Tobi alles, was Du siehst und hörst kommt irgendwann aus Deinem Mund wieder heraus“. Es gibt Sätze, die Dein ganzes Leben verändern können und das ist einer von denen, die mein Leben massiv beeinflussen werden. Wir schreiben das Jahr 2000, ich bin Flugbegleiter einer großen Airline und vor mir sitzt der CEO einer bekannten Softdrink-Firma. Immer wenn ich in der First-Class arbeite, notiere ich mir die Essenzen der Gespräche, die ich mit den Passagieren hatte in ein kleines schwarzes Notizbuch. Und dieser Satz ist der Grundstein für das, was sich alle Menschen in ihrem Leben wünschen: Glück und Erfolg.
Und dafür müssen wir bei den Menschen anfangen, bei denen immer das Gegenteil passiert. Kennen Sie Menschen bei denen immer alles schlecht und grauenvoll ist? Bei denen Montag die Tante des Nachbarn gestorben ist, Dienstag der Zahn Probleme macht, Mittwoch der große Zeh wegen dem Biowetter stört, Donnerstag das Essen nicht schmeckt und Freitag der Rücken zwickt?
Denn dass ich nicht zu denen gehören möchte, bei denen das Licht aus ist, wurde mir an einem Montagmorgen klar, ironischerweise an einem Flughafen. Ich war gerade aus Brasilien zurückgekehrt, wo ich ein Jahr Englisch an Straßenkinder unterrichtet hatte. Dort durfte ich ein komplett anderes Leben kennenlernen. Ein Leben das geprägt war von Wärme und von Menschen, die grundsätzlich Dinge feierten, wie z. B. Strom oder eine gekühlte Cola. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass so viele von uns genau das gar nicht tun?
Kennen Sie Leute, die Ihnen mit jeder Pore ihrer selbst zu verstehen geben, wie wahnsinnig wichtig sie sind? Leute, die ihr Handy für so wichtig erachten, dass sie nicht mal in der Lage sind, sich einen Fahrschein zu ziehen? Kennen Sie solche Menschen? Sehr gut. Mit genau solchen Leuten stand ich unmittelbar nach meiner Ankunft im Fahrstuhl. Ich grüßte freundlich lächelnd mit einem „Guten Morgen“ (das hatte ich in Brasilien so gelernt). Keine Reaktion. Bis mir einer dieser Menschen plötzlich in die Augen blickte. „Es ist Montag Kleiner, das lernst auch du noch“. Ich erwähnte schon, dass es Momente gibt, in denen ein Satz Auswirkung auf Ihr ganzes Leben hat. Das war so einer. Ich wusste im gleichen Augenblick: Das mache ich nicht mit.
Zu Beginn dieses Artikels habe ich Ihnen bereits etwas über Menschen erzählt, bei denen immer alles schrecklich ist. Erinnern Sie sich? Wissen Sie wie ich solche Menschen nenne? Bewohner!
Im Grunde haben wir alle ja einen Wunsch. Wir sehnen uns nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Das Problem bei den Bewohnern ist, dass sie dieses Grundbedürfnis nur durch Jammern befriedigen. Und nun erzähle ich Ihnen noch, warum das so gefährlich für Sie ist. Denn Sie sind die Summe der fünf Menschen, mit denen Sie sich am meisten umgeben. Warum? Da hat sich unser Gehirn etwas ganz spannendes ausgedacht: Spiegelneuronen. Spiegelneuronen sind Nervenzellen, die beim Betrachten einer Situation ähnliche Aktivitätsmuster zeigen, als würde man die Situation selbst erleben. Ist das nicht der Wahnsinn?
Betrachten wir also in unserem Job täglich die genervten BewohnerKollegen und in unserer Freizeit den unzufriedenen BewohnerFreund, der abends erst mal drei Bier braucht, um mit der Welt und der Gesamtsituation klar zu kommen, was glauben Sie passiert dann in Ihrem Gehirn?
Genau. Ihre Spiegelneuronen möchten mitmachen. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Eine Studie hat herausgefunden, dass die fünf Menschen, mit denen wir uns am meisten umgeben, Auswirkungen auf unsere Persönlichkeit haben. Ob wir Raucher oder Nichtraucher sind, uns gesund ernähren. All diese Dinge. Spannend nicht wahr?
Dabei herrschte ein regelrechter Wettbewerb darüber, wer das schlechtere Essen, Wetter oder Hotel hatte. Dem Sieger, das war gewiss, winkte die meiste Aufmerksamkeit. Menschen in der FirstClass verbrachten ihre Zeit nicht damit zu meckern, sondern ihren Kopf mit Wissen zu füllen. Die Passagiere dort lasen viel, hörten Hörbücher oder sprachen über Fortbildungen.
Bilder: Gerhard Linnekogel, Tobias Beck