Jürgen Drews: Häufig liegt es daran, dass viele Leute einfach nicht konstant weiter arbeiten. Viele begreifen auch gar nicht, dass das richtig Arbeit ist. Mein Hobby ist es zum Glück, im Studio zu sitzen und zu komponieren, irgendwas einzusingen, auch wenn ich mir oft sage, das werde ich nie veröffentlichen. Ich habe vor 30 Jahren sogar ein Jazzalbum gemacht, das werde ich jetzt vielleicht einmal ins Netz stellen. Ich wolllte einfach nur Musik machen. Angefangen habe ich ja mit den Les Humphries Singers, mit englischer Musik. Wenn ich heute mit Band auf der Bühne stehe, mache ich das oft ohne Vorprogramm. Da stehe ich zwei Stunden 45 Minuten auf der Bühne. Man muss also hart arbeiten und Ziele haben.
Jürgen Drews: Ja, anfangs habe immer nur Englisch gesungen. Schon während des Abiturs war ich der Gitarrist einer Gruppe. Bei mir war die Abiturszeit ein bisschen länger, ich bin beim ersten Mal nämlich durchgefallen. Ich habe immer lieber Gitarre oder Banjo gespielt, statt mich mit den Buddenbrooks zu beschäftigen. Wer Thomas Mann ist, wusste ich ja. Da hab ich mich mit seinen Werken gar nicht weiter beschäftigt. Und genau in dieser Thematik wurde ich im mündlichen Abitur geprüft. Zu dieser Zeit war ich in einer Band, da haben wir nur Englisch gesungen und haben in den USA sogar schon eine Platte veröffentlicht.
Jürgen Drews: Weiß ich nicht, ich glaube, ich habe immer eine Blockade. Denn die meisten Sachen, die ich mir im Studio erarbeite, werden nichts oder ich veröffentliche sie gar nicht. Nein, ich habe eigentlich keine Blockade. Ich mache immer irgendetwas. Und wenn es so sein sollte, suche ich mir einfach einen der 50, 100 oder 150 Titel, die ich nie veröffentlicht habe, heraus und mache einen Partytitel daraus.
Jürgen Drews: Ja, für die Plattenfirmen ist es gut, die verdienen ganz gut mit. Die wissen immer, wo sie bleiben. Für die Interpreten und die Autoren lohnt es sich nicht.
Jürgen Drews: Das würde ich jedem raten. Man sollte auch seine Steuern zahlen. Viele überlegen gerade, ob sie Steuern zahlen müssen. Ich bin selbst mal in so eine Kalamität gekommen. Das war noch zu Kornfeld – Zeiten, da war ich so benebelt, dass ich einfach vergessen habe, dass ich ein paar Sachen schwarz gemacht habe. Das habe ich nie wieder gemacht. Wissen Sie, wie viel mich das gekostet hat? 59.00 Mark. Das heißt, in meiner Progression musste ich fast 1,9 Millionen Mark verdienen, ehe ich die erste Mark wieder für mich hatte. Das habe ich mir gemerkt. Von jedem Euro, den ich verdiene, zahle ich summa summarum die Hälfte ans Finanzamt. Dann kannst Du auch leben, das ist doch toll. Hey, es geht mir wunderbar, was will ich denn damit? Will ich die Kohle mit in die Grube nehmen? Nein.
Bild: Drews