Gibt es in Zeiten von Corona überhaupt noch sichere Aktien?

Die Angst vor dem Corona-Virus hat auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Infolge der Pandemie kam es zu zahlreichen Kursstürzen. Viele Anleger sind daher verunsichert und versuchen ihre Aktien so schnell wie möglich zu verkaufen oder bangen um ihre Altersvorsorge. Aber besteht überhaupt ein Anlass für diese Aktion?

Trotz der starken Schwankungen ist es jetzt wichtig, besonnen zu handeln und sich im Zweifel beraten zu lassen, bevor man eine folgenreiche Entscheidung trifft. Nachfolgend sind die wichtigen Informationen zur aktuellen Situation zusammengetragen. Welche Aktien man jetzt vermutlich guten Gewissens ins Portfolio nehmen kann, erfahren Sie hier.

 

Aktienkurse sind stark in Bewegung

Die Aktienmärkte sind im März aufgrund der Corona-Pandemie auf der ganzen Welt eingebrochen. In kürzester Zeit hat sich der Deutsche Aktienindex DAX um rund 40 Prozent reduziert. Selbst bei der weltweiten Streuung betrug der Verlust zwischenzeitlich rund 35 Prozent. Für alle Anleger war dieser Kurssturz ein wahrer Schock. Allerdings muss man als Anleger beachten, dass diese starke Schwankung bei einer langfristigen Strategie keine große Rolle spielt, vorausgesetzt das Geld ist in vielen Aktien bei unterschiedlichen Branchen und Ländern. Die Strategie „Kaufen und Liegenlassen“ ist in diesen Zeiten die beste Strategie und hat bislang zu den besten Ergebnissen geführt. Vor allem bei einer Altersvorsorge ist es wichtig, dass man einen langen Anlagehorizont von zehn Jahren und mehr wahrt und auf eine breite Streuung setzt. Trotz aller Crashs und Krisen hat sich der Deutsche Aktienindex in den letzten 30 Jahren verzehnfacht.

Wer also Aktien hat, sollte diese auf keinen Fall hektisch verkaufen. Wenn man in Fondssparpläne als Altersvorsorge investiert hat, dann ist ein Einbruch zwischendurch kein großes Problem. Denn bei niedrigen Kurzen bekommt man das gleiche Geld, da man in den Sparplan einzahlt, mehr Anteile. In anderen Worten bedeutet das, dass man von den zwischenzeitlich gesunkenen Kursen profitiert. Wichtig für lange Sparpläne ist vielmehr, wie sich die Kurse gegen Ende der Sparphase entwickeln.

Wichtig ist auch, in welche Produkte man investiert hat. Es gibt sehr günstige und gute Produkte aber auch teure mit fragwürdigen Strategien. Wenn man mit Aktien handeln möchte, sollte man sich immer für Aktien-ETFs entscheiden. ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds. Sehr oft wird dabei auch vom Indexfonds gesprochen. Eine geografisch breite Streuung kann man zum Beispiel durch die MSCI All Country World erzielen. Eine Streuung über mehrere Anlageklassen ist für die Altersvorsorge besonders sinnvoll. Immobilien oder sichere Anlagenbausteine, beispielsweise Festgeld, sind eine weitere sinnvolle Ergänzung.

Wenn man Einzelaktien am Unternehmen sein Eigen nennt, kann man aufgrund der derzeitigen Entwicklung das Depot checken. Hier sollte man sich die Frage stellen, welche Unternehmen von der Krise betroffen sein könnten. Hat man zum Beispiel Anteile in der Luftfahrt oder in der Reisebranche, sollte man über eine Umschichtung nachdenken. Das bedeutet aber auch das, man hier Geld verliert, wenn der Wert der Aktie niedriger ist als zum Zeitpunkt des Kaufs.

Mir wenn man jetzt dringend auf das Geld angewiesen ist, kann man mit dem Verkaufen stärkere Verluste vermeiden. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, einige Zeit zu warten, bis die Pandemie vorbei ist. Das sollte man aber nur machen, wenn von dem Unternehmen überzeugt ist und der Blick auf die Aktie positiv ist.

 

Gibt es auch Profiteure der Krise?

Wenig beeindruckend gibt es durch die Krise auch einige Profiteure. Massiv gestiegen sind die Kurse von Unternehmen, die sich auf die Produktion von medizinischer Schutzausrüstung spaziert haben.

 

Der Goldpreis ist bereits auf sehr hohem Niveau

Eine Investition in Sachwerte, zum Beispiel Gold, ist in dem Sinn, dass das Geld zu 100 % zurückgezahlt werden kann, keine sichere Anlage. Darüber hinaus ist der Preis von Gold schon sehr hoch. Daher sollten die Anleger fünf bis zehn Prozent als Puffer in ihr Depot hinzufügen.

 

Vorsichtig bei ungefragten Angeboten sein

Bei unerwarteten Kontaktaufnahmen per E-Mail, Telefon oder Post sollte man immer kritisch und misstrauisch sein. Skeptisch ist ebenfalls angebracht, wenn man Links zu Verschwörungstheorien bekommt, in denen von einem drohenden Kollaps der Finanzsysteme die Rede ist. Meist werden wilde Thesen ohne einen Beweis verbreitet. Dabei haben diese das Ziel, Werbeeinahmen zu erhalten und auf dubiose Anlagemöglichkeiten zu leiten, welche den Absender Provisionen einbringen. Tipps zum Kauf von Bitcoin und Gold sind schlicht unseriös, wenn von einer Staatspleite die Rede ist. Kriminelle versenden zudem vermehrt Phishing-E-Mails, die einen Handlungsbedarf suggerieren, wo in Wahrheit keiner ist.

 

 

 

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