Es fing alles im Jänner 2019 mit einem harmlosen Facebook-Posting an. Darin fragte ich, ob die bedingungslose Liebe vielleicht nicht doch an Bedingungen geknüpft ist.
Die Reaktion der Community auf dieses Posting war atemberaubend. So atemberaubend, dass ich mich entschloss, ein Buchprojekt, welches genau dieses Thema behandelt, in die Realität zu überführen.
Über 80 Personen meldeten sich spontan, um daran mitzuarbeiten. Davon blieben schlussendlich 45 übrig, die insgesamt 47 Texte zu dem Thema der bedingungslosen Liebe lieferten. Jeder Text so individuell, offen und ehrlich. Das Besondere: Hier kommen nicht nur ausschließlich Experten, wie Paartherapeuten, Pädagogen oder Psychologen zu Wort, sondern es ist ein bunter Mix an Menschen, die ihre Einschätzungen und Erfahrungen zu dem Thema teilen. Zum allergrößten Teil haben die Autoren noch nie an einem Buch mitgewirkt. Es entstanden wunderbare Geschichten, die Ihnen dabei helfen werden, den Liebesbegriff aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen. Der Schwerpunkt der Werke liegt sicherlich in der gelebten bzw. nicht gelebten Praxis der bedingungslosen Liebe zu einem anderen Menschen.
Es ist schwierig, die Texte von über 40 AutorInnen zum Thema Liebe auf einige übereinstimmende, aber auch divergierende Punkte hinunter zu brechen. Dennoch versuche ich dieses Wagnis.
Zuerst scheint es sehr spannend, dass jeder Mensch etwas anderes mit dem Liebesbegriff assoziiert. Für den einen Autor springt sofort die Liebe im Kontext der Partnerschaft ins Auge, für andere wiederum ist bedingungslose Liebe nur zwischen Eltern und ihren Kindern möglich. Manchen fällt die bedingungslose Liebe von Hunden in diesem Zusammenhang ein. Ein Teil der Autoren verneint, dass es so etwas wie bedingungslose Liebe überhaupt zwischen Menschen gibt oder geben kann.
Wir haben es im Kontext der Liebe und der Emotionalität also mit etwas zu tun, das sehr unterschiedlich aufgefasst wird. Bedingungslosigkeit kommt dann noch erschwerend hinzu. Denn einen Menschen wirklich bedingungslos anzunehmen, scheint eine große Herausforderung zu sein. Bedingungslosigkeit schließt, in extremo, alle Handlungen und Gefühle des Gegenübers ein.
Ein Faktor, auf welchen sich die meisten der über 40 AutorInnen einigen konnten, war derjenige, dass bedingungslose Liebe für jemand anderen nur funktionieren kann, wenn bedingungslose Liebe für sich selbst vorhanden ist. Nimmt man sich selbst nicht zu 100% an, dann dient der Partner nur der Kompensation dieser fehlenden Instanz, was auf lange Sicht etliche Probleme, wie Eifersucht, Misstrauen, etc. hervorbringt.
Die Reflexionsleistung der beteiligten AutorInnen ist außergewöhnlich, da etliche zu dem Schluss kamen, dass sie selbst noch nie bedingungslos geliebt wurden und sich diese Fähigkeit erst Schritt für Schritt und Stufe um Stufe selbst aneignen mussten. Es sind teilweise Texte dabei, die von schwierigen Kindheiten erzählen, in denen Gewalt an der Tagesordnung war, fernab von bedingungsloser Liebe, welche man den eigenen Kindern entgegenbringen kann. Dennoch gelang es einigen der AutorInnen, die Liebe zu sich selbst zu entdecken, unabhängig von den Bedingungen im Außen.
An dieser Stelle ist festzuhalten, dass es kein Anleitungsbuch ist, wie Sie die bedingungslose Liebe in Ihr Leben integrieren. Es sind jedoch über 40 Impulse zu finden, welche Sie zum Nachdenken bringen werden und den eigenen Liebesbegriff aus völlig neuen Perspektiven betrachten lassen. Es wurde bewusst nicht so verfasst, dass der Leser/die Leserin von etwas überzeugt werden sollte. Deshalb wurden auch unterschiedlichste Perspektiven und Nuancen zugelassen, um einen möglichst realen Blick auf dieses Phänomen der bedingungslosen Liebe – sofern es sie denn gibt – zu ermöglichen. Aus dem Leben für das Leben geschrieben.
Die gesamten Einnahmen gehen auf das Konto des Vereines: „Fight Cancer Österreich, Verein zur Hilfeleistung für Menschen mit Krebserkrankungen“ (ZVR 1797754834).
Michael Jagersbacher
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