Aus dem Magazin

Mach mal Buddha! Vom Ende der Adrenalin-Junkies

2 Min.

14.01.2022
Adrenalin-Junkies

Das hyperaktive, chemisch gedopte Alphatier, das auf der Überholspur durchs Business rast – die Langsamen bewundern nur noch den Kondensstreifen. Der Kalender ohne Verschnaufzeiten bestätigt das Credo des »Höher- Schneller-Weiter«. Stress erscheint wie ein Statussymbol.

Diese Adrenalin-Junkies sind eine aussterbende Spezies

Ein erfolgreicher CEO eines internationalen Konzerns sagte einmal relativierend: »Meine Kollegen koksen alle.« Seine Jungmanager hat er ausgelacht, wenn sie über späte Meetings klagten: »Weicheier! Jetzt geht der Tag erst richtig los.« Dann fuhr er mit Vollgas gegen die Bremsbake. Ein Schlaganfall kickte ihn rüde aus dem Spiel und er kam zu mir, um sein Leben zu ändern.
Schockierend? Stress hat viele Gesichter.

Ein über achtzigjähriger, altgedienter Manager eines deutschen Automobilkonzerns lästerte: »Stress, Stress, Stress, heutzutage redet jeder von Stress. Das ist alles Einbildung. Wir hatten keine Zeit für Stress, wir haben einfach gemacht!« Stimmt nicht. Er begegnete seinem Stress mit natürlicher Resilienz. Und dem Vorteil einer Ära frei von Stresstreibern wie Internet, ständiger Erreichbarkeit, Globalisierung, Digitalisierung etc.

Machen wir einen Streifzug durch die Neuroforschung.

Stress macht dick und dumm

Dieser provokante Satz bringt die drei Phasen des hormonellen Stoffwechsels auf den Punkt: Zuerst behindert Adrenalin die Verdauung. Dann kreiert Cortisol Heißhunger auf Süßes, Muskelabbau und unterdrückt das Immunsystem. Als Drittes laugt Cortisol bei anhaltendem Stress die Nebennieren aus, bis hin zum Burnout. Muskelsteifheit am Morgen ist ein Warnzeichen.
Langfristig stört Cortisol die Sexualhormone (Potenz- und Libidoprobleme) und die Melatonin-/Serotoninachse (Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen). Messungen zeigen, dass chronisch gestresste Patienten einen schnelleren Abbau des Gehirns erleiden.

Stress macht süchtig

Neuroforscher fanden heraus, dass Stress technisch gesehen süchtig macht: Emotionen wie Ärger, Frust, Scham schütten Peptide ins Blut. Ist der Peptidspiegel über Jahre hoch, bilden die Zellen Rezeptoren dafür. Man kann sich das vorstellen wie einen Airport, der für eine neue Destination zusätzliche Gates bereitstellt.

Den gesamten Artikel »Mach mal Buddha!« von Ava Hauser finden Sie in der brandneuen ERFOLG Magazin Ausgabe 01/2022 -> LINK

Bild: Depositphotos / Anna_Om

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