Erfolg entsteht selten zufällig. Hinter außergewöhnlichen Karrieren, wachsenden Unternehmen und unternehmerischen Durchbrüchen stehen oft klare Strukturen, bewusste Entscheidungen und wiederkehrende Routinen. Genau diesen Gewohnheiten widmet sich unsere neue Serie »Erfolgsroutinen«.
Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer geben einen Einblick in ihre persönlichen Erfolgsroutinen – von ihrem Start in den Tag über produktive Arbeitsweisen bis hin zu mentalen Strategien, die sie im Alltag begleiten. Wir wollen wissen: Was funktioniert wirklich im unternehmerischen Alltag – und warum?
Im folgenden Interview teilt Gerald Hörhan, Investmentbanker und Immobilieninvestor, seine Erfahrungen und Routinen, die ihn auf seinem Weg begleiten.
Was passiert in Ihren ersten 10 Minuten des Tages?
Ich habe eigentlich relativ wenige feste Routinen. Was ich morgens aber immer mache: Ich esse eine Banane, trinke einen Kaffee und achte darauf, viel Wasser zu trinken. Danach starte ich meist direkt in den Arbeitstag. Dann schaue ich mir die Börsen- und Kryptokurse an, prüfe die Bankkonten, lese E-Mails und WhatsApp-Nachrichten, führe die ersten Telefonate oder gebe bereits erste Orders auf. Das alles erledige ich noch von zu Hause aus, bevor ich ins Büro fahre.
Welche Routine würden Sie niemandem empfehlen – obwohl sie für Sie funktioniert?
Also ich bin in der Früh meistens sehr schnell im Arbeitsmodus. Da werden gleich die Börsenkurse gecheckt, die Bankkonten angesehen, Orders gegeben und die ersten Themen erledigt. Das ist wahrscheinlich nicht für jeden geeignet. Manche Menschen brauchen einfach etwas länger, um in den Tag zu starten.
Bei mir geht das ziemlich flott. Das hat aber auch einen Grund: Ich bin eher ein Spätaufsteher. Entweder wird die Arbeit schon am Vorabend erledigt oder eben erst dann, wenn ich aufwache. Es gibt Menschen, die sind Frühaufsteher und haben einen ganz anderen Tagesrhythmus. Bei mir ist das nicht so.
Ich bin einfach kein Morgenmensch, und daran wird sich vermutlich auch nichts mehr ändern. Und zum Glück bin ich mittlerweile in der Situation, dass ich mir erlauben kann, aufzustehen, wann ich möchte.
Was lenkt Sie am meisten ab – ehrlich?
Womit ich mich aktuell am meisten ablenken lasse, ist paradoxerweise ein Thema, das uns gleichzeitig enorm weiterhilft: KI. Einerseits eröffnet sie unglaublich viele Möglichkeiten. Wir nutzen KI intensiv, etwa für den Aufbau neuer Geschäftsmodelle. So entwickeln wir aktuell eine digitale Hausverwaltungssoftware mit KI, haben bereits ein Immobilienbewertungstool umgesetzt und modernisieren unsere Academy mit digitalen Avataren und so weiter. Darüber hinaus setzen wir KI ein, um Prozesse im Unternehmen zu verbessern, zu vereinfachen und Kosten zu reduzieren. Bei Recherche, Analysen und viele weitere Aufgaben hilft sie uns sehr.
Auf der anderen Seite kann man sich auch sehr stark verzetteln und das kostet dann viel Zeit. Den richtigen Mix zu finden, ist daher gar nicht so einfach – das habe ich selbst schon erlebt. Deshalb ist es wichtig, sich vorab klar zu definieren, welches Ziel man verfolgt: Will man mehr Umsatz und neues Geschäft generieren oder Kosten und Aufwand reduzieren? In diesen Bereichen kann KI einen enormen Mehrwert liefern – als Assistent oder Berater. Gleichzeitig muss man aufpassen, sich nicht in endlosen Gesprächen und Experimenten zu verlieren und am Ende festzustellen, dass mehrere Stunden vergangen sind, ohne dass ein konkretes Ergebnis entstanden ist.
Was würden Sie sofort streichen, wenn Sie neu anfangen müssten?
Schwer zu sagen, aber wenn ich rückblickend etwas anders machen würde, dann wäre es wahrscheinlich, dass ich eine etwas höhere Risikotoleranz hätte. Also eine Spur mehr Risiko – so wie man sagt: eine Prise mehr Salz oder Pfeffer.
Beim Thema Risiko gibt es ja überwiegend zwei Typen von Menschen. Die einen trauen sich gar nichts. Die stehen ständig am Sprungbrett und überlegen: »Springen oder nicht springen?«, und am Ende springen sie nie. Sie kaufen keine Wohnung, investieren nicht in neue Themen, beschäftigen sich nicht mit KI und setzen keine Ideen um. So wird man in der Regel auch kein großes Geschäft aufbauen.
Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die einfach blind hineinspringen. Die prüfen nichts, denken nicht lange nach und legen einfach los. Von denen gehen viele früher oder später pleite. Eine Spur mehr Risiko zu nehmen, ohne dabei kopflos zu werden – das wäre wahrscheinlich etwas, das ich rückblickend anders machen würde. Dann wäre ich heute vermutlich noch ein Stück reicher.

Gerald Hörhan ist Investmentbanker, Immobilieninvestor und Bestseller-Autor.
Beitragsbild: Investmentpunk Academy GmbH










