Erfolg

Ralf Schumacher: Von der Rennstrecke ins Business

17 Min.

22.07.2026

Er hat sich von der Kartbahn in die Königsklasse des Motorsports gekämpft und insgesamt sechs Grand-Prix-Siege in der Formel 1 eingefahren: Heute kennt man Ralf Schumacher nicht allein als ehemaligen Rennfahrer, sondern auch als Unternehmer, Sport-Kommentator und Werbegesicht. Im Gespräch mit Julien Backhaus richtet der mittlerweile 50-Jährige den Blick auf seinen Weg nach der aktiven Sportlerkarriere. Bei uns verrät er, wie er mit Immobilien- und Wein-Investments neue Wege geht – und welche Strategien aus der Formel 1 ihn auch im Unternehmertum durchstarten ließen.

Herr Schumacher, als Sie damals im Kart Ihre ersten großen Erfolge gefeiert hatten: Gab es da schon den Traum, in der Formel 1 zu landen – oder war das gar ein klares Ziel?

Sicherlich nicht! Kart ist ja so weit weg von allem; das war für mich damals gar nicht realistisch. Es war eine schöne Zeit, die einfach Spaß gemacht hat. Wir haben nur gehofft, genug Geld und Sponsoren zu finden, um im nächsten Jahr weitermachen zu können. An etwas anderes habe ich damals noch nicht gedacht.

Und wenn Sie heute, über 30 Jahre später, an diese Zeit zurückdenken? Sie sind ja später in der Formel 1 gelandet.

Es ist mehr daraus geworden, als ich mir hätte vorstellen können – gerade, wenn man bedenkt, wie wir aufgewachsen sind. Meine Mutter hatte zwei Jobs und arbeitete nebenbei in der Metzgerei, mein Vater ebenso. Urlaub war gar nicht möglich. Und dass es dann gleich zwei von uns aus dem »Loch«, also aus der Kartbahn in der ehemaligen Kiesgrube in Kerpen, herausschaffen, damit habe ich nicht gerechnet – in meinem Fall war das natürlich auch ein bisschen bedingt durch den Erfolg meines Bruders.

Bin ich zufrieden? Nein, weil ich mir natürlich gewünscht hätte, in der Zeit noch mehr zu erreichen. Wenn man seine eigene Situation reflektiert, fallen einem immer Dinge ein, die man hätte besser machen können. Aber wir haben einen tollen Sohn, der gerade geheiratet hat. Also kann ich mich nicht beklagen.

Wenn man als junger Bub auf die Formel 1 guckt: Deckt sich dann das äußere Bild mit den Erwartungen, wie so eine Branche funktioniert? Oder ist die Realität eher ein Schock?

Erstmal hatte ich keine Erwartung, weil ich es nie für realistisch gehalten habe, dass ich in die Formel 1 komme. Bis ich dann in der Formel 3 war. Ich bin dann noch Weltmeister geworden in Macau und Vizemeister in Deutschland. Da habe ich mir gedacht: »Jetzt gibt es eine Chance. Ich sollte es versuchen.«

Ich glaube, auf das, was dann passiert ist, wäre keiner richtig vorbereitet gewesen. Das macht etwas mit einem, wenn man auf einmal aus seiner Komfortzone herauskommen muss. Man hat keine Privatsphäre mehr. Egal, wo du bist, egal, was du tust: Du fühlst dich beobachtet – und vor allem auch beurteilt. Das ist unangenehm.

Du kannst nicht mehr zu jemanden sagen: »Bitte, ich möchte das heute mal nicht. Ich sitze hier im Restaurant mit meinen Freunden.« Dann heißt es gleich: »Ist er so arrogant, dass er nicht mal aufstehen und ein Foto machen kann?« Diese Dinge erlebt man. Es macht auch was mit einem, wenn man sehr schnell, in sehr jungen Jahren, sehr erfolgreich wird.Wenn man nicht die richtigen Berater, Freunde, Familie hat, kann das leicht zum Irrweg werden.

Es heißt, der Berater spielt dann noch eine größere Rolle als die Familie, weil der weiß, was jetzt gerade passiert?

Nicht immer. Willi Weber beispielsweise ist mit uns – speziell mit Michael – gewachsen. Das ist aber eine andere Geschichte.

