Wenn über Afrika gesprochen wird, dominiert in vielen Debatten noch immer ein vertrautes Bild: Armut, Abhängigkeit und Entwicklungshilfe. Auma Obama widerspricht dieser Perspektive entschieden. Im Interview erklärt sie, warum ein grundlegendes Umdenken notwendig ist und weshalb Afrika längst nicht nur als Empfänger von Hilfe, sondern als gleichwertiger Partner in globalen Wirtschaftsbeziehungen verstanden werden sollte.
Ich habe einen Satz gelesen: »Nicht nur Geschäfte in Afrika, sondern mit Afrika machen.« Daraus lässt sich ableiten, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit und unternehmerisches Handeln für den Kontinent und die einzelnen Länder langfristig wirkungsvoller sein können, als lediglich Almosen zu schicken. Was muss sich dafür in den Köpfen verändern – vielleicht sogar auf beiden Seiten?
Als Erstes würde ich gar nicht in Begriffen wie Kapitalismus oder Armut denken. Es geht um Wirtschaft, um Unternehmertum und darum, wie Menschen miteinander Geschäfte machen. In diesem Zusammenhang geht es nicht darum, armen Menschen zu helfen, Entwicklungshilfe zu leisten oder Almosen zu verteilen. Es geht darum, auf Augenhöhe miteinander Geschäfte zu machen.
Deshalb ist mir dieser Ansatz nicht nur lieber – er ist notwendig. Denn wie sollen die Menschen vor Ort der Armut entkommen, wenn sie nicht von dem leben können, was sie selbst erzeugen? Wenn sie ihre Produkte abgeben, diese anderswo teuer verkauft werden und andere damit viel Geld verdienen, während sie selbst nur einen Bruchteil davon erhalten?
In diesem Sinne werden ihnen keine Almosen gegeben, um zu helfen. Vielmehr wird ihnen etwas genommen, wenn sie nicht angemessen an der Wertschöpfung beteiligt und stattdessen mit Almosen abgespeist werden.
Den gesamten Artikel »Auma Obama: »Wir brauchen echte Partnerschaft, keine Almosen«« und weitere spannende Artikel finden Sie in der aktuellen ERFOLG Magazin Ausgabe 05/2026 -> Link