: Diese eine Rolle wird für immer zu ihm gehören.

Bevor Luke kam, war Hamill ein Fernsehschauspieler

Geboren wurde Mark Richard Hamill am 25. September 1951 im kalifornischen Oakland. Sein Vater war Offizier der US Navy, weshalb die Familie häufig umzog. Nach der Schulzeit studierte Hamill Theater am Los Angeles City College und begann bereits früh, professionell zu spielen.

In den frühen Siebzigerjahren folgten Fernsehrollen, unter anderem in »General Hospital« und »The Texas Wheelers«. Sechs Jahre lang arbeitete er sich durch Serien, Fernsehfilme und Gastauftritte.

Dann kam George Lucas.

Für einen Science-Fiction-Film, von dem damals niemand wissen konnte, was er einmal auslösen würde, suchte Lucas einen jungen Schauspieler für die Rolle des Luke Skywalker.

Hamill bekam sie.

»Star Wars« wurde 1977 sein erster großer Kinofilm – und veränderte sein Leben.

Ein Bauernjunge wird zum Helden einer Generation

Luke Skywalker beginnt seine Geschichte als junger Mann auf dem Wüstenplaneten Tatooine. Er träumt davon, fortzugehen, wird in einen Krieg hineingezogen, lernt die Macht kennen und entwickelt sich vom ungeduldigen Jungen zum Jedi.

Hamill spielte diesen Weg in »Star Wars«, später umbenannt in »Eine neue Hoffnung«, anschließend in »Das Imperium schlägt zurück« von 1980 und »Die Rückkehr der Jedi-Ritter« von 1983.

Für Millionen Zuschauer wurde sein Gesicht damit zum Gesicht dieser Geschichte.

StarWars.com bezeichnet Hamill rückblickend als das »Herz« der ursprünglichen Trilogie. Tatsächlich lässt sich die ursprüngliche Saga kaum von seiner Figur trennen: Sie beginnt mit Lukes Sehnsucht nach einem anderen Leben und endet mit seinem Versuch, Darth Vader nicht zu vernichten, sondern in ihm noch einmal seinen Vater zu finden.

Der Erfolg war gewaltig.

Für den jungen Schauspieler brachte er allerdings ein Problem mit sich, das nur wenige Schauspieler überhaupt kennenlernen: Seine berühmteste Rolle war so groß geworden, dass sie alles andere überschattete.

Hamill wollte weg von Luke Skywalker

Nach der ersten Trilogie versuchte Hamill bewusst, andere Wege zu gehen.

Er stand am Broadway auf der Bühne, spielte John Merrick in »The Elephant Man« und Mozart in »Amadeus«. Es folgten weitere Theaterproduktionen wie »The Nerd« und »Harrigan ’n Hart«, für das er für einen Drama Desk Award nominiert wurde.

Auch im Kino übernahm er andere Rollen, unter anderem in Samuel Fullers Kriegsfilm »The Big Red One«.

Doch Luke blieb.

Hamill erzählte später selbst, wie sehr er zeitweise versuchte, diese Vergangenheit herunterzuspielen. In einer Broadway-Biografie listete er ausführlich seine Theaterarbeiten auf und erwähnte Star Wars lediglich indirekt als eine Reihe populärer Weltraumfilme.

Carrie Fisher, seine Prinzessin Leia, bemerkte das.

Sie machte ihm sinngemäß klar: Hör auf, dich dagegen zu wehren. Du bist Luke Skywalker, ich bin Prinzessin Leia – akzeptiere es.

Hamill sagte später, sie habe ihm damit geholfen, seine besondere Stellung in der Filmgeschichte anzunehmen.

Ausgerechnet als Bösewicht fand er eine zweite große Rolle

Ganz ohne eine zweite Karriere blieb Hamill allerdings nicht. Nur war sie für viele Zuschauer zunächst unsichtbar.