Das Umfeld ist dennoch wichtig, ebenso wie die Freunde. Die braucht es, um die Basis nicht zu verlieren. Wenn man jung ist und in kurzer Zeit ganz viel Geld verdient, fängt man schnell an mit teuren Autos – und damit, mit diesem und jenem sein Geld zu verschwenden. Es ist eine prägende Zeit.

In der Schule waren Sie also eher niemand der dringend den Mittelpunkt gesucht hat? Das kam dann auf einmal oder war das doch schon früher in Ihnen angelegt?

Nein, im Gegenteil: Ich wollte immer meine Ruhe haben. Ich glaube, man rechnet gar nicht damit, im Mittelpunkt zu stehen.

Das kommt erst mit der Zeit. Der eine geht so, der andere so damit um. In meinem Fall war es natürlich ein bisschen schwerer, weil ich einen Bruder hatte, der extrem erfolgreich war, der ein Alleinstellungsmerkmal hatte und der auch klar Grenzen setzen konnte – aufgrund seines Erfolgs. Die Erwartung bei mir war dadurch eine andere. Damit muss man umgehen lernen. Ich hatte – besonders am Anfang – mit Journalisten sehr schlechte Erfahrungen gemacht: Wenn das Interview abgebrochen wurde, dann war ich daran schuld. Dann war ich  angeblich zu arrogant gewesen und hätte keine Lust gehabt, weiterzumachen. Sowas macht man dann eine Zeit lang mit. Aber irgendwann sagt man auch: »Pass auf, jetzt könnt ihr mich alle gernhaben. Ich mache nur noch das, was ich will.«

Ich stelle mir das schwierig vor, wenn man das selbst alles gar nicht so möchte?

Grundsätzlich mache ich schon das, was ich will. Und die Konsequenzen sind mir dabei auch bewusst. Man versucht aber, da für sich selbst menschlich so gut wie möglich durchzukommen. Jeder will doch in irgendeiner Hinsicht Herr seines Lebens sein.

Es ist interessant zu beobachten, wie sich der Umgang miteinander innerhalb der letzten zehn, 15 Jahre verändert hat, auch im Arbeitsumfeld. Man würde heute nicht mehr so miteinander sprechen. Das würde Ärger geben – außer bei Politikern. Wenn man mit Lanz so sprechen würde, wie er es mit den Politikern macht: Das würde ich mir gerne einmal ansehen. Ein respektvoller Umgang war mir schon immer sehr wichtig, auch mir selbst gegenüber.

Gibt es irgendein großes Learning aus dieser aktiven Fahrerzeit, das Sie so für Ihr ganzes Leben gebrauchen konnten?

Ich glaube, das beste Learning ist, zu wissen, dass man nur besser sein kann als andere, wenn man auch bereit ist, für die Sache alles zu geben. Natürlich in dem Rahmen, in dem man sich wohlfühlt. Das ist nicht immer Arbeit. Arbeit kann auch Leben bedeuten – und auch Leute, Umfeld, Freunde meinen. So habe ich das immer gesehen.

Wie sind Sie mit der Erwartungshaltung anderer, zum Beispiel der von Sponsoren oder Teamchefs, umgegangen? Wie haben Sie das für sich gemanagt?

Natürlich erwarten die immer 100 Prozent. Und jeder weiß, dass man nicht immer 100 Prozent abliefern kann. Man liefert also vielleicht 85 Prozent. Aber auch das hat sich mittlerweile geändert: Wenn ich heute in die Formel 1 will, gibt es dort mittlerweile 22 Autos. Zu unserer Zeit waren es weniger. Damals musste ich täglich abliefern. Das war mir immer sehr bewusst.

Deshalb war ich zwar einer, der sich gefreut hat, wenn er ein gutes Wochenende hatte – aber auch wusste: Gleich am nächsten Wochenende geht es wieder los. Dann wird das Gleiche verlangt. Ich habe auch schon gedacht, dass die Strecke vielleicht nicht so gut zu uns passt. Es geht ganz schnell, dass man mit dem falschen Auto am falschen Ort ist. Andererseits kann ein Formel-1-Fahrer viel individueller sein als manch anderer Sportler. Wir haben das große Glück, dass wir mit der Sportart, die wir gewählt haben, viel Geld verdienen können, was ja heute auch nicht mehr selbstverständlich ist. Aber das hat seinen Preis. Für einen Fußballer wird alles gemacht. Bevor aber ein Rennfahrer startet, wird er noch bis ins Cockpit verfolgt und gibt Interviews. Was bei einem Fußballer, warum auch immer, nicht so ist.

