Gendersternchen, Genderdoppelpunkt, Genderschrägstrich – ein Thema, über das sich viele Menschen mit Begeisterung aufregen. Die Befürworter halten es für einen unumgänglichen Schritt zur Gleichstellung, die Gegner empfinden es als Sprachverhunzung. Diese Diskussion führen wir nun seit mindestens 1960. Und gleichzeitig belegt eine aktuelle Studie (TQS, Februar 2022), dass 80 Prozent der Hausarbeit nach wie vor von Frauen erledigt wird – und umgekehrt der Großteil der Versorgung von Männern geleistet wird. Ich höre Sie schon rufen: »Die Gesellschaft, die Erziehung ist schuld.« Echt jetzt? Und wir haben so gar nichts dazu beigetragen?
Doch, haben wir! Denn in der Realität werden wir weit seltener nach unserer Geschlechtszugehörigkeit ausgewählt, als vielmehr, ob wir den momentanen emotionalen Bedürfnissen unseres Gegenübers entsprechen. Vertrauen wird gewünscht? Dann gewinnt nur der Mensch, der es schafft, vertrauenswürdig zu wirken.