Viele von uns kennen das sicherlich: wir werden gefragt, ob wir eine Rede auf einer Veranstaltung halten, ein paar Begrüßungsworte sprechen oder in der Firma eine Verkaufs- oder Informations-Präsentation halten können. Oft fühlen wir uns verpflichtet, der Bitte oder dem Wunsch nach zu kommen und manchmal gehört es auch einfach zu unserem Job. Nach der möglicherweise ersten Begeisterung kommt schnell die Ernüchterung. Was genau soll ich denn sagen, wie mich vorbereiten? Und was wenn ich mich blamiere? Im Folgenden finden Sie einige Tipps, die Ihnen bei der Vorbereitung helfen können.
Vor dem Schreiben der Texte am besten erst mal alles zusammen tragen, was für die Präsentation wichtig ist. Zahlen, Daten, Fakten. Zusammenhänge. Ideen. Und dann einfach drauflos schreiben. Wenn der erste Text im Groben steht, können Sie anfangen, am Aufbau, der Struktur und der Reihenfolge zu arbeiten. Wenn alles soweit steht, sprechen Sie den Text in ein Diktiergerät oder in Ihr Handy. Wobei ich immer das Diktiergerät empfehle und auch selbst damit arbeite. Denn beim Handy kann ein eingehender Anruf die bisherige Aufnahme löschen. Oder trotz Flugmodus eine eingehende Terminerinnerung ebenfalls die Aufnahme löschen. Dann hören Sie sich ihre Sprachaufnahme einmal selbst an. Das ist anfangs ungewohnt, weil wir unsere Stimme selten von außen hören. Aber es ist äußerst hilfreich, weil wir direkt merken, ob das Gesagte stimmig ist. Ob Sie sich selbst verstehen. Wie ist das Sprechtempo? Die Wortwahl? Sprechen Sie so auch im Alltag oder ist es ein Schriftdeutsch, das gesprochen unecht oder eher hölzern wirkt. Entsprechend können Sie jetzt weiter an Ihrem Text arbeiten und diesen verfeinern.
Entscheidend für einen souveränen Auftritt ist auch, wie Sie dann Ihre Präsentation beginnen. Sie können sich natürlich auch einfach vor Ihr Publikum stellen und sagen: „Hallo und herzlich Willkommen, schön, dass Sie alle da sind. Ich bin XY von der Firma Z und stelle Ihnen heute unser neues Produkt vor….“ Das ist ok, aber es ist nicht spannend. Für das Publikum nicht und für Sie selber auch nicht. Und wenn es für Sie nicht spannend ist, wie wollen Sie es dann entsprechend präsentieren? Also finden Sie einen Opener, der direkt ins Thema führt. Durch eine Geschichte, ein Zitat, eine Frage ans Publikum, einen Trailer (bitte maximal 90 Sekunden), eine Musik, eine Statistik, ein Bild. Hier können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Seien Sie innovativ und probieren Sie gerne verschiedene Varianten durch.
Wenn soweit alles steht, empfehle ich immer, eine Video-Kamera oder ein Smartphone aufzustellen und sich selbst zu filmen. Dann schauen Sie sich alles an. Und zwar vor allem wohlwollend. Was gefällt schon? Was wirkt? Wie ist Ihr Sprechtempo und die Lautstärke? Wie klappt es mit der Technik, wenn Sie mit Laptop und Beamer arbeiten? Was gefällt schon und wo fehlt vielleicht noch der Nachdruck, die unterstreichende Gestik? Denken Sie auch daran, dass der Körper immer spricht! Und Körpersprache kann nur die Wahrheit. Außerdem unterstützt der Körper automatisch unseren Inhalt, unser Thema. Wenn wir ihn lassen. Also haben Sie Mut zur Gestik! Haben Sie Mut zu Ihrem Auftritt und Freude dabei!
Und wenn Sie gerne tiefer in das Thema einsteigen möchten, dann lesen Sie doch einfach mein Buch: „Reden ist Silber – Freireden ist Gold“
Margit Lieverz ist ausgebildete Schauspielerin, erfahrene Moderatorin, Trainerin, Coach und Vortragsrednerin. Aufgrund ihrer zahlreichen Auftritte in Funk und Fernsehen sowie auf hochkarätigen Gala-Abenden und Events schöpft sie aus einem reichen Erfahrungsschatz. Sie liebt die Bühne und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen auf dem Weg zu mehr Präsenz und Souveränität zu unterstützen.
Bilder: Wavebreakmedia/depositphotos, Margit Lieverz