Nach der Schule zog es mich ins Ausland. Ich probierte verschiedene Jobs aus, arbeitete als Kellnerin, im Büro und sogar kurzzeitig als Reiseleiterin. Doch nichts davon fühlte sich richtig an. Diese Phase der Suche führte mich schließlich zum Studium der Molekularbiologie. Doch als ich mein Diplom in den Händen hielt, stellte ich mir eine wichtige Frage: Will ich wirklich mein Leben im Labor verbringen oder gibt es da draußen nicht noch so viel mehr zu entdecken?
Am Anfang war alles neu und aufregend, aber auch sehr herausfordernd. Wir reisten monatelang, lebten von unseren Ersparnissen und kämpften darum, in der überfüllten Welt der Reiseblogs Fuß zu fassen. Niemand glaubte an unseren Erfolg. Noch heute werde ich oft gefragt, ob man mit einem Reiseblog überhaupt Geld verdienen kann. Fast hätte uns die Corona-Pandemie zum Aufgeben gezwungen – die Besucherzahlen brachen ein, und wir standen vor der Frage: War alles umsonst? Doch unser unerschütterlicher Wille und der Wunsch, aus dem Hamsterrad auszubrechen, trieben uns weiter an.
Und dann geschah es: Unsere Leserschaft wuchs plötzlich rasant. Heute erreichen wir in Spitzenmonaten über 900.000 Menschen weltweit. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir andere dabei helfen können, ihren Urlaub zu planen und die Welt zu entdecken. Wir teilen nicht nur wunderschöne Bilder, sondern auch fundierte Reisetipps, die weit über das Übliche hinausgehen. Unsere Leser können sich darauf verlassen, dass wir jeden Ort, den wir empfehlen, selbst erkundet haben – von echten Reisenden für echte Reisende.
Das Leben als Reisebloggerin ist jedoch viel mehr als nur das Teilen von schönen Bildern. Hinter den Kulissen steckt harte Arbeit, Disziplin und ein hoher Grad an Flexibilität. Etwa die Hälfte des Jahres – rund sechs Monate – sind Jürgen und ich unterwegs. Jede Reise wird akribisch geplant, wir recherchieren gründlich, um die schönsten Orte und versteckte Geheimtipps zu finden. Unser Alltag ist ein Drahtseilakt zwischen Abenteuerlust und Verantwortung. Wir müssen ständig kreativ sein, neue Online-Reiseführer entwickeln und gleichzeitig die wirtschaftlichen Aspekte unseres Blogs im Blick behalten. Doch trotz all dieser Herausforderungen bleibt die Leidenschaft für das Reisen unser Antrieb. Sie gibt uns die Kraft, immer weiterzumachen.
Unser Weg zeigt, dass die digitale Welt voller Möglichkeiten steckt – vorausgesetzt, man hat den Mut, Veränderungen zu akzeptieren und fest an sich selbst zu glauben. Die Entscheidung, unseren sicheren, geregelten Alltag gegen das unvorhersehbare Leben als Reiseblogger einzutauschen, war riskant, hat sich aber als extrem lohnend erwiesen. Die digitale Welt bietet so viele Chancen zur Selbstverwirklichung, man muss sie nur nutzen wollen. Für uns ist sie der Schlüssel, um unsere Träume zu verwirklichen!
Seit ihrem Abschluss als Molekularbiologin reist Martina Hirzberger mit ihrem Partner Jürgen um die Welt. Auf dem Blog »PlacesofJuma« berichtet sie von ihren Erfahrungen.
Bis zu 900.000 Follower verfolgen ihren Content auf Social Media.
Beitragsbilder: Jürgen Reichenpfader