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Neue Serie »Yacht Deals Monaco« auf Disney+

Ab 30. September blickt Disney+ hinter die Kulissen einer der verschlossensten Luxusbranchen

5 Min.

22.09.2026

Monaco, Superyachten und eine Kundschaft, für die ein schwimmender Palast kein unerreichbarer Traum sein muss: Das klingt zunächst nach klassischer Luxusunterhaltung. Doch bei »Yacht Deals Monaco« stehen ausgerechnet jene Menschen im Mittelpunkt, die zwischen Eigentümern, Käufern und Charterkunden die Geschäfte einfädeln. Acht Kandidaten konkurrieren um den Einstieg als Yacht-Broker – in einer Branche, in der ein schönes Boot allein noch keinen Deal macht.

Nicht mitfahren, sondern verkaufen

Am 30. September startet »Yacht Deals Monaco« unter Hulu auf Disney+. Alle sieben Episoden sollen gleichzeitig verfügbar sein. Es ist nach Angaben von Disney das erste deutsche Reality-Format des Konzerns und zugleich die erste europäische Yacht-Broker-Show. Produziert wurde die Serie von LEONINE Documentaries.

Das Prinzip erinnert auf den ersten Blick an bekannte Job-Castings: Acht Kandidatinnen und Kandidaten treten gegeneinander an, am Ende erhält einer von ihnen die Chance auf einen Job in der Superyacht-Branche.

Nur ist der Arbeitsplatz ungewöhnlich.

Die Kandidaten bewegen sich zwischen Monaco und der französischen Riviera, treffen Kunden und müssen Aufgaben lösen, die dem realen Geschäft mit Kauf, Verkauf und Charter von millionenschweren Yachten nachempfunden sind. Disney nennt Verkaufspitches und Kundentermine ausdrücklich als Bestandteile des Wettbewerbs. Entscheidend seien Verkaufstalent, Selbstbewusstsein und Belastbarkeit.

Begleitet und beurteilt werden sie vom Schweizer Yacht-Broker Cornelius Kistler und der Yacht-Beraterin Marcela de Kern Royer.

Was ein Yacht-Broker eigentlich verkauft

Wer eine Immobilie vermittelt, verkauft Quadratmeter, Lage und vielleicht Meerblick. Bei einer Superyacht wird die Angelegenheit komplizierter.

Ein Yacht-Broker bringt Käufer und Verkäufer zusammen, sucht passende Schiffe, organisiert Besichtigungen und Probefahrten, begleitet Preisverhandlungen und koordiniert Teile des technischen und juristischen Prozesses bis zum Abschluss. Im Chartergeschäft muss zudem für Kunden die passende Yacht für Reisezeit, Destination und Ansprüche gefunden werden.

Das Produkt kann mehrere zehn oder sogar mehrere hundert Millionen Euro wert sein. Gleichzeitig besteht der potentielle Kundenkreis aus einer winzigen Gruppe extrem vermögender Menschen.

Entsprechend groß ist die Bedeutung von Netzwerken, Diskretion und Vertrauen.

Ein Yacht-Broker muss deshalb nicht nur ein Schiff erklären können. Er muss verstehen, wer vor ihm sitzt, welche Erwartungen ausgesprochen werden – und welche nicht. Bei Kunden, für die Luxus selbstverständlich ist, reicht Begeisterung für glänzendes Teakholz kaum aus.

Marcela de Kern Royer arbeitet nach eigenen Angaben seit rund 18 Jahren in der Yachtbranche. Ihre beruflichen Stationen umfassen unter anderem Neubau, Refit, Brokerage und Yachtmanagement; heute berät sie Unternehmen bei Business Development, Verkauf und Luxusmarketing und lehrt zudem an der International University of Monaco.