Bei uns muss man lernen, mit Kritik umzugehen. Jeder wird in diesem Sport kritisiert. Das geht vom Teamchef über den Fahrer, über wen auch immer. Letztlich aber ist man allein im Auto und muss allein abliefern.

Das klingt so, als ob Formel-1-Fahrer sehr viel resilienter wären als die Fußballer?

Im Fußball gibt es auch Ausnahmen. Wenn ich da einen Ronaldo oder einen Messi sehe – das sind Leute, die ihren eigenen Weg im Fußball gehen.

Natürlich müssen die dann auch damit leben, dass sie Superstars sind und gleichzeitig mit der Mannschaft funktionieren. Das muss man neben dem fußballerischen Talent auch erstmal können.

Motorsport ist auch ein Teamsport – was man aber an der Mattscheibe nicht bemerkt, oder?

Natürlich ist das so, man sieht es ja am Boxenstopp. Wenn da einer zu wenig tankt, bleibe ich stehen. Wenn keine Luft drin ist, habe ich einen Platten. Und wenn bei Ferrari mal das vierte Rad vergessen wird, ist das doof. Auf drei Rädern fährt es sich einfach nicht so gut. Aber in dem Moment, wo alles glatt läuft, ist der Fahrer absolut gläsern. Jeder Fehler ist zu erkennen. Das heißt: Der muss dann abliefern. Was aber nicht schlimm ist. Jeder hat halt seinen Sport und der bringt seine ganz eigenen Herausforderungen mit sich.

Aber ein typischer Teamsport wäre nichts für Sie gewesen?

In einer Teamsportart würde ich mich schwertun. Ich glaube allerdings schon, dass ich ein sehr guter Teamplayer bin, wenn es ums Business geht oder in meiner neuen Rolle als Moderator.

Wenn ich heute Interviews mit Peter Hardenacke mache, dann funktionieren wir als Team und werden als Team vom Zuschauer bewertet. Aber wenn ich als Rennfahrer von acht Rennen sieben Mal langsamer bin als meine Teamkollegen, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass ich im nächsten Jahr nicht mehr im Auto sitzen werde. Das heißt: Im Motorsport wird man logischerweise erstmal zum Egoisten. Man hat sein Auto, seine Leute und das bedeutet: sein Team. Das versucht man natürlich, auf seine Seite zu bekommen.

Wie ist denn der Teamleader Ralf Schumacher? Wie geht er mit seinen Leuten um?

Das muss man mich nicht fragen; das muss man die Leute fragen, die drumherum sind.

In meiner Aufgabe bei Sky braucht es ein Team, das sich verstehen muss. Wir verbringen auch privat Zeit zusammen, obwohl das gar nicht so geplant war. Norbert Haug hat immer gesagt: »Egal, was du machst, du musst dabei authentisch sein. Das ist etwas, was die Leute mögen oder eben nicht. Aber es ist etwas, was dir keiner nehmen kann – was immer so bleibt, was sich nicht verändern wird.«

Sie haben ja schon vor Jahrzehnten unternehmerische Ambitionen gezeigt und investiert. Wie funktioniert denn der Unternehmer Ralf Schumacher?

Das ist eigentlich relativ simpel – reine Mathematik. In der Regel habe ich meine festen Vorstellungen. Dabei bin ich aber kein Teamplayer. Ich weiß, was ich will und wie es will. Aber das war auch ein Lernprozess. Wenn man jung ist und Ideen hat, denkt man vielleicht noch eindimensionaler. Man sagt sich einfach: »Das ist jetzt die Richtung, die wird es schon sein.« Aber wenn man ein bisschen weiter ist und auch selbst an Erfahrung dazugewonnen hat oder auch Menschen besser einschätzen kann und gute Berater kennenlernt – da kann man dank des neutralen Blicks von Außenstehenden schon viel mehr im Business-Bereich machen.

Wonach wählen Sie denn Ihre Projekte aus?

