Karriere nach dem Spitzensport: Ein Job muss her

Wie geht es weiter, wenn das Trikot im Schrank verstaut ist? Die Stoppuhr nur noch zum Eierkochen gebraucht wird? Niemand mehr ein Autogramm will?

Viele Leistungssportler leben ihren Traum, reisen durch die Welt, erklimmen ein Siegestreppchen nach dem anderen. Doch der letzte Wettkampf kommt schneller als gedacht. Spätestens mit Mitte 30 ist es für die meisten vorbei. Oft reicht das Geld nicht weit übers Karriereende hinaus. Dann heißt es: ein regulärer Job muss her.

 

Schweini: Souverän in die zweite Karriere gestartet

Bastian Schweinsteiger hat keine Probleme mit der Karriere nach der Karriere. Beim WM-Finale 2014 in Brasilien gegen Argentinien war er ganz oben angekommen. Er glänzte als einer der herausragenden Spieler und verhalf der Deutschen Elf wesentlich zum Sieg. Bei seinem Rücktritt 2016 war Bastian Schweinsteiger einer der beliebtesten und wichtigsten Fußballer der deutschen Nationalmannschaft.

Es hätte auch anders kommen können. Nicht viele ehemalige Spitzensportler sind nach der Profikarriere so gefragt.

 

Fakt ist: Es gibt ein Leben nach dem Leistungssport…

…und das kommt allzu oft überraschend. Viele Athleten haben Probleme beim Sprung in dieses neue Leben. Eine zweite Karriere? Die gelingt nur selten. Die wenigsten von ihnen finden nach dem Sport gute Jobs in der Wirtschaft.

 

Vom Sportler zum Kommentator – muss das sein?

Viele bleiben im Sport-Business, sie werden Trainer, Kommentator, oder Funktionär. Ist ja auch am einfachsten, denn mit ihrer Sportart kennen sie sich aus. Warum also nicht bei dem bleiben, was man kann? Beispiele hierfür gibt es genug: Der Handballer Dominik Klein, der mit dem THW Kiel viele Titel und Siege einheimste, ist heute regelmäßig als ARD-Experte bei Handball-Meisterschaften im Einsatz.

 

Mit dem eigenen Lebensweg inspirieren

Andere ehemalige Spitzensportler verdienen ihr Geld heute, indem sie Vorträge zu Themen wie Motivation, Erfolg und Teambuilding halten. Zum Beispiel Zehnkämpfer Frank Busemann: Er tritt bei Leichtathletik-Events als Fernsehexperte auf und begeistert als Speaker auf großen Bühnen.

Einen ähnlichen Weg geht Julius Brink, ehemaliger Beachvolleyball Olympiasieger, der heute viele Menschen mit seinen charismatischen Vorträgen über Niederlagen und Teamstärke sowie deren Einfluss auf Ihren Unternehmenserfolg begeistert.

 

Man kann im Job nicht dauernd gewinnen

Doch wie soll man den zweiten Karriereabschnitt gestalten, wenn man seit der Kindheit in den Kategorien „Sieg“ oder „Niederlage“ denkt? Im normalen Arbeitsalltag kann man nicht ständig gewinnen. Viele Unternehmen sehen Bewerbungen von ehemaligen Spitzensportlern daher skeptisch entgegen. Die Angst: Ist Kollege Sportler zu ehrgeizig, könnte er den eigenen Leistungsanspruch auf Mitarbeiter und Kollegen übertragen und dadurch Druck aufbauen.

Dass Sportler so selten gute Jobs finden, hat aber auch noch einen anderen Grund: Im Bewerbungsprozess sind sie oft benachteiligt. Leistungssportler haben sich ausschließlich auf die sportliche Karriere konzentriert. Sie können keine 3 Praktika in Top-Firmen und zwei Auslandssemester vorweisen.

 

Studie: Ehemalige Sportler sind ehrgeizige Mitarbeiter

Die Wirtschaft nutzt ihre Möglichkeiten nur noch viel zu wenig, fand die Studie des “Institute for Sports, Business & Society” (ISBS) an der EBS-Universität für Wirtschaft und Recht heraus. Unter dem Titel „Kollege Spitzensportler. Chancen für Wirtschaft und Athleten” befragte das Team mehr als 1.000 Athleten, sowie 25 Personalexperten verschiedener Firmen.

Es spricht vieles dafür ehemalige Leistungssportler einzustellen: Sie sind diszipliniert, ehrgeizig und bringen eine hohe Leitungsfähigkeit mit. Und sie sind bereit, aus Rückschlägen zu lernen und weiter an sich zu arbeiten. Der Spitzensport als Talente-Pool hat also ein enormes Wachstumspotenzial.

 

Früh an später denken – mit dem Coach an der Seite

Das Wichtigste ist als Sportler schon während der aktiven Sportlerkarriere an die Zeit danach zu denken. Sie sollten früh damit anfangen, eine Idee oder ein Geschäftsmodell zu entwickeln, wie sie ihre Fähigkeiten später einbringen können. Ein Plan B muss her! Den auszuarbeiten geht am besten zusammen mit einem Coach.

 

 

Der Autor Andreas Klement ist Top Experte beim Erfolg Magazin für Leadership

Bild: Depositphotos.com/Mauvries, HolgerBulk

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