Der Entschluss hat mit meinem Weg und meiner Story zu tun.
Ich habe mir 2013 den Kiefer gebrochen. Beim Röntgen des Bruches ist eine Zyste im rechten Oberkiefer entdeckt und daraufhin entfernt worden. Beim zweiten Kontrolltermin wurde jedoch festgestellt, dass sie nachgewachsen ist. Die Ärzte haben daraufhin bei der zweiten Operation sehr viel Gewebe entfernt. So viel, dass das dabei entstandene Loch nicht von allein zuwachsen konnte. Um den Kiefer zu rekonstruieren hatte ich im darauffolgenden Jahr fünf Operationen. Ich bin dann damals sozusagen von OP zu OP gerannt. Die Folgen der einen OP waren verheilt und dann ging es sofort zur nächsten. Ich musste mich damals auch größtenteils flüssig ernähren und habe in diesem Jahr über 10kg abgenommen.
Ich habe mich damals gefragt, warum mir das passiert, hatte mich aber zu dem Zeitpunkt schon etwas mit dem Thema „persönliche Entwicklung“ beschäftigt und mein Ziel im Auge: Wieder komplett gesund zu sein. Doch das war leider nicht der Fall. Ich war nach den ganzen OPs ständig müde, bin dauerhaft schlapp gewesen und hatte immer das Gefühl einen Schleier vor den Augen zu haben. Ich hätte zu jeder Zeit schlafen können. Ärzte haben mich dann auf alles Mögliche, wie z.B. meinen Schlaf, mein Blut und meine Sauerstoffversorgung untersucht. Doch sie haben nichts gefunden.
Der Arzt hat dann bei der Abschlussuntersuchung gesagt, ich weiß das noch als wäre es gestern gewesen: „Herr Wende, alle Werte sind im Normalbereich, Sie haben nichts, finden Sie sich damit ab.“ Ich dachte damals wirklich im ersten Moment der Arzt macht einen Scherz, doch leider war das nicht der Fall. Er hat es ernst gemeint. Ich sollte mich seiner Meinung nach mit diesem energielosen Zustand abfinden.
Doch wer will das schon? Ich wollte das jedenfalls nicht. Ich habe dann durch einen Zufall, das dachte ich damals zumindest, eine Heilpraktikerin kennengelernt. Diese hat mich dann mit einer alternativen Methode aus Russland, die ursprünglich für die Astronautik erfunden wurde, untersucht. Dabei hat sie bereits bei der ersten Untersuchung festgestellt, dass ich eine Nebennierenentzündung hatte. Dies ist eine Reaktion des Körpers auf sehr viel Stress. Rückblickend waren die fünf OPs in einem Jahr viel zu viel.
Die Diagnose war damals schon die halbe Heilung. Die Heilpraktikerin hat mir eine Ernährungsumstellung, Bücher, Weiterbildungen und Seminare zu den Themen „körperliche und mentale Energie steigern“ empfohlen. Sie ist dann auch eine Mentorin von mir geworden.
Ich habe dann, da ich ja in diesem Energieloch war und da so schnell wie möglich raus wollte, sehr schnell sehr viel gelernt. Ich habe vieles ausprobiert, vieles hat natürlich auch nicht geklappt. Aber irgendwann habe ich die Erkrankung überwunden.
Das erstaunliche war dann, dass ich gemerkt habe, dass ich viel mehr Energie hatte als vor dem Ganzen. Davor war ich bei der Bundeswehr, 1,88m groß, 93kg schwer und mit 10% Körperfett, also äußerlich schon relativ fit. Doch mit dem ganzen Know-how, was ich mir aneignen durfte, habe ich gemerkt, dass ich damals bei vllt. 40% meines möglichen Energieniveaus war.