Nach der Rendite. Andernfalls brauche ich kein Projekt zu machen. Man muss das noch ein bisschen differenzieren: Zum einen gibt es Herzensangelegenheiten, aber die kosten vor allem Geld. Zum anderen gibt es Investment-Projekte – da geht es um pure Kalkulation. Alles andere macht keinen Sinn.Bei den Investment-Projekten kann ich noch zwischen relativem Cashflow aus der aktuellen Immobilie unterscheiden und einer Immobilie, von der ich annehme, dass sie bestimmt irgendwann im Wert steigt. Da sind aber kürzlich erst einige große Investoren auf die Nase gefallen – also da sollte man sich durchaus vorsehen!

Und dann gibt es Investments wie Wein: Bei denen engagiere ich mich. Da weiß ich von Vornherein: Das ist ein Langzeitprojekt. Der Markt ist zudem hart umkämpft. Da muss man ehrlich zu sich sein: So etwas funktioniert mehr oder weniger zufriedenstellend, aber natürlich weiß ich auch, warum ich das mache und warum mich das fasziniert.

Und warum fasziniert Sie das?

Mich reizt der Weg zur Perfektion mit den Möglichkeiten, die man hat – wie im Motorsport auch: Du hast ein Auto und entwickelst dich mit deinem Team. Beim Wein versuchst du, deinen perfekten  Geschmack – oder den der Kunden – zu reproduzieren; mit den Gegebenheiten, die die Natur dir vorgibt. Man muss mit dem spielen, was man hat: mit Erntedaten, mit dem Beschneiden der Reben und mit mehr oder mit weniger Sonne. Hinzu kommen noch Naturgewalten wie Hagel und wenn man ganz viel Pech hat, viel Regen vor der Ernte. Da muss man gucken, wie man weiterkommt. Sonst hat man mehr Quantität als Qualität, weil die Trauben sich einfach noch mal vor der Ernte aufblasen und zu wässrig werden. Das ist nichts anderes als ein Rennen, bei dem auf einmal das Safety Car kommt, bei dem man auf einmal einen Plattfuß hat, bei dem ich noch mal ungeplant in die Box muss und trotzdem versuche, ein Ergebnis rauszuholen.

Haben Sie diese Herausforderungen vorhergesehen und sich deswegen dafür entschieden?

Da stand eher die Romantik im Vordergrund als das, was dann passiert ist – so ehrlich muss ich sein. Aber auch das ist eine Herausforderung, die man im Leben sucht. Es gibt Dinge, die sollte man machen – und es gibt Dinge, die kann man machen. Und Herzensprojekte wie Wein fallen für mich in letztere Kategorie.

Wie kam es zum Erwerb des Hotels in Kapstadt?

Auch das war ehrlicherweise eine Entscheidung aus einer Emotion heraus. Ich war da und habe einen Freund besucht, dem das Hotel gehört hat. Ich habe mir das zwei Nächte lang angeschaut. Ich kam da rein und habe nur gesagt: »Das finde ich echt schön. Gefällt mir. Falls du das mal verkaufen willst, sag mir Bescheid. Ich kauf es.« Und ungefähr ein knappes Jahr später habe ich es gekauft.

Meine Entscheidung habe ich getroffen, weil ich Afrika mag und viel Zeit dort verbringen will. Zudem war diese Gastronomie/Hotellerie-Branche schon immer etwas, das mich fasziniert hat und der Gedanke, endlich mal eine Immobilie zu besitzen, die Geld verdient und nicht Geld kostet, hat mir gefallen. Ich präferiere sowieso eher Immobilien-Investitionen als die Investments am Stock Market.

Wo sind Ihre Lieblingsimmobilien: in Deutschland oder im Ausland?

Primär in Deutschland. Deshalb ist es immer so lustig, wenn ich höre: »Herr Schumacher soll sich zu politischen Sachen in Deutschland nicht äußern, der zahlt keine Steuern.« Dem ist leider nicht so. Ich zahle sehr ausgiebig Steuern, was einfach daran liegt, dass natürlich die Wertschöpfung der Immobilie in Deutschland stattfindet und sie dementsprechend auch steuerpflichtig ist, was aber auch nicht schlimm ist: Spätestens das Beispiel Dubai hat gezeigt, wie schnell es gehen kann – auch in einem vermeintlich sicheren Land, wo offenbar immer alles nur bergauf geht. Da lernt man wieder, die Demokratie zu schätzen.

