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Welche Fehler in der Preisverhandlung ein hohes Risiko sind und immer wieder gemacht werden

Ein Beitrag von Ulrike Knauer 

 

Preisverhandlungen gehören zu den sensibelsten Momenten im Vertrieb. Hier entscheidet sich nicht nur, ob ein Auftrag zustande kommt, sondern vor allem zu welchen Bedingungen.

Dennoch zeigt die Praxis, dass viele Verkäufer unvorbereitet oder mit falschen Annahmen in diese Gespräche gehen. Die Folge sind unnötige Preisnachlässe, geschwächte Verhandlungspositionen und langfristig sinkende Margen.

Ein zentrales Problem ist dabei nicht mangelnde Kompetenz, sondern wiederkehrende Verhaltensmuster, die sich negativ auf das Ergebnis auswirken.

Frühe Preiszugeständnisse setzen falsche Signale. Ein häufiger Fehler besteht darin, bereits zu Beginn der Verhandlung Preisnachlässe anzubieten. Oft geschieht dies aus dem Wunsch heraus, den Auftrag schnell zu sichern. Doch genau hier entsteht ein langfristiges Problem. Ein früher Rabatt signalisiert dem Verhandlungspartner, dass Spielraum vorhanden ist. Gleichzeitig wird eine Erwartungshaltung aufgebaut, die sich in zukünftigen Gesprächen fortsetzt. Eine spätere Preiserhöhung lässt sich in der Regel kaum durchsetzen, da der initiale Preis als Referenz im Kopf verankert bleibt.

Rabatte wirken stärker auf den Gewinn als auf den Umsatz. Viele Unternehmen unterschätzen die wirtschaftlichen Auswirkungen von Preisnachlässen. Ein Rabatt reduziert nicht nur den Verkaufspreis, sondern wirkt sich direkt auf die Marge aus. Bereits geringe Nachlässe können dazu führen, dass deutlich mehr Umsatz erforderlich ist, um den gleichen Gewinn zu erzielen. In wettbewerbsintensiven Märkten kann dies schnell zu einer Abwärtsspirale führen.

Zu große Nähe zum Einkäufer schwächt die Position. Eine vertrauensvolle Beziehung zum Einkäufer ist zweifellos wichtig. Problematisch wird es jedoch, wenn diese Beziehung zu einer emotionalen Nähe führt, die die eigene Verhandlungsstärke beeinträchtigt. Einkäufer verfolgen klare wirtschaftliche Ziele und setzen gezielt Verhandlungstechniken ein, um bessere Konditionen zu erzielen. Wer diese Rolle unterschätzt, verliert schnell die notwendige Distanz.

Zu viele Informationen erhöhen die Vergleichbarkeit. Ein weiterer Fehler besteht darin, Angebote zu detailliert offenzulegen. Wenn sämtliche Leistungsbestandteile transparent dargestellt werden, entsteht eine hohe Vergleichbarkeit. Der Fokus verschiebt sich dann häufig ausschließlich auf den Preis. Strategisch sinnvoller ist es, den Mehrwert der Lösung in den Vordergrund zu stellen, anstatt sich in Einzelpositionen vergleichen zu lassen.

Der Versuch zu überzeugen führt oft zu Widerstand. Viele Verkäufer versuchen, den Einkäufer mit Argumenten zu überzeugen oder sogar zu korrigieren. Aussagen, die belehrend wirken, führen häufig zu einer Gegenreaktion. Der Verhandlungspartner verteidigt seine Position und die Gesprächsdynamik verschlechtert sich. Erfolgreiche Verhandler setzen stattdessen auf Fragen und echtes Verständnis.

Ein besonders unterschätzter Fehler liegt in der Reihenfolge der Verhandlungen. Viele Unternehmen beginnen mit ihrem Favoriten. Doch genau hier fehlen wichtige Erfahrungswerte. Wer zuerst mit dem bevorzugten Partner verhandelt, nutzt diese Phase oft unbewusst als Testlauf. Erfahrene Verhandler gehen strategischer vor und starten mit weniger kritischen Gesprächen, um ihre Argumentation zu schärfen.

Auch der Umgang mit Stille spielt eine entscheidende Rolle. Viele Verkäufer empfinden Schweigen als unangenehm und versuchen, Gesprächspausen sofort zu füllen. Dabei ist gerade die Stille ein wirkungsvolles Instrument. Wer nach einem Angebot bewusst ruhig bleibt, erhöht den Druck auf die Gegenseite. Häufig reagiert der Verhandlungspartner und macht Zugeständnisse oder gibt zusätzliche Informationen preis.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die sogenannte letzte Instanz. In vielen Verhandlungen wird diese Möglichkeit nicht genutzt. Dabei kann es strategisch sinnvoll sein, Entscheidungen bewusst zu verzögern oder auf eine höhere Ebene zu verlagern. Wer jederzeit sofort reagieren kann, wirkt weniger gefestigt als jemand, der klare Entscheidungsgrenzen hat.

Die Rolle der Fachabteilung wird ebenfalls häufig unterschätzt. In vielen Unternehmen wird angenommen, dass der Einkauf die finale Entscheidung trifft. Tatsächlich hat die Fachabteilung oft erheblichen Einfluss. Wenn diese von einer Lösung überzeugt ist, verliert der Preis an Bedeutung. In solchen Fällen wird der Nutzen zum entscheidenden Faktor.

Fazit. Preisverhandlungen sind kein spontaner Prozess, sondern erfordern klare Strategie und Vorbereitung. Unternehmen, die typische Fehler vermeiden, stärken ihre Verhandlungsposition nachhaltig. Sie sichern nicht nur Aufträge, sondern auch ihre Marge. Der entscheidende Unterschied liegt darin, ob Verhandlungen reaktiv geführt werden oder bewusst gesteuert.

Die Autorin: 

Seit mehr als 30 Jahren ist Ulrike Knauer als Expertin für den Bereich »internationaler Marktaufbau und Vertrieb« gefragt. Ihr Fokus liegt auf der Vertriebspsychologie; sie weiß, dass Verkauf – ganz gleich, ob analog oder digital – vor allem bedeutet, Vertrauen und Kompetenz aufzubauen.

Information der Autorin: Dieser Beitrag wurde zum Teil mit KI produziert und überarbeitet

Beitragsbild: Peter Schützenhofer, Depositphotos / pressmaster

Quelle: Pressemitteilung