Das hyperaktive, chemisch gedopte Alphatier, das auf der Überholspur durchs Business rast – die Langsamen bewundern nur noch den Kondensstreifen. Der Kalender ohne Verschnaufzeiten bestätigt das Credo des »Höher- Schneller-Weiter«. Stress erscheint wie ein Statussymbol.
Ein über achtzigjähriger, altgedienter Manager eines deutschen Automobilkonzerns lästerte: »Stress, Stress, Stress, heutzutage redet jeder von Stress. Das ist alles Einbildung. Wir hatten keine Zeit für Stress, wir haben einfach gemacht!« Stimmt nicht. Er begegnete seinem Stress mit natürlicher Resilienz. Und dem Vorteil einer Ära frei von Stresstreibern wie Internet, ständiger Erreichbarkeit, Globalisierung, Digitalisierung etc.
Machen wir einen Streifzug durch die Neuroforschung.
Neuroforscher fanden heraus, dass Stress technisch gesehen süchtig macht: Emotionen wie Ärger, Frust, Scham schütten Peptide ins Blut. Ist der Peptidspiegel über Jahre hoch, bilden die Zellen Rezeptoren dafür. Man kann sich das vorstellen wie einen Airport, der für eine neue Destination zusätzliche Gates bereitstellt.
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