Mir ist wichtig, die Kontakte in den arabischen Raum zu pflegen. Dort muss es eine bessere Zukunftsperspektive für die Menschen geben, um Flüchtlingsströme zu reduzieren. Deutschland muss seine neuen Aufgaben in der Weltinnenpolitik erkennen, und mir macht es Spaß, für Deutschland als Investitionsstandort zu werben. Und die Arbeit an der Entwicklung einer funktionierenden Integration – vor allem auch mit Jugendlichen – ist mir wichtig und macht viel Freude.
Selbst meine Mailboxnachricht war sachlich und ruhig gesprochen. Die Hintergründe der Aktivitäten gegen mich sind kompliziert. Ich habe ein umfassendes Buch, Leben „Ganz oben ganz unten“, geschrieben, um den Dingen auf den Grund zu gehen. Nun kann sich jede und jeder ein eigenes Urteil bilden unter Einbeziehung der Schilderungen aus meiner ganz persönlichen Sicht, als Betroffener und als Akteur.
Ich würde es immer wieder genau so machen. Das Buch ist bis heute eines der erfolgreichsten Sachbücher. Mir ging es darum, allen Aspekten mit Distanz und Sachlichkeit auf den Grund zu gehen. Ich bin froh, den Prozess durchgestanden zu haben und mich nicht auf eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen eingelassen zu haben. Es ist wichtig für unsere Gesellschaft, dass sich der Betroffene genauso an der Debatte beteiligt, wie all diejenigen, die sich an der Sache abgearbeitet und in Szene gesetzt haben. Es gibt inzwischen eine durchaus selbstkritische Debatte in den Medien, es gibt Ermittlungen in der Justiz, und es gibt durchaus manchen in der Politik, der langsam auch das damalige Schweigen der Politik als große Schwäche und Versäumnis erkennt. Für mich war das Buch Abschluss, für manche ist es Auftakt tieferen Nachdenkens über den Umgang in unserem Land.
Unsere Überzeugung von Sparsamkeit und Stabilität ist nicht populär, muss aber wirksam vertreten werden. Wir müssen kulturelle Vielfalt als Erfolgsmodell vorleben, die transatlantischen Beziehungen verbessern, sowie im europäischen Verbund klare Haltungen gegenüber Afrika, Russland und China an den Tag legen sowie aktivere Beiträge für Nachhaltigkeit leisten. Gefahren drohen…
Bild: Laurence Chaperon