Erfolg

Lanz und Raab gewinnen beim Deutschen Fernsehpreis

Politische Debatte trifft Samstagabend-Unterhaltung 

Zwei Preise zeigen, wie unterschiedlich erfolgreiches Fernsehen heute aussehen kann.

3 Min.

10.09.2026

Markus Lanz und Stefan Raab stehen für ziemlich unterschiedliche Arten von Fernsehen – beim Deutschen Fernsehpreis 2026 gehörten beide zu den Gewinnern. Lanz wurde für seine politische Talkshow ausgezeichnet, Raab für die gemeinsam mit Barbara Schöneberger präsentierte RTL-Show »Wer weiß wie wann was war?«

Markus Lanz gewinnt mit politischer Talkshow

In der Kategorie »Beste Information« setzte sich Markus Lanz durch. Die ZDF-Talkshow läuft dreimal pro Woche und gehört nach Einschätzung der Jury seit Jahren zu den prägenden Orten politischer Debatten im deutschen Fernsehen. Gewürdigt wurden insbesondere Lanz’ Beharrlichkeit im Gespräch und seine Fähigkeit, Widersprüche sichtbar zu machen.

Für die Sendung ist es bereits der zweite Deutsche Fernsehpreis in dieser Kategorie. Schon 2021 hatte »Markus Lanz« gewonnen.

Lanz nutzte seine Dankesrede für eine politische Botschaft. Viele Menschen seien derzeit unsicher oder hätten Angst, sagte er. Seine Antwort darauf fiel demonstrativ optimistisch aus: Deutschland werde nicht auswandern oder aufgeben; was derzeit kaputtgehe, werde man später wieder aufbauen.

Damit passte seine Rede zu einem Abend, an dem mehrere Preisträger die Bühne für politische Statements nutzten. Auch andere Auszeichnungen wurden mit Appellen für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Schutz von Minderheiten verbunden.

Raab gewinnt mit klassischer Unterhaltung

Stefan Raab wurde gemeinsam mit der Produktion hinter »Wer weiß wie wann was war?« ausgezeichnet. Die RTL-Sendung gewann in der Kategorie „Beste Unterhaltung Show“ gegen »Sing meinen Song – Das Tauschkonzert« und »Wer weiß denn sowas?« Das Format setzt auf einen Generationenvergleich: Drei Altersgruppen testen mit prominenten Paten ihr Wissen über Popkultur, Fernsehen, Musik und Zeitgeschichte. Raab und Barbara Schöneberger moderieren die Show gemeinsam. Die Jury lobte besonders die Kombination aus Quiz, Nostalgie und klassischem Samstagabend-Entertainment.

Raab selbst hielt seine Dankesrede deutlich weniger politisch. Er dankte seinem Team und Schöneberger – und nutzte die Gelegenheit für einen typischen Raab-Scherz über seine Kollegin, die hinter der Bühne genauso viel rede wie davor.

Zwei sehr verschiedene Erfolgsrezepte

Lanz und Raab bedienen kaum dieselbe Fernsehwelt. Der eine lebt von langen Gesprächen über Politik und Gesellschaft, der andere von Tempo, Spielidee und Unterhaltung.

Beim Deutschen Fernsehpreis landeten beide trotzdem am selben Abend auf der Gewinnerliste.

Stefanie S. Klief

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