Wir sind Einzelsportler. Das hat mit Mannschaftsgefüge überhaupt nichts zu tun. Jeder steht für sich ein – das ist beim Ringen oder Judo auch so. Aber wir sind stärker in der Öffentlichkeit, das muss man einfach so sagen. Jeder ackert für sich alleine – mehr oder weniger. Aber Freundschaften gibt es kaum, also bei mir. Bei Boxern untereinander ist das schwierig. Das ist Mann gegen Mann – du musst dich durchsetzen; egal wie. Das macht das Boxen, glaube ich, aus. Ich könnte kein Fußballspieler sein, das habe ich ausprobiert. Ich war auch beim Schwimmen und in der Leichtathletik. Aber das war nicht meins.
Ich war das erste Mal – mit zehn oder zehneinhalb Jahren – im Ring und mein damaliger Gegner, wenn man das so sagen will, war genauso alt wie ich. Aber der war schon ein halbes Jahr drin und hat trainiert. Und da ist mir bewusst geworden, dass Fleiß Talent schlägt. Ich habe dann immer mehr trainiert – mehr, mehr, mehr! Die Woche bin ich dann freiwillig zum zweiten Training gegangen und dann zum dritten. Da war ich fünf Mal die Woche beim Training und hab gemerkt: Training bringt etwas!