Es ist wichtig, dass wir unseren Sorgen und Ängsten immer mal wieder Raum geben. Es bringt nichts, sich immer nur alles schön reden zu wollen – nein, es ist wichtig, dass wir Frust und Nöte auch mal aussprechen dürfen. Damit wir allerdings nicht im Strudel der negativen Gedanken versinken, kann es uns helfen, unsere sorgenvollen Gedanken zeitlich oder räumlich zu begrenzen.
Und so geht das:
Das schaffen Sie, indem Sie sich beispielsweise im aeroben Bereich bewegen, sobald die schwarzen Wolken in Ihrem Kopf auftauchen. Katastrophen-Szenarien bewirken in unserem Körper, dass unser Herzschlag sich beschleunigt oder wir zu schwitzen anfangen. Gehen Sie in diesem Fall mit zügigem Schritt einmal um den Block oder hüpfen Sie 30-mal auf der Stelle. Die Bewegung reduziert die körperlichen Stresssymptome und Ihr Gehirn glaubt, die Gründe für das Sorgenkarussell seien weg. Bewegen Sie sich mehr, sorgen Sie sich weniger.
Greifen Sie die Idee des Sorgenstuhles auf und drehen Sie sie ein Stückchen weiter. Im Coaching haben wir eine Technik, bei der der Klient sich auf verschiedene Stühle setzt, um verschieden Perspektiven oder verschiedene Rollen einzunehmen. Aufgrund der räumlichen Veränderung (anderer Stuhl) und des anderen realen Blickwechsels verändern wir sehr viel leichter dann auch unseren inneren Blickwinkel und unsere Wahrnehmung.
Wenn Sie keine extra Plätze für Ihre Gedankenspiele belegen wollen, dann machen Sie das zumindest mit Ihrer Zeit. Seit längerer Zeit gehen mein Mann und ich beispielsweise jeden Tag eine Stunde laufen. In den ersten 30 Minuten schütten wir uns gegenseitig das Herz aus, reden über aufgekommene Probleme oder Sorgen, ab der Hälfte der Strecke switchen wir bewusst für die nächsten 30 Minuten auf positive Themen. Die ersten Tage hat das noch nicht so gut geklappt, weil unsere Köpfe natürlich voll waren von Sorgen, Ängsten, Nöten, aber mittlerweile läuft es richtig gut. Das Sprechen über Chancen, Möglichkeiten und positive Aspekte hat den großen Vorteil, dass wir in einer positiven Laune wieder nach Hause kommen. Und wer positiv gestimmt ist, kann die realen Schwierigkeiten deutlich leichter und besser stemmen als jemand, der down ist.
Picken Sie sich EIN Thema heraus, das Ihnen am meisten zu schaffen macht. Und fragen Sie sich: Was kann ich tun, damit es zumindest ein bisschen leichter wird? Damit meine Familie und ich zumindest ein bisschen wirtschaftliche Sicherheit für die kommenden Jahre aufbauen können? Damit ich zumindest meine liebsten Menschen wieder öfters in echt treffen kann? Was ist mir wirklich wichtig, von was träume ich schon lange – und was kann ich tun, damit ich meine Träume und Wünsche zumindest in ersten Schritten anpacken kann?
Blicken Sie auf kleine Verbesserungen – und legen Sie los!
Bilder: Depositphotos / Dmyrto_Z, Raffael Fastner