Die Filmausschnitte zeigen, wie Prominente wie Oprah Winnfrey Michelle Obama interviewen. Die angesprochenen Themen reichen dabei von ihren Hochzeitsvorbereitungen bis hin zu der Darstellung, wie es für sie als Mutter war, ihre Kinder in der Präsidentenvilla des Weißen Hauses aufzuziehen. Die Bediensteten dort waren Latinos oder Afro-Amerikaner in Smokings, der typischen Dienstboten-Bekleidung. „Ich wollte nicht, dass meine Kinder mit dem Gedanken aufwachsen, von erwachsenen afro-amerikanischen Männern bedient zu werden. Meine Onkel, die als Pagen in den Schlafwagen der Eisenbahn arbeiteten, sahen so aus.“ Als ‚pullman porters‘ bekamen anfangs ehemalige Sklaven dort eine Anstellung.
Ihren Fans predigt sie das Mantra, dass sie sich, gerade weil sie sich in der Gesellschaft der weißen Trump-Befürworter zunehmend unwohl fühlen, behaupten müssen. „Lasst unsere Leistung für uns sprechen,“ ruft sie jungen, schwarzen Frauen zu. Das hat ihr auch die Kritik eingebracht, die Unterdrückten selber für ihre Unterdrückung mitverantwortlich zu machen. Wenn ein farbiger Mensch keinen Erfolg hat, läge es vielleicht an seinen mangelnden Bemühungen, ist eher in Credo ihrer politischen Gegner.
Rassismus und Vorurteile sind gewiss ein wichtiges Thema des Films. Frau Obama beschreibt, wie schwierig es für sie war, als First Lady des ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten ein perfektes Bild abzugeben. Gerade dadurch, durch diese Auslassung, wird die Produktion, bei der die Familie deutlich die Regie führt, zu einer bittersüßen Kritik an der Politik des nachfolgenden Präsidenten Trump.
Auch die Kritik an anderen politischen Gegnern wird etwas zu offensichtlich vermieden, denn Gründe, zurückzuschlagen, hätte sie wohl aus menschlicher Sicht genügend. Man vermisst da doch ab und zu einen unabhängigen Journalisten, der mit den richtigen Fragen nachhakt. Der Blick, den ‚Becoming‘ auf Michelle Obama zulässt, ist so insgesamt sehr selektiv geworden, aber durchaus sehenswert. Er stellt eine Frau dar, wie sie mit den Problemen, die sich aus ihrer Position ergaben, zurecht kam und wie die Herausforderung sie selbst veränderte.
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