Ansgar ist und bleibt natürlich Ansgar. Allerdings kommt er jetzt aus dem Gefängnis und muss bei unter Null anfangen. Das Unternehmen ist weg, im Schloss haben sich die Verhovens eingenistet – Ansgar will natürlich alles zurück und natürlich auf seine Art. Im tiefsten Innern sucht er, wie wir alle, nach Liebe, aber die Jagd nach Geld und Macht kommt ihm oft dazwischen. Er ist sich schon treu geblieben.
Jeder Schauspieler spielt auch gerne mal die extremen Rollen, die Bösewichte und Strippenzieher. Es ist ein sehr intensives Spielen, auch manchmal ein Abreagieren vom Alltag. Und zum Glück gibt es zwischen der Rolle und mir privat große Unterschiede. (lacht)
Ich mag an meiner Rolle, dass Ansgar zwar böse, aber immer noch charmant und ein Gentleman ist und sein Verhalten ist ja aus seiner Sicht nachvollziehbar. Und dass er natürlich wie wir alle, manchmal scheitern muss, das macht den Facettenreichtum aus. Ich denke, man muss manchmal durchaus an sich denken und Dinge wagen, sonst entsteht nicht Neues. Es gehört auch Mut dazu, zu seinen Ideen zu stehen und sich nicht in der anonymen Masse zu verstecken. Und natürlich ist das Berufsbild eines Schauspielers durchaus ab und an von Narzissmus geprägt. (lacht)
Ich versuche, mein Privatleben so gut es geht zu schützen. Natürlich gibt es Kolleg*innen, von denen noch viel weniger Privates an die Öffentlichkeit kommt als von mir aber es ist mir grundsätzlich schon wichtig, Privates und Berufliches zu trennen.
Dass ich am liebsten Lederjacken trage.
Es ist wichtig, sich auf die Figuren einzulassen, aber das ganze darf man auch nicht zu ernst nehmen. Es gibt Kollegen, die leben so sehr in ihren Figuren, dass sie manchmal nicht mehr wissen, wer sie privat sind. Man muss auch in Drehpausen oder nach Drehschluss über andere Sachen reden können.
Bildquelle: TVNOW / Stefan Behrens