Amazon-CEO absolviert Kurztrip ins All

Jeff Bezos fliegt ins Weltall

»Schon seit ich fünf Jahre alt war, träume ich von einer Reise in den Weltraum«, schrieb der noch amtierende Amazon-Chef und Gründer der Handelsplattform Jeff Bezos letzten Montag auf seinem Instagram-Profil. Am 20. Juli wird er »das größte Abenteuer« mit seinem Bruder Mark antreten.

Mit genug Geld ins Weltall

Das ebenfalls von Bezos im Jahr 2000 gegründete Raumfahrtunternehmen Blue Origin hat einen weiteren Sitzplatz an den Höchstbietenden versteigert. Nach der Bekanntgabe über die Teilnahme des aktuell noch amtierenden CEO stieg das Gebot für den verbleibenden Sitzplatz auf 3,5 Millionen Dollar und am Donnerstag nochmals auf 4,5 Millionen Dollar. Bei einer Live-Versteigerung am Samstag ergab sich ein Endpreis von 28 Millionen Dollar. Die Identität des Höchstbietenden wurde nicht bekanntgegeben. Bereits am Montag, dem 7. Juni teilte Blue Origin mit, dass etwa 6000 Personen aus 143 Ländern an der Auktion um den Kurztrip ins All teilgenommen hätten. Neben Bezos und seinem Bruder werden außerdem drei Blue-Origin-Mitarbeiter an Board sein.

Der Weg in die Schwerelosigkeit

New Shepard ist der Name der Rakete, welche von der Raumkapsel RSS First Step getragen sechs Personen in ungefähr 100 Kilometern Höhe in den Weltraum und damit für etwa elf Minuten in den Zustand der Schwerelosigkeit befördern wird. Von Fallschirmen getragen soll die Raumkapsel dann wieder in der Nähe des Startplatzes in Texas zu Boden gleiten. Bereits 2018 wollte Blue Origin Touristen ins Weltall befördern, doch es gab Verzögerungen. Die 15 bisher unternommenen Testflüge wurden mit Puppen durchgeführt und wiesen keinerlei Komplikationen auf. Nach dem ersten bemannten Flug im Juli sind zukünftig weitere Flüge geplant, deren Kosten sich Schätzungen zufolge auf einige hunderttausend Dollar belaufen.

Die Zukunft des Weltraumtourismus

Auswirkungen auf den Kurs der Amazon-Aktien hatte die Bekanntgabe von dem Trip ins All des 57-jährigen Bezos nicht. Bereits im Februar kündigte er an, sich mehr auf seine Stiftungen, sein Raumflugunternehmen Blue Origin und andere Themen konzentrieren zu wollen. Sein Nachfolger wird Andy Jassen, der momentan die Leitung über die rentablen Cloud-Geschäfte der Amazon Web Services (AWS) innehat. Auch geht die letztendlich aus der Auktion hervorgehende Summe an den von Blue Origin gestifteten Club for Future, der junge Menschen für Karrieren in MINT-Fächern wie Mathematik, Informatik, Technik und weitere naturwissenschaftliche Disziplinen begeistern will – mit dem Ziel, die Erforschung des Weltalls weiter voranzutreiben. Kurzaufenthalte auf der Internationalen Raumstation (ISS) gab es bereits für Menschen, die das für den Flug erforderliche Kapital erübrigen konnten. Bezos’ Flug gilt jedoch als Auftakt zu einem möglicherweise regelmäßig stattfindenden, kommerziellen Weltraumtourismus.

Autorin: Katrin Beißner

Bild: Blue Origin

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