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Spitzensport wird zur Milliarden-Liga – Ronaldo teuerster Sportler der Welt

Die Gehaltsspirale im internationalen Spitzensport dreht sich weiter. Laut dem aktuellen Forbes-Ranking der bestbezahlten Sportler der Welt haben 2026 erneut alle 10 Athleten an der Spitze die Marke von 100 Millionen US-Dollar überschritten. Zusammen kommen sie auf geschätzte Einnahmen von 1,414 Milliarden US-Dollar.

Angeführt wird die Liste erneut von Cristiano Ronaldo. Der portugiesische Fußballstar kommt laut Forbes auf 300 Millionen US-Dollar in den vergangenen 12 Monaten. Davon entfallen 235 Millionen US-Dollar auf sportliche Einnahmen, 65 Millionen US-Dollar auf Sponsoring und geschäftliche Aktivitäten. Ronaldo spielt seit 2023 für den saudischen Klub Al-Nassr und profitiert damit weiter von den enormen Investitionen Saudi-Arabiens in den internationalen Sport.

Fußball bleibt ein globaler Geldmotor

Neben Ronaldo gehören auch Lionel Messi und Karim Benzema zu den bestbezahlten Sportlern der Welt. Messi liegt mit 140 Millionen US-Dollar auf Platz 3, Benzema mit 104 Millionen US-Dollar auf Platz 8. Damit bleibt Fußball im Ranking stark vertreten, allerdings nicht mehr allein durch europäische Spitzenklubs. Saudi-Arabien und die USA spielen bei den Einnahmen der größten Fußballstars inzwischen eine zentrale Rolle.

Messi verdient bei Inter Miami nicht nur über sein Gehalt, sondern auch über kommerzielle Vereinbarungen und Sponsoring. Benzema profitiert weiterhin von den hohen Summen in der Saudi Pro League. Das Ranking zeigt damit auch, wie sehr sich die wirtschaftlichen Machtzentren im Fußball verschoben haben.

Sportler werden zu Markenunternehmen

Auffällig ist, dass die Topverdiener längst nicht mehr nur von Gehältern, Preisgeldern oder Prämien leben. Sponsorenverträge, Beteiligungen, eigene Marken, Medienprojekte und Investments machen einen immer größeren Teil der Einnahmen aus. Besonders deutlich wird das bei Shohei Ohtani: Der Baseballstar kommt laut Forbes auf 127,6 Millionen US-Dollar, davon 125 Millionen US-Dollar aus Sponsoring und geschäftlichen Aktivitäten.

Auch LeBron James, Stephen Curry, Kevin Durant und Lewis Hamilton zeigen, wie stark Sportkarrieren heute mit Unternehmertum verbunden sind. Sie verdienen nicht nur als Athleten, sondern auch als Investoren, Produzenten, Markenbotschafter und Medienfiguren.

Saudi-Arabien und USA prägen das Ranking

Die Liste macht außerdem deutlich, wo im Weltsport derzeit besonders viel Geld bewegt wird. Viele der Topverdiener sind in den USA oder Saudi-Arabien aktiv. Während die USA seit Jahrzehnten für hochkommerzialisierte Sportligen wie NBA, MLB und NFL stehen, hat Saudi-Arabien in den vergangenen Jahren massiv in Fußball, Golf, Boxen und andere Sportarten investiert.

Diese Entwicklung verändert die Einkommensstruktur im Spitzensport. Wer heute an der Spitze verdient, profitiert oft von einer Mischung aus sportlicher Strahlkraft, globaler Reichweite, Plattformmacht und geopolitisch aufgeladenen Investitionen.

Keine deutschen Sportler unter den Top 50

Auffällig ist zudem, wer im Ranking fehlt. Deutsche Sportler schaffen es laut dem Bericht nicht unter die 50 bestbezahlten Athleten weltweit. Auch Sportlerinnen sind in den Top 50 nicht vertreten. Das zeigt, dass die globale Einkommensspitze im Sport weiterhin stark männlich dominiert ist und sich auf wenige besonders kommerzialisierte Märkte konzentriert.

Das Forbes-Ranking ist damit mehr als eine Liste sportlicher Spitzenverdiener. Es zeigt, wie sehr moderner Spitzensport inzwischen zur globalen Unterhaltungs-, Marken- und Investmentindustrie geworden ist. Sportlicher Erfolg bleibt wichtig. Die wirklich großen Summen entstehen jedoch dort, wo Leistung, Reichweite und Vermarktung zu einem eigenen Geschäftsmodell werden.

 

Bildbeitrag: IMAGO / Marca