Auch wenn ich der Meinung bin, dass unsere Politik echt mal aus dem Quark kommen muss, weil wir schon sehr viel von unserem ganzen Kredit verspielen. Das merkt man. Die Leute werden nervös. Ich merke das, weil es bei meinen Langzeitmietern – da gibt’s einige große Konzerne – große Ängste gibt. Ansonsten ist Deutschland nach wie vor ein toller Ort, um zu investieren.

Das klingt gerade tatsächlich so, als machten Sie das Immobilien-Business schon ziemlich lange?

Ja, ab etwa 1996 habe ich damit angefangen, Immobilien zu kaufen, zu verkaufen und zu sanieren.

Wie hat sich Ihre Erfolgsdefinition im Laufe der Jahre verändert?

Ich glaube schon, dass man immer weiß, was man will. Man ist ungestümer, wenn man jung ist und schnell zum Ziel will, und dabei guckt man nicht rechts und links. Aber den Willen, erfolgreich zu sein – den verliert man nicht. Man gewinnt nur an Lebenserfahrung hinzu, aber die Ziele ändern sich nicht.

Wenn Sie aus irgendwelchen Gründen damals kein Rennfahrer geworden wären, hätten Sie noch ein anderes Ziel im Kopf gehabt?

Mein Vater wollte, dass ich Koch werde und dass ich den Imbiss auf der Kartbahn übernehme. Ich denke schon, dass ich auf der Kartbahn geblieben wäre. Das ist aber nicht so, dass man davon nicht leben kann – ganz im Gegenteil.

Jetzt sind Sie gerade 50 geworden. Unter welchem Stern sollen denn die nächsten 50 Jahre stehen?

Ich glaube, nochmal 50 werde ich nicht mehr ganz schaffen. Man weiß ja auch gar nicht, ob man die 100 erreichen will. Ich könnte mir das nicht vorstellen. Was bringt es einem, wenn man 100 ist, aber dann allein, weil das ganze Umfeld und die Freunde wechseln? Ich glaube, das lassen wir einfach auf uns zukommen. Ich bin eigentlich sehr zufrieden gerade – mehr als zufrieden.

Zufriedenheit ist ja manchmal gefährlich für den Erfolg.

Nein, nein. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Man muss einfach realistisch mit den Dingen umgehen. Man muss sich immer fragen: Wo stehe ich? Was sind meine Möglichkeiten? Wo komme ich her? Wo gehe ich jetzt hin?

Das Thema TV beispielsweise habe ich gar nicht geplant. Ich habe damals einen Anruf von Udo Ludwig erhalten, der lange bei RTL war, und mich gefragt hat, ob ich mir das vorstellen könnte. Da habe ich gesagt: »Das mache ich. Aber ich habe keine Lust, der Formel 1 nachzureisen. Mit dem Thema habe ich abgeschlossen.« Für mich war das gar nicht denkbar – und dann hat das so einen Spaß gemacht!

Dementsprechend sage ich: Man muss immer wissen, wo man steht und wo man hinwill. Dieser zweite Teil meiner Karrierelaufbahn ist komplett anders verlaufen, als ich es mir vorgestellt habe – in jeder Hinsicht: Sei es privat, sei es die Ausrichtung, sei es das Thema – also das Thema Medien, das ich früher noch nicht einmal gemocht habe.

Hinzu kommt, dass ich jetzt so etwas wie eine Werbeikone bin – das ist unglaublich, was da passiert ist. Und dann bin ich jetzt auch noch als Speaker tätig!

Auch das ist total interessant: Erst einmal fühlt man sich da natürlich fremd. Aber dann macht das Freude. Und es gibt dabei große Parallelen zu den Mechanismen in der Formel 1 – das heißt zu Teamwork, Druck und zu der Frage: Was muss ich machen, um erfolgreich zu sein? Diese Themen kann ich überall sehen. In jeder Branche.

Deshalb macht mir das alles gerade sehr viel Spaß, und ich will auch noch ein paar Jährchen so weitermachen. Und dann? Schauen wir mal! 

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