Erfolg

Erfolgsroutinen: Stefan Merath verrät seine

5 Min.

14.08.2026

Erfolg entsteht selten zufällig. Hinter außergewöhnlichen Karrieren, wachsenden Unternehmen und unternehmerischen Durchbrüchen stehen oft klare Strukturen, bewusste Entscheidungen und wiederkehrende Routinen. Genau diesen Gewohnheiten widmet sich unsere neue Serie »Erfolgsroutinen«.

Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer geben einen Einblick in ihre persönlichen Erfolgsroutinen – von ihrem Start in den Tag über produktive Arbeitsweisen bis hin zu mentalen Strategien, die sie im Alltag begleiten. Wir wollen wissen: Was funktioniert wirklich im unternehmerischen Alltag – und warum?

Im folgenden Interview teilt Stefan Merath, Unternehmer und Businesscoach, seine Erfahrungen und Routinen, die ihn auf seinem Weg begleiten.

Welche Ihrer Routinen würden andere als verrückt bezeichnen?

Also bestimmt meine Ernährungsgewohnheiten. Ich protokolliere und messe wirklich jeden Tag: Herzfrequenzvariabilität, Puls, wie habe ich geschlafen, und dann bilde ich Korrelationen. Weil ich glaube, als Unternehmer ist es absolut entscheidend, in seinem körperlichen und mentalen Topzustand zu sein. Und da spielen Ernährung und Schlaf mit Abstand die wichtigste Rolle, also noch deutlich vor Sport.

Was passiert in Ihren ersten 10 Minuten des Tages?

Ich setze mich als Allererstes hin und meditiere. Das ist der erste Teil meiner Morgenroutine.

Danach kommt eine vielleicht etwas ungewöhnliche Gewohnheit: Ich tanze morgens. Es gibt verschiedene Methoden, um in Dankbarkeit zu kommen, zum Beispiel indem man aufschreibt, wofür man dankbar ist. Gleichzeitig wird empfohlen, sich körperlich zu bewegen. Da habe ich mir gedacht: »Kann ich das miteinander kombinieren?« Eine Möglichkeit war für mich, zu tanzen, weil ich dabei Freude empfinde und mich gleichzeitig körperlich bewege. So verbinde ich beides miteinander.

Eine Zeit lang habe ich auch unter der kalten Dusche meditiert. Auch hier habe ich zwei Dinge miteinander kombiniert: die kalte Dusche und die Meditation. So wollte ich vermeiden, ein ewig langes Morgenritual zu haben.

Welche schlechte Gewohnheit hat Sie früher gebremst?

Da gab es eine ganze Menge. Zum Beispiel habe ich früher geraucht und gesoffen. Während meines Studiums bin ich ungefähr um zwei Uhr mittags aufgestanden, weil ich bis fünf Uhr morgens in der Kneipe war. Da kann man nicht so früh aufstehen. Rückblickend war das nicht die produktivste Zeit in meinem Leben.

Welche Gewohnheit war am schwierigsten zu etablieren?

Neue Gewohnheiten zu entwickeln, ist tatsächlich gar nicht so schwierig. Schwieriger ist es alte Gewohnheiten loszuwerden, die man eigentlich nicht mehr haben möchte. Das betrifft zum Beispiel das Rauchen oder Trinken. Das habe ich dann in den 90er-Jahren geschafft.

Gerade bei neuen Medien und Social Media hatte ich allerdings später noch einmal eine Phase, in der ich dachte: »Okay, du musst mehr für die Firma machen.« Plötzlich habe ich mich dabei ertappt, dass ich fast in eine Art Suchtverhalten gerutscht war. Da wieder herauszukommen, war nicht ganz leicht.

Beim Rauchen ist es einfach: Ich rauche oder ich rauche nicht. Ein Handy dagegen gar nicht zu benutzen, ist heute fast unmöglich. Das heißt, man hat es immer irgendwo in der Nähe und muss trotzdem darauf achten, nicht ständig auf Social Media zu sein. Das war nicht leicht, aber auch das hat irgendwann funktioniert.

Wie gehen Sie in schwierigen Zeiten mit Gewohnheiten um?

Ich glaube, es ist wichtig, dass man eine Gewohnheit überhaupt aufrechterhält, gleichzeitig aber eine gewisse Variabilität darin hat. Man sollte sich zum Beispiel nicht vornehmen, jeden Tag eine Stunde zu laufen. Das ist manchmal schwierig, und wenn diese Stunde einmal nicht zur Verfügung steht, unterbricht man die Gewohnheit schnell und sie funktioniert nicht mehr.

Wenn man sich dagegen vornimmt, jeden Tag eine Minute zu laufen oder eine Minute zu meditieren, bekommt man das tatsächlich jeden Tag hin. So kann man die Gewohnheit aufrechterhalten, auch wenn es einmal etwas hektischer ist.

Es geht darum, sich kleine Dinge vorzunehmen, die man immer einhalten kann, und diese dann auch wirklich durchzuziehen. Genauso wie beim Zähneputzen: Das sind normalerweise drei Minuten – und die zieht man durch.

Gibt es eine Gewohnheit, die automatisch zum Erfolg führt?

Eine klare Antwort: Nein. Automatisch führt keine Gewohnheit zum unternehmerischen Erfolg. Was ich aber für wichtig halte, auch wenn es nicht automatisch zum unternehmerischen Erfolg führt, ist, sich regelmäßig selbst zu reflektieren. Die Welt verändert sich so schnell, und alles, was einmal funktioniert hat, wird nach einer gewissen Zeit möglicherweise nicht mehr funktionieren. Das heißt, ich muss permanent bereit sein, mich auf neue Gegebenheiten einzustellen. Deswegen halte ich Selbstreflexion wahrscheinlich für die wichtigste Gewohnheit. Eine Garantie für Erfolg ist sie aber noch lange nicht.

Unser Gesprächspartner:

Stefan Merath ist Unternehmer, Autor und Businesscoach. Als Gründer von »Unternehmercoach« unterstützt er Selbstständige und Führungskräfte dabei, ihre Unternehmen weiterzuentwickeln und ihre persönliche Wirksamkeit zu steigern.

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