Das haben auch Andere gemerkt. Sie haben mich gefragt, was mit mir los sei und wieso ich so viel Energie habe. Das war das erste Mal, wo ich gemerkt habe, dass ich Menschen mit meinem neugewonnenen Wissen helfen kann. Ich hatte schon immer Unternehmer und Selbstständige in meinem Freundeskreis und habe gemerkt, dass gerade diese Personen, die etwas erreichen wollen und ihr Herzensprojekt umsetzen Gas geben, dabei aber oftmals sich und ihre Regeneration vergessen.
Dadurch, dass ich während der Erkrankung auch registriert habe, wie wichtig das Thema Zeit ist und wir, wenn wir ehrlich sind, alle nicht genau wissen, wie viel wir davon noch haben, habe ich in einen der besten Produktivtätscoaches Deutschlands investiert und mich von ihm coachen lassen. Das war eine der besten Entscheidungen, die ich rückblickend hätte treffen können. Ich habe dann eine Ausbildung zum Lehrer für mentale Fitness gemacht, da auch dies ein großes Thema ist und Erfolg im Kopf beginnt. Mit dem Mentor habe ich dann aus diesen Komponenten und dem Steigern von Energie und Produktivität, sowie das Lösen von Mustern und Limitierungen, die uns meist unbewusst zurückhalten, meine vollen PS auf die Straße gebracht und ein eigenes Coaching-Konzept entwickelt.
Wie gesagt glaube ich mittlerweile nicht mehr an Zufälle. Ich denke, ich sollte die Erkrankung bekommen, um Unternehmern und Selbstständigen mit meinem Wissen zeigen zu können, wie sie ein Unternehmen aufbauen bzw. führen können und den Weg dabei genießen – das mit Leichtigkeit und ohne dabei 70, 80 oder sogar 90 Std. in der Woche zu arbeiten – mit deutlich weniger Stress und viel mehr Lebensqualität und Energie. Die Burnout-Rate hat sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht und ich sehe es als meine eigene Mission an, zu verhindern, dass sie noch weiter ansteigt.
Meine Story hat mir insofern geholfen, dass ich genau weiß, wie es sich anfühlt gestresst zu sein, da ich mich während der Erkrankung sehr gestresst habe. Vor allem als die Ärzte sagten, ich habe nichts und ich nicht wusste, ob sie Recht hatten. Ich weiß außerdem, wie es sich anfühlt wenig Energie zu haben und sich extrem unproduktiv zu fühlen. Ich kann mich deshalb sehr gut in Menschen hineinversetzen, denen es ähnlich geht. Ich weiß genau, wie sie sich fühlen, aber vor allem, wie sie das ändern, da ich es für mich selbst gemeistert habe und lernen durfte, wozu der Mensch fähig ist. Viele Menschen wissen gar nicht, welches Potenzial noch in ihnen steckt, da sie sich nie damit beschäftigt haben, wie sie z.B. ihren Schlaf extrem verbessern können. Und es ist so, dass der Mensch nicht vermisst, was er nicht kennt.
Da kommt einiges. In Kürze gibt es den Neustart meines Podcasts, dem Energized Podcast, in dem Mentoren von mir und anderen spannenden Persönlichkeiten Tipps und Hacks zu mehr Energie, Produktivität und weniger Stress geben. Des Weiteren sind einige Events geplant, bei denen ich referieren werde. Diese wurden jetzt leider verschoben, werden aber nächstes Jahr definitiv nachgeholt.
Der wichtigste Tipp ist: Schafft absolute Klarheit. Fragt euch, was wollt ihr wirklich und warum? Macht euch auf Basis der Antwort einen Plan, wie ihr das erreicht und fragt euch künftig bei allem was ihr tun wollt oder euch angeboten wird: „Zahlt diese Sache in mein Ziel ein?“ Wenn ja, dann macht es, wenn nicht, dann lasst es bleiben. Das Nein zu den Anderen, ist ein Ja zu euch und euren Zielen.
Des Weiteren kann man mich auch jederzeit gern auf Instagram unter @chris_wende anschreiben und mir Fragen stellen.
Bildquelle: Christoph Wende