Vielleicht ist dieser Ausspruch von Einstein ein wenig einseitig, denn wie der französische Philosoph Rousseau zutreffend bemerkte: „Man muss viel wissen, um nach dem, was man nicht weiß, fragen zu können.“ Was Einstein meint, ist jedoch, dass bloßes „Wissen“ allein weniger wichtig ist als die Fähigkeit, Zusammenhänge zu verstehen und kluge Fragen zu stellen. Wer „lernen“ mit „auswendig lernen“ verwechselt, hat nicht verstanden, was „lernen“ heißt. Ich glaube nicht, dass Einstein jemals mathematische Formeln auswendig gelernt hat. Er hat sie verstanden und angewandt. Menschen, die nur Faktenwissen haben, aber nicht eigenständig denken können, sind allenfalls in Quizsendungen im Fernsehen eine Attraktion und sind im Übrigen gut darin, Kreuzworträtsel zu lösen. Alles, was diese Menschen wissen, kann jedermann heute in wenigen Sekunden oder Minuten im Internet nachschauen. Deshalb ist dieses Wissen wenig wert. Kreatives Denken und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, sind dagegen überall und in jedem Beruf begehrte und hervorragend bezahlte Fähigkeiten.
Der Autor: Dr. Rainer Zitelmann ist ein millionenschwerer Unternehmer und Investor aus Berlin. Er ist mehrfacher Buchautor und gilt als einer der wichtigsten Experten für Superreiche.