Angst und Furcht sind zunächst einmal wichtige, gesunde, normale Gefühle. Angst ist ein uraltes Signal unseres Körpers, das uns vor Gefahren warnen und schützen soll. Zum Problem wird die Angst allerdings dann, wenn sie scheinbar grundlos das Leben belastet, wenn man die Angst nicht mehr unter Kontrolle hat. Angst lähmt. Angst macht unfähig, die nötige Aktivität zu entwickeln. Wer Angst hat, zieht sich in ein emotionales Gefängnis zurück. Ängstliche Menschen flüchten vor den harten Realitäten, sie wagen sich nicht mehr aus ihrer Komfortzone heraus.
Bei vielen Menschen ist Furcht der größte Feind des Erfolgs. Was Furcht nicht alles anrichten kann: »Furcht lähmt die Kraft des Verstands, lähmt die Fähigkeit der Imagination, tötet das Selbstvertrauen, untergräbt die Begeisterungsfähigkeit, verhindert jede Initiative, führt zu Unsicherheit in der Planung, unterstützt Verschleppung, löscht allen Enthusiasmus aus und macht Selbstbeherrschung unmöglich. Sie entkleidet jede Persönlichkeit ihres Charmes, zerstört die Möglichkeit sorgfältigen Denkens, knechtet die Beharrlichkeit, verschwendet die Willenskraft an Nichtigkeiten, zersetzt den Ehrgeiz, verdunkelt das Gedächtnis. Es gibt Rückschläge, und lockt Misserfolge in jeder nur denkbaren Gestalt an; sie tötet die Liebe, erstickt die edleren Gefühle des Herzens, untergräbt jede Freundschaft und zieht das Unglück in hunderterlei Gestalt herbei, sie verursacht Schlaflosigkeit, Not und Trauer.«
Moment mal, Angst und Furcht – ist das nicht dasselbe? Nein.
Versagensängste können schlimmer sein als das Versagen selbst. Denn zu scheitern ist zunächst einmal nichts Schlimmes. Da werden unsere Grenzen aufgezeigt. Jedes Scheitern kann eine wichtige Erfahrung sein, aus der wir lernen können. Wer aber heikle Situationen meidet, aus Angst vor dem Scheitern, kann erstens keine Erfahrungen machen. Und zweitens beraubt man sich auf diese Weise selbst aller Chancen zum Erfolg.
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