Erfolg entsteht selten zufällig. Hinter außergewöhnlichen Karrieren, wachsenden Unternehmen und unternehmerischen Durchbrüchen stehen oft klare Strukturen, bewusste Entscheidungen und wiederkehrende Routinen. Genau diesen Gewohnheiten widmet sich unsere neue Serie »Erfolgsroutinen«.
Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer geben einen Einblick in ihre persönlichen Erfolgsroutinen – von ihrem Start in den Tag über produktive Arbeitsweisen bis hin zu mentalen Strategien, die sie im Alltag begleiten. Wir wollen wissen: Was funktioniert wirklich im unternehmerischen Alltag – und warum?
Im folgenden Interview teilt Lea Ernst, Unternehmerin und Business-Coach, ihre Erfahrungen und Routinen, die sie auf ihrem Weg begleiten.
Was ist Ihre ungesündeste Angewohnheit?
Eine meiner ungesündesten Angewohnheiten ist definitiv das Snoozen am Morgen. Fuck five AM Club. Wie oft ich schon versucht habe, früh aufzustehen, das ein paar Tage durchgezogen habe und dann kläglich gescheitert bin, nur um mich den Rest des Tages komplett durchzuschleppen.
Außerdem bin ich der Meinung, dass Männer und Frauen einfach unterschiedlich ticken und auch Erfolgsprinzipien anders umsetzen dürfen. Aus meiner Sicht ist es für Frauen nicht unbedingt gesund, jeden Morgen auf Biegen und Brechen wie ein Roboter um fünf Uhr aufzustehen. Viel wichtiger ist doch die Frage: Welche Routinen sind mir wirklich dienlich?
Bei mir bedeutet das zum Beispiel, genug Schlaf einzuplanen. Wobei ich ehrlich bin: Ich würde auch gern zu der Fraktion gehören, die mit fünf oder sechs Stunden Schlaf am Tag auskommt. Ist bei mir leider nicht so.
Was ich allerdings definitiv eliminieren darf, ist dieses morgendliche Snoozen. Weil man nach dem Gesnooze schon ein bisschen verklatscht ist.
Was passiert in Ihren ersten 10 Minuten des Tages?
Kein Journaling, keine Ziele Visualisieren, sondern ein tief pechschwarzer Kaffee, der nach dem morgendlichen Snoozen erst mal die Triebwerke zum Laufen bringt. Das ist tatsächlich das Erste, was ich morgens mache. I know, not good.
Welche Gewohnheit haben Sie von einer sehr erfolgreichen Person übernommen und warum?
Eine Routine, die ich von einer erfolgreichen Person übernommen habe, stammt von Keith Cunningham. Er ist ein erfolgreicher Unternehmer in den USA und unter anderem auch Co-Trainer des bekannten Tony Robbins. Von ihm habe ich besonders gelernt: You have to know your numbers.
Was ich im Business als Erstes am Tag tue, ist, in die Zahlen zu schauen und mir das Unternehmen anzusehen. Dabei geht es nicht darum, wie ich es im BWL-Studium gelernt habe, mit unzähligen Kennzahlen jeden Winkel des Unternehmens zu analysieren, sondern vielmehr darum, sich die Kernkennzahlen zu nehmen und zu fragen: Was steht heute an? Wo ist gerade der größte Engpass, an dem ich arbeiten darf?
Ein Unternehmen besteht im Kern immer aus drei Grundsystemen: Erstens die Kundenanziehung, also das Marketing. Zweitens die Kundenconversion, also der Prozess, in dem Interessenten zu Kunden werden. Und drittens die Produktlieferung.
Jedes dieser Systeme hat seine eigenen Kernkennzahlen und zeigt letztlich, wohin der aktuelle Fokus fließen sollte. Daraus leite ich dann meine To-dos ab – sowohl für mich als auch für das Classy-Confidence-Team.
Was tun Sie jeden Tag, auch wenn Sie keine Lust haben?
Was ich jeden Tag tue, auch wenn ich keine Lust darauf habe, ist genau die Dinge umzusetzen, die es gerade wirklich braucht. Im Business geht es nämlich darum, die richtigen Dinge in der richtigen Reihenfolge zu tun und vor allem auch den ganzen Kleinscheiß wegzudrücken.
Viele kleine To-dos mache ich deshalb am besten erst am Ende des Tages. Und ich muss mich da wirklich jeden Tag selbst dazu pushen, zuerst die wichtigste Sache des Tages anzugehen. Weil wenn wir ehrlich sind: Es ist immer viel los, und sonst kommen wir gar nicht erst dazu, diese eine wirklich entscheidende Aufgabe konzentriert umzusetzen.

Lea Ernst ist Gründerin der Plattform »Classy Confidence«, die Frauen beim Aufbau und der Skalierung ihres eigenen Unternehmens unterstützt.










