Wie wichtig Kommunikation im beruflichen und privaten Bereich ist, dürfte den meisten Menschen durchaus bewusst sein. Um zum Spitzenkommunikator aufzusteigen und Türen zu öffnen, die sich anders nicht öffnen würden, gehört allerdings sehr viel Training, Hartnäckigkeit und Liebe zum Detail, verrät uns Kommunikationsprofi, Persönlichkeitsentwickler und Inhaber einer eigenen Akademie, Wehbi Monye. Sein fundiertes Wissen über Führung und Kommunikation hat er durch das Marc Galal Institut, die Jürgen Höller Academy und nicht zuletzt aus der Praxis gelernt.
»Menschen vertrauen nicht Unternehmen! Menschen vertrauen Menschen«, verrät Monye. Vertrauen wird durch professionelle und strategisch klug ausgerichtete Kommunikation gefördert. Leider ist das Gegenteil auch der Fall: Wer nicht klug kommuniziert, verspielt Vertrauen auf breiter Ebene. Ohne Vertrauen jedoch keine Verkäufe. Ohne Vertrauen keine gelingende Kommunikation. »An diesem Punkt beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz«, so Monye. Gelingende Kommunikation fördert Vertrauen und Vertrauen fördert gelingende Kommunikation. Doch wo beginnt gelingende Kommunikation?
Gelingende Kommunikation beginnt in uns selbst
Neueste Forschungen zeigen, dass wir über ein Viertel der Zeit mit Selbstgesprächen beschäftigt sind. Unser Gehirn ist ein selbstreferenzielles System, was bedeutet, dass es sich auf sich selbst bezieht. Wenn diese Selbstgespräche also schon negativer Natur sind, dann leidet die Qualität nach außen ebenso. »Wer mit sich selbst nicht im Reinen ist, wird es nie zu einem Spitzenkommunikator schaffen. Deshalb nimmt die Persönlichkeitsentwicklung einen großen Raum in meinen Trainings und Coachings ein«, so der Kommunikationsexperte. Die meisten Coachings, findet der Experte, gingen daher am eigentlichen Kern des Themas vorbei und nähmen erst zu spät im Kommunikationsprozess Einfluss.
Aus der Transaktionsanalyse gibt es das Modell der persönlichen Antreiber. Diese zeigen, welche Glaubenssätze in einem Menschen vorherrschen. Sie werden durch Erziehung und Erfahrung bereits in frühester Kindheit übermittelt und aufgebaut. »Mit den Jahren verfestigen sich diese Raster, wie wir die Welt interpretieren, und werden nicht thematisiert«, verrät Monye und ist der festen Überzeugung: »Wer sein Leben transformieren und seine Kommunikation verbessern möchte, muss bei sich selbst und seinen unhinterfragten Überzeugungen beginnen!«
Es gibt 5 grundlegende Antreiber:
Je stärker der jeweilige Wert ausgeprägt ist, desto einseitiger wird auch die Kommunikation mit sich selbst. »Solche Programme sind sehr schnell zu identifizieren und auch umzuprogrammieren, wenn man dies auch will«, so der Experte. Basis hierfür liefern die entsprechenden »Erlauber« zu den Antreibern:
»Selbstbestimmte Kommunikation ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben und umgekehrt«, so Monye. Durch diese Erkenntnis komme es bei vielen seiner Teilnehmer zu massiven Schüben im Selbstbewusstsein, welches dazu führt, dass die Kommunikation sich automatisch verbessert. Dadurch wird ein positiver Prozess in Bewegung gesetzt, was zu einer vollständigen Transformation der Menschen führe. Eine professionell unterstützte Begleitung durch diesen Prozess sei jedoch unumgänglich, so der Experte: »Persönlichkeits- und Kommunikationsentfaltung ist nichts, was nebenher geschieht und sich ohne Unterstützung entfaltet, weshalb ich selbst auch von den Besten der Besten in der Branche gelernt und auf deren Basis eigene Modelle entwickelt habe, die mich meinen Lebenszielen immer näherbringen.«
Es reiche nicht aus, Kommunikation zu 99 Prozent zu beherrschen, so Monye, da dadurch Interpretationsspielräume einen Strich durch die eigene Zielsetzung machen könnten. Die vollständige Beherrschung der kommunikativen Fähigkeiten stelle sicher, dass Kommunikation auf höchstem Niveau stattfinden kann und sie zum Wohle aller eingesetzt wird. Dieser Aspekt wirft natürlich auch moralische Fragen auf: Ist jegliche Beeinflussung des Gegenübers Manipulation? Ist es moralisch falsch, Kommunikationstechniken für den eigenen Vorteil zu nutzen? Umso wichtiger ist deshalb die Entwicklung der Persönlichkeitsebene, so der Profi, die dazu beiträgt, dass auch die moralischen Instanzen mitentwickelt werden. Nur so sei nachhaltig gelingende Kommunikation überhaupt möglich.
Bilder: Wehbi Monye