Er ist schon lange nicht mehr der Drogenabhängige aus Buxtehude, der Autos knackt und in Häuser einsteigt, um seine Sucht zu finanzieren. Marcel Eris ist heute MontanaBlack, Deutschlands erfolgreichster Gaming-Streamer. Mit über drei Millionen Fans auf YouTube und Twitch hat er mittlerweile Millionenumsätze gemacht. Seinen Werdegang vom Junkie zum YouTuber zum Millionär hat er in einer zweiteiligen Biografie festgehalten.
Das war eine Lernkurve. Zum Beispiel damals, als ich gesagt habe, „Frauen sind wie Hunde“, wurde das extrem häufig zitiert. Die meisten wissen gar nicht, was da noch für ein Rattenschwanz dranhing. Wer sich die ungeschnittene Version bis zum Ende anhört, versteht, dass ich genau das Gegenteil von dem gemeint habe, was mir danach in den Medien unterstellt worden ist. Meine Kernaussage war, dass man eine Frau niemals einschränken, sondern ihr alle Freiheiten geben sollte, die sie möchte. Aber am nächsten Tag steht RTL vor der Haustür. Jetzt weiß ich, dass Schweigen manchmal Gold ist. Je größer man wird in der Branche, desto mehr konzentrieren sich die Leute darauf, deine kleinen Fehler zu finden, damit sie sich darauf stürzen können.
Ja, so könnte man es im ersten Moment sehen. Mit Sicherheit habe ich durch solche Dinge auch schon einige Einbußen gehabt. Aber am Ende, das muss ich gestehen, hat es sich finanziell immer in einem Plus widergespiegelt. Auch Negativ-Publicity ist gute Publicity, bei mir zumindest. Zwar hätte ich auf einiges gern verzichtet, aber am Ende kann ich sagen, hat es der Jahresbilanz nicht geschadet.
Ja, wobei die alle an mir abprallen. Ich brauche das nicht. Wenn das ein wichtiges und anständiges Thema ist, dann ja, warum nicht? Aber ich habe keine Lust, in einer Talkshow zu sitzen, um da als Nerd oder Gamer abgestempelt zu werden. Man kann schon eine coole Message über die Medien verbreiten, aber leider Gottes sind die Medien, die über mich berichten, in den meisten Fällen Scheiß-Medien auf BILD-Niveau. Letzten Endes lesen die Leute natürlich lieber Negatives. Vielen Leuten da draussen geht es nicht so gut. Sie sind unzufrieden mit sich und fühlen sich vielleicht ein Stück weit besser, wenn sie lesen, dass jemandem, der es eigentlich geschafft hat, auch mal die Scheiße um die Ohren fliegt.
Bild: Oliver Reetz