Eine Branche, in die man nicht einfach hineinspaziert

Cornelius Kistler beschreibt seinen eigenen Einstieg rückblickend als mühsam. Vor rund 20 Jahren habe er begonnen, sich in eine Branche hineinzutasten, die Außenstehenden ihre Türen nicht ohne Weiteres öffne. Das Geschäft habe er über einzelne Deals, aber auch über Fehler gelernt. Heute ist er Gründer und CEO von breezeYachting.swiss, einem Unternehmen für Yachtverkauf, Charter, Management und Neubau-Beratung.

Das erklärt zugleich den Reiz des Formats.

Luxus-Reality gibt es reichlich. Normalerweise schaut das Publikum Menschen beim Konsum zu: Villen, Reisen, Autos, Mode oder eben Yachten.

»Yacht Deals Monaco« dreht die Perspektive um.

Die Kandidaten sind nicht diejenigen, die sich Luxus leisten können. Sie wollen lernen, ihn an diejenigen zu verkaufen, die es können.

Damit erzählt die Serie – zumindest ihrem Konzept nach – auch etwas über eine besondere Form des beruflichen Aufstiegs: den Zugang zu einem Markt, dessen Produkte jeder sehen kann, dessen geschäftliche Netzwerke aber weit weniger sichtbar sind.

Monaco ist dabei mehr als eine schöne Kulisse

Dass die Serie ausgerechnet Ende September startet, passt zum Kalender der Branche.

Vom 23. bis 26. September findet im Port Hercule die 35. Ausgabe der Monaco Yacht Show statt. Rund 120 Superyachten werden erwartet, darunter 43 Auslieferungen des laufenden Jahres. Bei 38 der im Juli bestätigten Yachten handelt es sich um Schiffe, die von Brokerage- und Charterunternehmen präsentiert werden – also um das Geschäftsfeld, das wenige Tage später bei Disney+ zur Unterhaltung wird.

Monaco ist für die Serie deshalb nicht lediglich der fotogene Hintergrund.

Hier treffen Werften, Makler, Eigentümer, potenzielle Käufer, Charterkunden und Dienstleister aufeinander. Bau, Verkauf, Wiederverkauf und Vermietung einer Superyacht bilden ein eigenes wirtschaftliches Ökosystem.

Der Markt ist zudem keineswegs zum Erliegen gekommen. BOAT International beschreibt für das erste Quartal 2026 trotz erheblicher wirtschaftlicher und geopolitischer Störungen weiterhin ein hohes Tempo im Yachtverkauf. Ein einzelner großer Broker, Edmiston, vermittelte im Jahr 2025 nach eigenen Angaben 44 Yachten über 30 Meter mit einem gesamten Transaktionsvolumen von mehr als drei Milliarden Euro.

Solche Zahlen zeigen die Dimension eines Geschäfts, das außerhalb seiner eigenen Kreise erstaunlich wenig sichtbar ist.

Glamour hilft – verkaufen muss man trotzdem können

Natürlich bleibt »Yacht Deals Monaco« eine Reality-Produktion.

Eliminierungen, Konkurrenz und die spektakuläre Kulisse gehören zum Format. Disney bewirbt ausdrücklich den Wettbewerb und den Traumjob am Ende. Ob sieben Folgen tatsächlich ein realistisches Bild einer Branche vermitteln können, deren Akteure Beziehungen häufig über viele Jahre aufbauen, wird sich erst nach dem Start beurteilen lassen.

Interessant ist die Grundidee trotzdem.

Denn im Superyacht-Geschäft treffen zwei Welten aufeinander, die bei Luxus häufig verwechselt werden: Luxus besitzen und Luxus verkaufen.

Für das eine braucht es sehr viel Geld.

Für das andere braucht es Zugang, Fachwissen, Verhandlungsgeschick, Menschenkenntnis – und Kunden, die einem bei Geschäften in Millionenhöhe vertrauen.

Am 30. September wird Disney+ daraus einen Wettbewerb machen.

Stefanie S. Klief

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