Ab 1992 lieh er dem Joker in »Batman: The Animated Series« seine Stimme. Ausgerechnet der Mann, der als einer der großen Filmhelden bekannt geworden war, entwickelte sich damit zu einer der bekanntesten Stimmen eines der berühmtesten Bösewichte der Comicgeschichte.

Hamill sprach den Joker über Jahrzehnte hinweg in Fernsehserien, Animationsfilmen und Videospielen. Für seine Arbeit in der »Batman: Arkham«-Reihe erhielt er einen BAFTA Award. DC zählt seine Interpretation bis heute zu den prägenden Darstellungen der Figur.

Daneben spielte er weiter in Filmen, Serien und auf der Bühne. Er hatte also durchaus eine Karriere jenseits von Star Wars. Nur eben keine zweite Rolle, die Luke Skywalker je aus dem öffentlichen Gedächtnis verdrängen konnte.

Nach mehr als 30 Jahren kehrte Luke zurück

Dann geschah etwas, womit lange kaum jemand gerechnet hatte.

Star Wars kam zurück.

Als Disney die Saga fortsetzte, kehrten auch Mark Hamill, Harrison Ford und Carrie Fisher zurück. Hamill erzählte später, er habe zunächst gezögert und sich erst stärker mit dem Gedanken angefreundet, als klar war, dass auch Ford und Fisher wieder dabei sein würden.

In »Das Erwachen der Macht« von 2015 tauchte Luke Skywalker erst in den letzten Momenten auf.

Zwei Jahre später stand Hamill in »Die letzten Jedi« wieder im Mittelpunkt.

Der junge Held von einst war inzwischen ein alter, desillusionierter Jedi geworden. Damit bekam Hamill die seltene Gelegenheit, dieselbe Figur in völlig unterschiedlichen Lebensphasen zu spielen – zunächst als jungen Mann und mehr als drei Jahrzehnte später als gealterten Lehrer, der mit seinem eigenen Scheitern ringt.

2019 war er auch in »Der Aufstieg Skywalkers« noch einmal dabei. Die Filmfigur war gemeinsam mit ihrem Schauspieler alt geworden.

Hollywood ehrte ihn spät – aber dafür als Luke

2017 ernannte Disney Hamill zur »Disney Legend«.

Ein Jahr später bekam er seinen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. George Lucas und Harrison Ford standen bei der Zeremonie neben ihm. Hamill bedankte sich ausdrücklich bei den Star-Wars-Fans, die ihn durch Höhen und Tiefen begleitet hätten.

Der junge Hamill hatte versucht, zu beweisen, dass er mehr konnte als Luke Skywalker. Der ältere Hamill musste niemandem mehr beweisen, dass er mehr war. Er konnte anerkennen, dass diese Figur etwas geschaffen hatte, das weit über eine gewöhnliche Filmrolle hinausging.

Eine Rolle für fast ein ganzes Leben

Heute spricht Hamill erstaunlich nüchtern über Star Wars.

Für ihn als Schauspieler sei diese Arbeit abgeschlossen, erklärte er 2025. Schauspieler beendeten einen Job und gingen zum nächsten. Für die Fans dagegen existiere die Geschichte weiterhin in der Gegenwart – und werde vermutlich nie wirklich enden.

Für Mark Hamill war Luke Skywalker ein Teil seines Berufslebens. Für Millionen Menschen wurde Luke Skywalker ein Teil ihrer Kindheit, Jugend oder Filmgeschichte.

Dazwischen liegen fast fünf Jahrzehnte.

Heute wird Mark Hamill 75 Jahre alt. Er hat am Broadway gespielt, Dutzenden Figuren seine Stimme gegeben, den Joker geprägt und bis heute weitergedreht.

Aber manchmal ist eine einzige Rolle groß genug für ein ganzes Leben. Und sobald irgendwo die ersten Töne der Star-Wars-Musik erklingen, wird aus Mark Hamill für einen Moment vermutlich immer wieder jener junge Mann, der einst in den Himmel über Tatooine blickte und davon träumte, hinaus in die Galaxis zu fliegen.

Stefanie S. Klief

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